1st Inverter and PV System Technology Forum: Lebhafte Diskussionen rund um Ertragsoptimierung und Kostenstrukturen in der Photovoltaik

Das "1

st Inverter and PV System Technology Forum" betrachtete als erste internationale Konferenz am 24. und 25. Januar das Zusammenspiel aller elektrischen Komponenten eines Photovoltaik-Systems, um die technische Optimierung der gesamten Anlage und damit ihre Effizienz weiter voranzutreiben. Rund 300 Photovoltaik-Projektentwickler, Komponentenhersteller (Module, Wechselrichter, Junction Boxes, Übergabestationen, Überwachungssysteme etc.), Energieversorger und Netzbetreiber, Planer, Finanzierer und Vertreter aus Politik, den Medien und Verbänden sowie die Halbleiterindustrie und die Hersteller sämtlicher Bauelemente im Bereich der Leistungselektronik diskutierten über Themen wie Ertragsoptimierung, Kostenstrukturen, Netzeinspeisung, Finanzierung und Monitoring.

Gemeinsame Diskussion kritischer Themen im Kontext
"Wir sind stolz darauf, dass wir auf dieser Konferenz erstmals alle an Produktion, Planung und Bau einer PV-Anlage beteiligten Gruppen zusammen gebracht haben", freut sich Karl-Heinz Remmers, Vorstand und Gründer der Solarpraxis AG, bei der Eröffnung der Konferenz. "Bisher wurden immer die einzelnen Komponenten, wie beispielsweise die Module, betrachtet. Dabei besteht ein immenser Bedarf an gemeinsamer Diskussion vieler kritischer Themen, um die gesamte PV Anlage zu optimieren. Erstmals hat es jemand gewagt, das sehr komplexe Thema des gesamten elektrischen Systems anzusprechen, sowohl, was die Upstream, als auch, was die Downstream-Aspekte betrifft. Die große Nachfrage zeigt ganz deutlich, dass wir mit diesem Konzept ins Schwarze getroffen haben", so Remmers.

Photovoltaik als Schlüsseltechnologie
Almuth Hartwig-Tiedt, Staatssekretärin der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen, betonte in Ihrem Eröffnungsvortrag die Bedeutung der Photovoltaik als eine der Schlüsseltechnologien für die Region Berlin-Brandenburg. "Im Rahmen des kürzlich in der Region gestarteten ‘Cluster Energy Technology’ werden die Solarbranche und die Fragen des Netzanschlusses eine zentrale Rolle spielen. Wir werden unsere Anstrengungen für die Hauptstadtregion weiter verstärken, um global als Wettbewerber im Bereich Solarenergie noch deutlicher wahrgenommen zu werden", so die Staatssekretärin.

Nur die Grenze der Stromnachfrage limitiert die Photovoltaik
Grundsätzlich sei dem Ausbau der Photovoltaik nach oben nur die Grenze der Stromnachfrage gesetzt, so die Einschätzung von Gunnar Kaestle von der TU Clausthal: "Das solare Zeitalter ist nicht mehr zu stoppen, so viel ist sicher. Der limitierende Faktor sind weder die Kosten noch das Stromnetz, sondern die technische Optimierung und Regelsetzung. Die Verfügbarkeit von Know-how auf dem neuesten Stand der Technik wird ein entscheidender Faktor für die Weiterentwicklung der Solarenergie sein", so Kaestle in seinem Vortrag zur Bedeutung der Photovoltaik für die zukünftige Netzstabilität.

Unsicherheit über den Marktausbau; Deutschland, Italien und die USA werden vorne liegen
Die Prognosen für den Marktausbau im Jahr 2011 ließen die herrschende Unsicherheit im Markt erkennen: Götz Fischbeck von der BHF-Bank Aktiengesellschaft prognostiziert für das kommende Jahr: "Die Unsicherheit im PV Markt ist so hoch wie noch nie. Es ist noch nicht ab zu sehen, wie sich die Unsicherheit auf der Regulierungsseite auf die Nachfrage auswirken wird. Die Hersteller haben für ein gigantisches Marktwachstum ausreichende Kapazitäten Das heißt, wenn der Markt anzieht, dann wird er immens wachsen. Aber ob er anziehen wird, ist völlig unklar."
Ash Sharma, PV Research Director bei IMS Research prognostiziert ein Wachstum von 17.5 GW in 2010 auf 20.5 GW in 2011, wobei die Wechselrichter-Industrie aufgrund der momentanen Überschuss-Situation kaum wachsen wird.
Markus A.W. Hoehner, Geschäftsführer der HOEHNER RESEARCH & CONSULTING GROUP GmbH, sagt den Wechselrichtern ein Marktwachstum in direkter Anlehnung an die installierte Photovoltaik Leistung voraus, wobei allerdings dreistellige Wachstumsraten wie im letzten Jahr keinen Bestand haben werden. Hoehner sieht für 2011 ein knapp zweistelliges Wachstum und hält 2012 sogar einen Absturz des Marktes für möglich.
iSuppli schätzt den Markt für neue PV Installationen in 2011 auf 22GW. Damit läge das Wachstum bei rund 40% verglichen mit 2010. "Deutschland, Italien und die USA sind die Schwergewichte. Hier werden rund 60% der Anlagen weltweit gebaut", sagt Dr. Henning Wicht von iSuppli Deutschland GmbH. Bezüglich eines erneuten Engpasses bei Wechselrichtern sieht iSuppli bei der derzeitigen Marktlage und einem Wachstum von unter 50% keine Gefahr. Sollten die Märkte allerdings wieder einmal stärker anspringen als erwartet und mehr als 50% wachsen, könnte es wieder knapp werden. "Es sind nicht die Wechselrichterkapazitäten, es sind die passiven Komponenten wie Kondensatoren und Spulen sowie die Leistungselektronik Bauteile, die hier das Nadelöhr werden könne", so Wicht.
Was die Marktanteile der verschiedenen Wechselrichter-Typen in 2011 angeht, so prognostiziert IMS Research 3 verschiedenen Typen den größten Marktanteil: Mikro-Wechselrichter werden sich weiterhin auf dem US-Markt und bei Dachanlagen durchsetzen und auch in Europa mit einigen neuen Anbietern an Bedeutung gewinnen. Kleine 3-Phasen Wechselrichter werden bei gewerblichen Installationen zulegen, da sie flexibel im Design und leicht zu installieren sind. Große Zentral-Wechselrichter werden sich bei Photovoltaik Großanlagen in Ländern wie den USA, China und Indien weiter etablieren.

02.02.2011 | Quelle: Solarpraxis AG | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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