Tilman Beller, Sales Manager Deutschland, Schweiz und Österreich bei Trina Solar, über Montagesysteme, Marken und Märkte

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Solarserver: Herr Beller, Trina Solar präsentiert auf der Intersolar Europe ein neues Aufdach-Montagesystem, lizensiert von ZEP Solar. Warum setzt Trina auf diese Lösung?
Tilman Beller: Nach eingehender Untersuchung der auf dem Markt erhältlichen Montagesysteme sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir mit dem von uns gewählten System – Trina Mount – die Installation vereinfachen und somit die Systemkosten erheblich senken können.

Solarserver: In welchen Märkten spielen Aufdachanlagen eine entscheidende Rolle?
Tilman Beller: Definitiv in Deutschland, Italien, Frankreich und in einer Reihe von kleineren europäischen Märkten. Natürlich auch in Japan und immer stärker in den USA.

Solarserver: Arbeitet Trina neben dem sehr eleganten Aufdachsystem auch an neuen Lösungen zur Gebäudeintegration?
Tilman Beller: Wir verfolgen auch dieses Thema, wollen aber nur mit Produkten auf den Markt kommen, die ähnlich gut durchdacht sind wie Trina Mount. Auch muss das Marktpotenzial für einen Hersteller wie Trina Solar ausreichend sein. Solarserver: Trina ist einer der fünf Top-Hersteller weltweit. Welche Rolle spielt die Marke im intensiven globalen Wettbewerb?
Tilman Beller: Eine bedeutende Rolle, vor allem für das Segment der kleineren und mittelgroßen Dachanlagen, bei dem der Privatkunde oft nur einmal im Leben eine Anlage kauft und deshalb die Kaufentscheidung oft nach Markenpräferenz trifft. Für Großanlagen, die von großen privaten oder von institutionellen Investoren finanziert werden, sind andere Kriterien wie Wirtschaftlichkeit, von Dritten geprüfte Qualität, Kapitalstärke des Lieferanten, etc. entscheidender. Zur Stärkung unserer Marke sind wir bereits als Formel 1-Sponsor aktiv. Zudem werden wir das lokale Marketing ausbauen, um unsere Marke über unsere Partner im Zielsegment privater und gewerblicher Dachmarkt bekannter zu machen.
Solarserver: Weltweit haben die Hersteller ihre Produktionskapazitäten enorm ausgebaut. Trina hat kürzlich die Gigawatt-Schwelle beim Absatz überschritten. Wo sollen künftig all die Module hin?
Tilman Beller: Nach wie vor in erster Linie nach Europa, insbesondere nach Deutschland und Italien. Durch weiter sinkende Systempreise werden aber neue Märkte wie die USA in Zukunft stärker wachsen.
Unter den Produzenten wird der Verdrängungswettbewerb härter. Wir sind aber überzeugt, dass wir weltweit gut genug aufgestellt sind, um alle zukünftigen Herausforderungen zu meistern.

Solarserver: Welche Erwartungen knüpfen Sie an den deutschen Markt im zweiten Halbjahr?
Tilman Beller: Im Dachmarkt erwarten wir ein deutliches Wachstum im Vergleich zum ersten Halbjahr, auch werden noch viele Großanlagen realisiert werden, die durch die gesunkenen Systempreise wirtschaftlich geworden sind. Im gewerblichen Dachanlagensektor erwarten wir nur eine leichte Belebung.  Insgesamt sind sechs bis sieben Gigawatt durchaus möglich.

Solarserver: Zum Abschluss ein Blick nach Italien. Bewegt sich – nachdem die Marschrichtung nun klar ist – wieder etwas, oder wird es länger dauern, bis der dortige Markt in Schwung kommt?
Tilman Beller: Man muss zwischen den verschiedenen Segmenten unterscheiden. Bei Großprojekten ist die Situation weiterhin schwierig, da es an der Zwischenfinanzierung fehlt und deshalb fast nur 100% eigenkapitalbasierte Projekte realisiert werden. Was Dachanlagen betrifft, sehen wir eine sehr gute und attraktive Regelung, die den Markt beleben wird.

Solarserver: Wie wird es in Großbritannien nach der drastischen Kürzung der Einspeisetarife für größere Anlagen weitergehen?
Tilman Beller: Die Erwartungen waren sicher höher. Aber langfristig gehen wir davon aus, dass sich auch in Großbritannien ein stabiler Markt entwickeln wird.

Solarserver: Herzlichen Dank für diese Auskünfte, Herr Beller.

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