Solar-Unternehmen senden offenen Brief an Politiker der schwarz-gelben Koalition: Keine Degradierung der Photovoltaik, Bekenntnis zum PV-Standort Deutschland

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Aus aktuellem Anlass hat sich die Initiativgruppe „Solarbetriebe Mittlerer Main-Tauber-Kreis“ gebildet und einen offenen Brief an die verantwortlichen Politiker der Regierungskoalition in Berlin geschickt. Mit dem Schreiben und in einem Pressegespräch wollen die Solar-Unternehmen, die den Brief unterzeichnet haben, zur derzeitigen Diskussion um die Solarstromvergütung Stellung beziehen.

"Nur wenn sich die Branche der Erneuerbaren Energien insgesamt mit ihren über 350 000 Beschäftigten, darunter die Solarwirtschaft mit zirka 135 000 Personen, als Großindustrie begreift, entsprechend agiert und Druck ausübt, kann es mit der Energiewende weitergehen", betont die Initiativgruppe.

Der Solarserver veröffentlicht das Dokument in seiner Rubrik "Standpunkt".

2012: UN-Jahr für „Nachhaltige Energie für alle“

Sehr geehrte Bundeskanzlerin Dr. Merkel,
sehr geehrte Minister Dr. Rösler und Dr. Röttgen,
sehr geehrte Fraktionsvorsitzende Volker Kauder und Rainer Brüderle,
sehr geehrte CSU Landesgruppenvorsitzende Gerda Hasselfeldt,
sehr geehrter Herr Abgeordneter des Wahlkreises Odenwald-Tauber Alois Gerig,

Betrifft: Keine Degradierung der Photovoltaik, Bekenntnis zum PV-Standort Deutschland.

16 Photovoltaik-Unternehmen im mittleren Main-Tauber-Kreis sind empört über die erneuten Kostendiskussionen zur Solarstromvergütung. Wir vertreten insgesamt 176 Beschäftigte aus den Bereichen Planung, Projektierung, Finanzierung, Installation, Service, Wartung und Überwachung von Solarstromanlagen. Der einseitige Blick auf die Vergütungshöhe für Solarstrom und die beinahe magische Fixierung auf die Höhe der EEG-Umlage verkennen völlig die volkswirtschaftlichen Vorteile dieser Technologie, die die Umlagekosten auf den Strompreis bei weitem überragen:

•    Arbeitsplätze für das Handwerk,
•    vermiedene Klima- und Umweltschäden,
•    kommunale und regionale Wertschöpfung,
•    Preisdämpfung an der Strombörse durch Merit-Order-Effekt,
•    vermiedene Energieimporte.

Wir halten es für äußerst unredlich, nur die Kosten der EEG-Umlage der Bevölkerung zu präsentieren und dadurch Stimmung gegen die Photovoltaik zu machen, aber auf der anderen Seite die Volkswirtschaft völlig auszublenden.

Gleichzeitig werden weitere stromintensive Betriebe von der EEG-Umlage befreit, so dass sich dadurch die EEG-Umlage zusätzlich verteuert und diese Kosten alleine die kleinen Stromverbraucher zu tragen haben. Diskutieren Sie bitte genauso intensiv die Kosten der atomar-fossilen Energien und  vor allem die hohen Subventionen, die diese nach wie vor bekommen. Demgegenüber nimmt sich die EEG-Umlage recht bescheiden aus.

Deutschland ist das Solarstrommusterland weltweit, es gilt diese Vorreiterrolle zu behaupten. Die Welt schaut auf uns, wie schnell wir die Energiewende schaffen.

Andere Staaten sitzen bereits in den Startlöchern und wollen uns auf diesem wichtigen Energiemarkt die Spitzenstellung wegnehmen. Auch die heimische PV-Industrie kommt durch diese Diskussionen unter zusätzlichen Druck, muss sie sich doch sowieso gegenüber der Konkurrenz aus Fernost ständig behaupten.

Wir sind bestürzt, wie unsensibel Sie mit den Interessen der Firmen umgehen, die mittlerweile eine Mio. PV-Anlagenbetreiber in Deutschland betreuen, dahinter stehen 135.000 Beschäftigte.

Bedenken Sie auch, dass die reinen Modulkosten bei einer PV-Anlage höchstens 60 % betragen. Hinzukommen die Kosten für die Unterkonstruktion, die Kabel und Kleinmaterialien, sowie die Lohnkosten. Diese Kostenblöcke auf der Ebene des Handwerks unterliegen keiner Degression, im Gegenteil.

Die Photovoltaik wurde immer belächelt wegen ihrer mangelnden Bedeutung. Jetzt, wo sie auf einen 5 % -Anteil an der Stromversorgung in Deutschland zusteuert, wollen Sie durch einen starren Deckel diesen „Volkswagen der Energiewende“ abwürgen. Setzen Sie sich ein für mehr Klimaschutz und mehr Erneuerbare Energien in Deutschland und bekennen Sie sich klar zur Photovoltaik als wichtiges Element der Energiewende.

Wir fordern:

•    Kein Deckel für den Zubau bei der Photovoltaik
•    Beibehaltung der Vergütungsdegressionen im EEG 2012 („atmender Deckel“)
•    Abbau klimaschädlicher Subventionen
•    Aufdeckung der wahren Kosten für die Stromerzeugung in Deutschland
•    Aufklärung über das Zustandekommen der EEG-Umlage
•    Mehr dezentrale Stromerzeugung verbunden mit Kostenersparnis beim Netzausbau

Verantwortlich für den Inhalt und Initiator

Dr. Leonhard Haaf
TAUBER-SOLAR Holding
Würzburger Str. 23
97941 Tauberbischofsheim

Die Photovoltaik-Unternehmen im mittleren Main-Tauber-Kreis als Unterzeichner dieses offenen Briefes:

Barta GmbH, 97900 Külsheim
Dach-Rudorfer GmbH 97941 Tauberbischofsheim
Elektrotechnik Ulshöfer GmbH 97922 Lauda
Energy Protect Solarsystems GmbH 97947 Grünsfeld
expert-Reinhart GmbH 97900 Külsheim
Flachdach Solar GmbH & Co. KG 97922 Lauda-Königshofen
Hass Solar – Photovoltaikanlagen 97953 Königheim-Brehmen
N-Sol GmbH 97947 Grünsfeld-Hausen
Joachim Kossowski GmbH & Co KG 97922 Lauda-Sachsenflur
Kronhofmann GdbR 97900 Külsheim
Schmitt Solar 74744 Ahorn-Buch
SolarART GmbH & Co. KG 97922 Lauda-Königshofen
SolMont 97922 Lauda-Königshofen
TAUBER-SOLAR Holding GmbH 97941 Tauberbischofsheim
Walzenbach GmbH 97953 Königheim
Wenz Elektro GmbH 97950 Großrinderfeld

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