Entwicklungszusammenarbeit: EU-Kommission unterstützt Initiative für universellen Zugang zu nachhaltiger Energie

José Manuel Barroso, Präsident der Europäischen Kommission, hat Mitte April 2012 eine neue EU-Energieinitiative angekündigt, mit der weitere 500 Millionen Menschen in Entwicklungsländern bis 2030 Zugang zu nachhaltiger Energie erhalten sollen.

Während seiner Rede auf dem EU-Gipfel „Nachhaltige Energie für alle“ in Brüssel hat der Präsident das Engagement der EU im Rahmen dieser von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon letztes Jahr ins Leben gerufenen Initiative bekanntgegeben.

EU und Mitgliedstaaten wollen zusätzliche Hilfe in Höhe von bis zu mehreren hundert Millionen Euro bereitstellen
Zu den Vorschlägen der Kommission zählt eine neue EU-Fazilität für technische Hilfe in Höhe von 50 Millionen Euro für die nächsten zwei Jahre mit der Entwicklungspartner unterstützt werden, die sich für die Teilnahme an der Initiative entscheiden. Im Rahmen der Initiative stellt die EU Fachwissen zur Verfügung und fördert damit nachhaltige Entwicklung und breitenwirksames Wachstum.
Präsident Barroso betonte auch, dass die EU und die Mitgliedsstaaten im Vorfeld der „Rio+20“‑Konferenz der Vereinten Nationen zur nachhaltigen Entwicklung im Juni versuchen werden, zusätzliche Hilfe in Höhe von bis zu mehreren hundert Millionen Euro zur Unterstützung konkreter neuer Investitionen in nachhaltige Energie für Entwicklungsländer zu mobilisieren.
Dabei werden sie mit Banken und der Privatwirtschaft zusammenarbeiten, um diesen Betrag durch eine Hebelwirkung um ein Vielfaches zu erhöhen. Als weltweit größter Geber von Entwicklungshilfe spiele die EU eine entscheidende Rolle bei den Bemühungen, der Energiearmut auf der ganzen Welt ein Ende zu bereiten, betont die Kommission.

Zugang zu Energie soll bis 2030 kein Privileg mehr sein
„Es besteht ein grundlegender Zusammenhang zwischen Energie und Entwicklung. Ohne Zugang zu Energie werden wir die Millenniumsentwicklungsziele nicht erreichen", sagte Barroso.
„Deswegen haben wir das heutige Gipfeltreffen veranstaltet – wir haben uns dem Ziel verschrieben, dafür zu sorgen, dass alle Menschen bis 2030 Zugang zu Energie erhalten. Seite an Seite mit unseren Partnern, der Privatwirtschaft und der Zivilgesellschaft setzen wir dieses Ziel in die Realität um. Mit der heutigen festen Zusage, den Entwicklungsländern dabei zu helfen, 500 Millionen Menschen bis 2030 Zugang zu Energie zu verschaffen, zeigen wir unser Engagement und hoffen, dass andere sich uns anschließen werden, um dafür zu sorgen, dass der Zugang zu Energie bis 2030 kein Privileg mehr ist, sondern ein Recht aller Menschen.“

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon: Energie rückt auf der weltweiten Entwicklungsagenda weit nach oben
UN-Generalsekretär Ban Ki-moon ergänzte: „Ich begrüße das Engagement der Europäischen Kommission zur Unterstützung der Initiative ‚Nachhaltige Energie für alle‘. Sie nimmt eine Vorreiterrolle ein, indem sie die Energie in den Mittelpunkt ihrer Entwicklungspolitik stellt und das Thema Energiezugang vorantreibt. Dadurch trägt sie dazu bei, das Thema Energie auf der weltweiten Entwicklungsagenda weit nach oben zu rücken.“
Ein Schwerpunkt der neuen EU-Initiative „Energie für die Entwicklung“ soll auch der Ausbau und die Verbesserung innovativer EU‑Finanzierungsinstrumente sein, um sicherzustellen, dass die Milliarden Euro, die diese mobilisieren, vor Ort wirklich etwas verändern. Dazu könnte beispielsweise Unterstützung zur Entwicklung öffentlich-privater Partnerschaften für den Energiezugang in Entwicklungsländern gehören oder die Einrichtung von Risikogarantieprogrammen in Entwicklungsländern mit Banken. Dies könnte möglicherweise erhebliche Investitionen mobilisieren, da die Anlagesicherheit für Investoren verbessert würde.

20% der Weltbevölkerung haben keinen Strom
Heute leben einer von fünf Menschen ohne Zugang zu Strom und zu den Möglichkeiten und der Sicherheit, die damit in den Bereichen Arbeit, Gesundheitsversorgung, Bildung und Ausbildung oder Ausübung einer Geschäftstätigkeit verbunden sind. Bis zu zwei Millionen Menschen sterben an Atemwegserkrankungen aufgrund von Luftverschmutzung von Innenräumen durch Kochen mit unreinen Brennstoffen.

UN-Initiative nachhaltige Energie für alle
Die EU ist darum bemüht, zusammen mit ihren Partnern bis 2020 moderne und nachhaltige Energiedienstleistungen für mehr als 100 Millionen Menschen in Afrika bereitzustellen (im Rahmen der Afrika-EU-Energie-Partnerschaft). Jetzt geht die EU sogar noch einen Schritt weiter und unterstützt aktiv das Ziel der Initiative „Nachhaltige Energie für alle", bis 2030 nachhaltige Energie für alle bereitzustellen.
2012 ist das Internationale Jahr der nachhaltigen Energie für alle. Die EU unterstützt die Verwirklichung der Ziele des UN-Generalsekretärs voll und ganz: universeller Zugang zu modernen Energiedienstleistungen bis 2030, Verdopplung der Geschwindigkeit, mit der die Energieeffizienz weltweit verbessert wird, und Verdopplung des Anteils an erneuerbaren Energien am globalen Energie-Mix.
Weitere Informationen (englisch):
http://www.cvent.com/events/eu-sustainable-energy-for-all-summit/event-summary-ecd2a79dca4245f281c8f1bdc9936c08.aspx
http://www.sustainableenergyforall.org/

18.04.2012 | Quelle: EU-Kommission | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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