RWI: Norddeutschland mag erneuerbare Energien, Ostdeutschland bleibt der Kohle treu

In Deutschland gibt es große regionale Unterschiede, wenn es um die Bewertung von energiepolitischen Maßnahmen und Energiequellen geht. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Auswertung des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung e.V. (RWI).

Demnach sind Photovoltaik und Windkraft vor allem im Norden beliebt, während Kohlekraftwerke in ostdeutschen Bundesländern eine relativ große Bedeutung haben.
Wie die Ergebnisse einer Befragung aus dem Jahr 2013 zeigen, wird beispielsweise der Bau neuer Stromtrassen unterschiedlich stark befürwortet. Bei dieser Maßnahme reichte die Spanne der Zustimmung von 46,5 % in Thüringen bis zu 68,4 % in Rheinland-Pfalz.
Ähnlich groß war die Spannweite in Bezug auf den Bau neuer Kohlekraftwerke. Besonders hoch war die Ablehnung mit 70 % in Rheinland-Pfalz, am niedrigsten mit 45,6 % in Sachsen. Auch die Befragten in Nordrhein-Westfalen und den anderen neuen Bundesländern waren dem Bau neuer Kohlekraftwerke weniger abgeneigt. Ein ähnliches Bild zeigte sich hinsichtlich der Bewertung von Kohle als Energiequelle.
Dies könnte damit zusammenhängen, dass Kohlekraftwerke in NRW, Sachsen und anderen ostdeutschen Bundesländern eine relativ große Bedeutung für die Stromerzeugung haben und die ostdeutschen Braunkohlereviere zudem wichtige Arbeitgeber in der Region sind. „Je mehr die Menschen mit einer Technologie vertraut sind, desto besser ist ihr Ruf“, schlussfolgert Prof. Dr. Manuel Frondel, Leiter des Kompetenzbereichs „Umwelt und Ressourcen“ des RWI.

Windkraft und Photovoltaik sind vor allem im Norden beliebt
Teil der Befragung war auch die Einstellung zu Windkraft und Photovoltaik. Die Zustimmung zur Windkraft war unter den Befragten in Hamburg (91,5 %), Niedersachsen (91,4 %), Schleswig-Holstein (91,2 %) und Bremen (90,7 %) am höchsten, Schlusslicht war mit 73,6 % Sachsen. Ein ähnliches Bild zeigte sich bei der Photovoltaik, auch diese war in Schleswig-Holstein (90,1 %), Hamburg (89 %) und Bremen (88,9 %) am beliebtesten, mit 78 % in Thüringen am unbeliebtesten.
Die Studie zeigt außerdem, dass die Sympathie für Windkraft und Photovoltaik mit zunehmendem Alter abnimmt, ebenso die Abneigung gegenüber der Kohle. Frauen standen Windkraft und Photovoltaik wesentlich positiver gegenüber als Männer, ihre Zustimmung zur Kohle war hingegen geringer.

02.09.2015 | Quelle: RWI | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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