„Grüner Strom“: Schwierigkeiten bei der Markteinführung

Die Naturstrom AG, gegründet im April 1998, sieht sich durch die großen Energieversorgungs-Unternehmen (EVU) behindert. Besonders einige EVU mit eigenem grünen Stromangebot würden den Wechsel der Kunden zur Naturstrom AG erschweren. Vertreter des jungen Unternehmens klagen, dass rund 170 zukünftige Kunden von den bisherigen EVU blockiert würden, unter anderem durch…

Die Naturstrom AG, gegründet im April 1998, sieht sich durch die großen Energieversorgungs-Unternehmen (EVU) behindert. Besonders einige EVU mit eigenem grünen Stromangebot würden den Wechsel der Kunden zur Naturstrom AG erschweren. Vertreter des jungen Unternehmens klagen, dass rund 170 zukünftige Kunden von den bisherigen EVU blockiert würden, unter anderem durch die rechtlich bedenkliche Drohung, die Stromversorgung zu unterbrechen.
Seit der Liberalisierung des Strommarktes können die Endkunden wählen: Konventionell erzeugter Strom von den etablierten Energieversorgungsunternehmen (EVU) oder „ökologisch erzeugter Naturstrom“. Der Wettbewerb für die Naturstrom AG, die nur Strom aus regenerierbaren Quellen einspeist, scheint hart, denn der Öko-Strom kostet netto acht Pfennig mehr als bei den EVU. Der neue Stromversorger will die Nutzung der erneuerbaren Energien vorantreiben und speist, entsprechend seiner Firmenphilosophie, nur Strom aus Neuanlagen ein, die unter den herrschenden Einspeisungsbedingungen noch nicht rentabel arbeiten.
Doch die kritisierten Unternehmen stellen nur eine Minderheit dar: 87 Prozent der bisherigen Energieversorger sperren sich nach Aussagen von Vertretern der Naturstrom AG nicht gegen die ökologische Alternative, ein Teil will sogar mit dem neuen Stromanbieter kooperieren.

Quellen: geospektrum 2/99. / Naturstrom AG. 27.07.1999

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