Bundesweit einmaliges Solarsiedlungsprojekt wird auf EXPO vorgestellt

Die Landesinitiative Zukunftsenergien präsentiert am 11. Oktober das Leitprojekt „50 Solarsiedlungen in NRW“ auf der EXPO. Bisher haben 19 Projekte den Status „Solarsiedlung in Planung“ erreicht. Zwei Siedlungen in Gelsenkirchen und Steinfurt werden jetzt fertig gebaut. Dr. Frank-Michael Baumann, Geschäftsführer der Landesinitiative Zukunftsenergien NRW, beansprucht für das von einer rot-grünen…

Die Landesinitiative Zukunftsenergien präsentiert am 11. Oktober das Leitprojekt „50 Solarsiedlungen in NRW“ auf der EXPO. Bisher haben 19 Projekte den Status „Solarsiedlung in Planung“ erreicht. Zwei Siedlungen in Gelsenkirchen und Steinfurt werden jetzt fertig gebaut. Dr. Frank-Michael Baumann, Geschäftsführer der Landesinitiative Zukunftsenergien NRW, beansprucht für das von einer rot-grünen Koalition regierte Land den ersten Platz unter den Bundesländern: „Nordrhein-Westfalen ist beim Bauen mit der Sonne zum Vorreiter in Deutschland geworden. Bauen mit der Sonne macht Spaß, schont die Umwelt und kann Familien bis zu 800 DM Energiekosten im Jahr ersparen.“

In Gelsenkirchen entstehen 72 Wohnungen, deren Jahresheizwärmebedarf 40 % unter der Vorgabe der Wärmschutzverodnung (WSchVO ’95) liegt. 65 % des Warmwasserbedarfs werden über solarthermische Kollektoren mit einer Fläche von 470 m² gedeckt. 40 % des benötigten Stroms soll mit Photovoltaikanlagen produziert werden. Geplante Gesamtleistung: Rund 80 kWp. 51 Wohneinheiten wurden bereits im Frühjahr 2000 fertiggestellt. Der zweite Bauabschnitt mit 21 Wohneinheiten soll zum Jahresende abgeschlossen werden. 42 von 46 Wohnungen in der Siedlung Steinfurt-Borghorst sind bereits fertiggestellt. Ein solares Nahwärmesystem (Kollektorfläche zirka 550 m²) liefert in Verbindung mit einem Langzeitspeicher (1800 m³) warmes Wasser für Dusche und Heizung.

Die Projekte belegen, dass solares Bauen auch preiswert sein kann. Die fünfköpfige Familie Jeromin bezog in der ersten Solarsiedlung des Ruhrgebiets in Gelsenkirchen-Bismarck ihr Niedrigenergiehaus. 140 Quadratmeter Wohnfläche kosteten dank Eigenarbeit und niedriger Grundstückspreise nur 450.000 Mark. Gespart wurde nicht an der Wohnqualität (sogar ein Garten war mit drin) – gespart wird bei den Heizkosten: Hier bleibt jährlich fast ein Tausender übrig. Martina Artmann-Jeromin (36) ist zufrieden: „Diese Siedlung ist ideal für Kinder und sie ist ein wichtiges Signal für die Zukunft. Die Umweltschonung ist vorbildlich und wir verbrauchen viel weniger Energie. Letztes Jahr wohnten wir noch in einer Altbauwohnung und mußten im Winter jeden Tag kräftig heizen. Jetzt läuft die Heizung selbst an kalten Tagen selten, weil die Wärmedämmung so gut ist.“

Für die Entwicklung und Markteinführung neuer Energietechnologien hat die Landesregierung NRW seit 1988 mehr als 800 Millionen DM aufgewendet. Damit wurden rund 40.000 Projekte gefördert. Die staatliche Förderung zog weitere Investitionen von rund vier Milliarden DM nach sich. Neben der Solartechnologie, Wind- und Wasserenergiegewinnung wird in Nordrhein-Westfalen auch die Modernisierung von Kohlekraftwerken gefördert. Klassische und innovative Energien sollen ein zukunftsfähiges NRW im Herzen Europas schaffen.

Weitere Infomationen: http://www.energieland.nrw.de

Quelle: Landesinitiative Zukunftsenergien NRW, 02.10.2000.

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