Sonne statt Öl: Verbände melden sich zu Wort

Nach der Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft nimmt nun auch der Deutsche Fachverband Solarenergie e.V. Stellung zur Entwicklung des Ölpreises: Nicht die Ökosteuer, sondern die abnehmenden Öl- und Gasreserven seien die Ursache für die Preissteigerungen. Wie die Unternehmensvereinigung hält der Fachverband eine Aussetzung der Ökosteuer für falsch. Die Steuer erhöhe den Benzinpreis nur…

Nach der Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft nimmt nun auch der Deutsche Fachverband Solarenergie e.V. Stellung zur Entwicklung des Ölpreises: Nicht die Ökosteuer, sondern die abnehmenden Öl- und Gasreserven seien die Ursache für die Preissteigerungen. Wie die Unternehmensvereinigung hält der Fachverband eine Aussetzung der Ökosteuer für falsch. Die Steuer erhöhe den Benzinpreis nur um 3%, zeige jedoch schon erste Wirkungen: Trotz steigender Beschäftigung und Wirtschaftswachstum sei der Primärenergieverbrauch seit Anfang 1999 um mehr als 2,5% gesunken.

Die kontraproduktive Ökosteuer-Kampagne der CDU lenke, so der Freiburger Fachverband, nur von der Importabhängigkeit der Bundesrepublik ab. Gerade diese Abhängigkeit müsse aber reduziert, Energeieinsparungen und die Nutzung erneuerbarer Energien vorangebracht werden. Schon heute könnte jeder Haushalt einen Großteil des Warmwasserbedarfs mit Sonnenenergie decken. Einen wichtigen Beitrag zur Unabhängigkeit von Importen fossiler Energieträger leisteten thermische Solaranlagen zur Heizungsunterstützung: Sie senken den Öl und Gasverbaruch um 10 bis 25 %. Wird bei der Installation der Solarwärmeanlage gleichzeigtig der alte Heizkessel ersetzt, kann der Ölverbauch fast halbiert werden.

Für die Solarförderung der Bundesregierung findet der DFS nur lobende Worte. Rot-Grün belohne vernünftiges Verhalten mit einem Zuschuss. Die verstärkte Förderung der Solarthermie komme bei den Hausbesitzern gut an. Über 45.000 neue Anträge seien seit Anfang des Jahres gestellt worden. „Je intensiver wir die erneuerbaren Energien jetzt voranbringen, desto ruhiger können wir zukünftigen Ölkrisen entgegensehen,“ blickt Olaf Fleck, Vorsitzender des Solarbranchenverbandes, in die Zukunft. „Und die Umwelt wird zusätzlich entlastet. Die Bundesregierung hat mit ihren Solarförderprogrammen bereits den ersten Schritt getan, denn der Zuschuß erleichtert die Investition in eine Solaranlage. Zusätzlich sollte sie die derzeitige Ölpreiskrise zum Anlaß nehmen, ihre Aktivitäten zu verstärken“, fordert der DFS-Vorsitzende. Die Solarindustrie stehe bereit, ihre Produkte noch schneller zu liefern und neue Anwendungsfelder zu entwickeln.“

Einen ersten Erfolg meldet die Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft: Der Ökobonus in der Eigenheimzulage soll verlängert werden. Die UVS beruft sich auf Informationen aus dem Bundestag, denen zufolge die Ökozulage im Rahmen des Eigenheimzulagengesetzes für mindestens ein Jahr verlängert werden soll. Die Koalitionsfraktionen hätten hierüber Übereinkunft erzielt. Sie würden in der nächsten oder übernächsten Sitzungswoche einen entsprechenden Antrag in den Bundestag einbringen. Auch der Bundesrat würde dieser Maßnahme mit großer Wahrscheinlichkeit zustimmen.

Quellen: Deutscher Fachverband Solarenergie e.V., Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft, e.V., 20.09.2000

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