Raumstation entfaltet Sonnensegel

Die Astronauten der Raumfähre Endeavour haben in der vergangenen Nacht das zweite Sonnensegel der Internationalen Raumstation ISS installiert.Der riesige Flügel sei von computergesteuerten Robotern noch langsamer als das erste Sonnensegel ausgebreitet worden, meldet die US-Raumfahrtbehörde NASA. Nach einer kleinen Panne am Sonntag – das erste Sonnensegel konnte zwar entfaltet werden,…

Die Astronauten der Raumfähre Endeavour haben in der vergangenen Nacht das zweite Sonnensegel der Internationalen Raumstation ISS installiert.
Der riesige Flügel sei von computergesteuerten Robotern noch langsamer als das erste Sonnensegel ausgebreitet worden, meldet die US-Raumfahrtbehörde NASA. Nach einer kleinen Panne am Sonntag – das erste Sonnensegel konnte zwar entfaltet werden, wurde aber nicht ganz straff – ist nun das wichtigste Vorhaben der Endeavour-Besatzung geglückt.

Die Sonnensegel werden die Crew unter Kommandant Bill Shepherd mit zusätzlicher Energie für die geplanten wissenschaftlichen Experimente versorgen. „Wenn die Sonnensegel vollständig entfaltet sind, erzeugen sie soviel Energie, wie 15 durchschnittliche Haushalte auf der Erde verbrauchen“, erläutert W. Michael Hawes, stellvertretender Entwicklungsleiter im NASA Hauptquartier. „Man kann dann den leuchtendsten neuen Stern am Himmel sehen – nur der Mond und der Sirius sind heller.“ Wann und wo die ISS beobachtet werden kann ist auf den Webseiten der NASA zu erfahren: http://spaceflight.nasa.gov/realdata/tracking/ und http://spaceflight.nasa.gov/realdata/sightings/index.html

Das Sonnensegel ist das Ergebnis europäischer Forschungskooperation: Die Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DLR), die Europäische Weltraumorganisation ESA und die INVENT GmbH als industrieller Partner entwickelten gemeinsam diesen treibstofflosen Satellitenantrieb durch Lichtdruck. Ermöglicht wird ein solcher Antrieb für Raumfahrzeuge durch Reflexion des Sonnenlichts an einem Sonnensegel in Ultraleichtbauweise. Die visionäre Idee des Sonnensegelns im Weltraum an sich ist relativ alt: Dieses Prinzip wurde bereits in den 20er Jahren von dem russischen Raumfahrt-Pionier Konstantin Ziolkowski sowie vom deutschen Ingenieur Hermann Oberth vorgeschlagen. Doch die Realisierung geeigneter und sinnvoller Segelgrößen ist erst heute durch signifikante Fortschritte bei entfaltbaren Strukturen sowie durch Entwicklungen im Bereich miniaturisierter Subsysteme und Nutzlasten möglich. Um den Lichtdruck, basierend auf der Impulsübertragung der Photonen auf das verspiegelte Segel, effizient nutzen zu können, ist eine extreme Leichtbauweise erforderlich.

Quellen: DLR, NASA, 04.12.2000.

Schließen