Umweltverbände: Bonner Ergebnis ist „Kyoto light“

Die Stellungnahmen der deutschen Umweltverbände zur Einigung der Weltklimakonferenz reichen von der Erleichterung über das erzielte Ergebnis bis hin zur Skepsis bezüglich der erreichbaren Effekte.   „Auch wenn die jetzige Vereinbarung nur Kyoto light ist – das Pokern um das Weltklima ist erst einmal geglückt. Der Konsens ist ein historischer…

Die Stellungnahmen der deutschen Umweltverbände zur Einigung der Weltklimakonferenz reichen von der Erleichterung über das erzielte Ergebnis bis hin zur Skepsis bezüglich der erreichbaren Effekte.   „Auch wenn die jetzige Vereinbarung nur Kyoto light ist – das Pokern um das Weltklima ist erst einmal geglückt. Der Konsens ist ein historischer Schritt, mit dem ein neues Kapitel beim internationalen Klimaschutz aufgeschlagen wird. Damit ist ein wichtiges Fundament gefunden, auf dem rasch effektive Maßnahmen zum Schutz des Weltklimas aufgebaut werden müssen“, urteilte Karsten Smid, Klimaexperte von Greenpeace Deutschland.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zeigte sich erleichtert, dass die USA den globalen Klimaschutz nicht blockieren konnten. Der heute in Bonn verabschiedete Kompromiss sei ein erster, aber leider unzureichender Schritt beim internationalen Klimaschutz. Die Reduktionsziele von Kyoto seien extrem verringert worden, so dass lediglich der Anstieg der Treibhausgasemissionen gebremst werden könne. Der dramatische Klimawandel werde so nicht abgewendet.

Auch in den Medien wurde die Übereinkunft der 178 beteiligten Staaten zwiespältig bewertet: Die Berliner „tageszeitung“ (taz) beispielsweise kritisierte die Bonner Entscheidung in ökologischer Hinsicht als völlig unzulänglich, bezeichnete den Verhandlungserfolg aber wegen seiner Bedeutung für die zwischenstaatlichen Beziehungen als grandiosen Erfolg. Da die Bonner Entscheidung tiefgreifende ökonomische Veränderungen erforderlich mache, handle es sich fast um ein Wirtschaftsabkommen. Dass diese Kraftanstrengung – auch gegen die USA – gelungen sei, grenzt für die taz an ein Wunder.

25.07.2001   Quelle: Greenpeace Deutschland, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, taz, medien-zentrum.de

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