Deutschland will Etat für Solarforschung kürzen, Japan erhöht um 90 Millionen Mark

Der Solarstandort Deutschland könnte gegenüber Japan entscheidend ins Hintertreffen geraten. Das befürchtet die Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft (UVS) angesichts drohender Streichungen der rot-grünen Bundesregierung im Solarforschungsetat.   Gleichzeitig habe die Regierung des Photovoltaik-Weltmarktführers Japan die Mittel für Solar-Forschung um 90 Millionen auf 230 Millionen Mark gesteigert, berichtet die UVS. Die Bundesregierung hingegen…

Der Solarstandort Deutschland könnte gegenüber Japan entscheidend ins Hintertreffen geraten. Das befürchtet die Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft (UVS) angesichts drohender Streichungen der rot-grünen Bundesregierung im Solarforschungsetat.   Gleichzeitig habe die Regierung des Photovoltaik-Weltmarktführers Japan die Mittel für Solar-Forschung um 90 Millionen auf 230 Millionen Mark gesteigert, berichtet die UVS. Die Bundesregierung hingegen beabsichtige, die Gelder für die Erforschung der Solarenergie im nächsten Jahr um rund 36 Millionen Mark auf 55 Millionen zu kürzen. Am Freitag, den 16.11.2001, wird der Haushaltsausschuss des Bundestages über die anstehenden Kürzungen entscheiden.
Sollten die Streichungen Bestand haben, stünden zahlreiche Forschungsprojekte vor dem Aus. „Die meist kleinen und mittelständischen Unternehmen der Solarbranche sind nicht in der Lage, die Grundlagenforschung alleine zu finanzieren“, erklärte UVS-Geschäftsführer Carsten Körnig. Die Konkurrenzfähigkeit deutscher Solarprodukte werde dadurch gefährdet. Zudem drohe der Industrie in naher Zukunft ein Fachkräftemangel. Bislang hätten viele Firmen auf das Know-how von Mitarbeitern zurückgegriffen, die zuvor in den Forschungsinstituten beschäftigt waren. Deutschland, das sich laut UVS in den letzten Jahren im Bereich der Dünnschichttechnologie eine Spitzenposition erarbeitet hat, gefährde die „Eintrittskarte“ in einen der weltweit größten Zukunftsmärkte, mahnt Körnig. Auch Projekte in der Forschung zur Siliziumproduktion seien angesichts der Kürzungspläne gefährdet. Eine kürzlich veröffentlichte Greenpeace-Studie prognostiziere der Photovoltaik-Industrie jährliche Wachstumsraten zwischen 27 und 34 Prozent und 2,3 Millionen Arbeitsplätze weltweit, erinnert der Geschäftsführer der Unternehmensvereinigung.

14.11.2001   Quelle: UVS

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