Sonneneinstrahlung kein Grund für Süd-Nord-Gefälle bei Solarwärmeanlagen

Weder die vermeintlich zu geringe Sonneneinstrahlung in Norddeutschland noch nennenswerte Unterschiede in der Wohnungsstruktur sind objektive Gründe dafür, dass thermische Solaranlagen im Süden der Republik stärker verbreitet sind als im Norden. Was dort fehlt, ist nach Einschätzung der Kampagne „Solar-na-klar!“ eine aktive Solarszene – und mehr Vertrauen in das nordische…

Weder die vermeintlich zu geringe Sonneneinstrahlung in Norddeutschland noch nennenswerte Unterschiede in der Wohnungsstruktur sind objektive Gründe dafür, dass thermische Solaranlagen im Süden der Republik stärker verbreitet sind als im Norden. Was dort fehlt, ist nach Einschätzung der Kampagne „Solar-na-klar!“ eine aktive Solarszene – und mehr Vertrauen in das nordische Wetter.  Die Nachfrage nach Solarwärmeanlagen wächst seit Anfang 2000 um nahezu 50 Prozent pro Jahr. Der Jahresumsatz der Branche liegt bei über einer Milliarde Mark, rund 60 Prozent davon werden allein in Bayern und Baden-Württemberg erzielt.
In diesen beiden Bundesländern lebt rund ein Viertel der Bevölkerung Deutschlands. Die Förderanträge an das zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) kommen jedoch zu rund 60 Prozent aus Bayern und Baden-Württemberg. Bezogen auf 1000 Einwohner sind im Zeitraum September 1999 bis Mitte 2001 über 4,7 Anträge aus Bayern eingegangen, jedoch nur etwas weniger als 0,7 aus Schleswig-Holstein.

Laut Statistik lacht die Sonne nicht nur über Baden und Bayern: Auch vermeintlich „klassische“ Regen-Reviere wie Hamburg erhalten ausreichend Sonne, um den Betrieb von Solarwärmeanlagen zu ermöglichen, betont „Solar-na-klar!“. In Hamburg summiere sich die auf eine horizontale Fläche treffende Sonnenenergie auf rund 946 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr, in Stuttgart auf 1105. Dieser Unterschied sei sehr gering und kein Grund für das ausgeprägte Süd-Nord-Gefälle. Das gilt, so die Kampagne, auch für die Wohnungsstruktur: Thermische Solaranlagen werden zu über 90 Prozent auf Ein- und Zweifamilienhäusern installiert. In Deutschland gibt es davon 13,6 Millionen. Auf 1.000 Einwohner kommen also rund etwa 165 Häuser. In Schleswig-Holstein gibt es 214, in Bayern jedoch nur 189 Häuser pro Eintausend Einwohner. Dies ist demnach ebenfalls kein Grund für die deutlich geringere Nachfrage in Norddeutschland. „In der seit über 20 Jahren gewachsenen und sehr aktiven Solarszene im süddeutschen Raum sehen wir einen wesentlichen Faktor für das Süd-Nord-Gefälle. Auch psychologische Faktoren spielen eine entscheidende Rolle. Das Vertrauen in die Kraft der Sonne ist im Süden einfach noch größer. Und je öfter man Anlagen auf Hausdächern sieht, desto stärker rückt die Solarwärme ins Bewusstsein“, bewertet Kampagnenleiter Prof. Dr. Maximilian Gege die Unterschiede in der thermischen Nutzung der Sonnenenergie. „Wir möchten mit „Solar – na klar!“ dazu beitragen, dass die Solaranlage auf dem Dach zur Selbstverständlichkeit wird.“

21.11.2001   Quelle: Solar-na-klar!

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