Solar World Challenge: Solarmobil „Nuna“ siegt im Härtetest

Seit dem 18. November 2001 waren 38 Mannschaften aus 11 Ländern mit ihren Solarmobilen auf australischen Fernstraßen unterwegs. Rund 3000 Kilometer mussten die in Darwin gestarteten, nur mit dem Licht der Sonne angetriebenen Fahrzeuge, quer durch den Kontinent zurücklegen. Der diesjährige Sieger heißt „Nuna“:   Das Fahrzeug des holländischen Alpha-Centauri-Teams…

Seit dem 18. November 2001 waren 38 Mannschaften aus 11 Ländern mit ihren Solarmobilen auf australischen Fernstraßen unterwegs. Rund 3000 Kilometer mussten die in Darwin gestarteten, nur mit dem Licht der Sonne angetriebenen Fahrzeuge, quer durch den Kontinent zurücklegen. Der diesjährige Sieger heißt „Nuna“:   Das Fahrzeug des holländischen Alpha-Centauri-Teams legte die Strecke von Darwin nach Adelaide in 32 Stunden und 39 Minuten zurück und erreichte eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 92 Kilometern pro Stunde. Australien mit dem Solarmobil „Aurora“ belegt mit nur 35 Minuten Abstand den zweiten Platz. Am kommenden Sonntag (25.11.) werden alle Solarmobile an einem Corso zum Ende der „Solar Odyssey 2001“ in Adelaide teilnehmen. Dort findet vom 24. bis 30. November der Weltkongress der Internationalen Sonnenenergie-Gesellschaft (ISES) statt.

Das diesjährige Rennen, die „6th World Solar Challenge“, war ein international beachtetes Motorsportereignis mit ganz eigenem Charakter: Im Gegensatz zur Formel 1 zählten nicht die Pferdestärken und Piloten, sondern die effiziente Nutzung des kostenlosen „Treibstoffs“ von der Sonne. Die Elektromotoren der Solar-Rennfahrzeuge benötigen im Durchschnitt nur so viel Energie wie ein Toaster oder Haartrockner. Die leisen und leichten Konstruktionen sind eine rollende Demonstration modernster Solartechnik. Um die Sonnenstrahlung optimal zu nutzen werden Solarzellen mit maximalem Wirkungsgrad eingesetzt: Bis zu 25 % davon wandeln die auf den Fahrzeugen angebrachten Module mit Flächen von bis zu 8 Quadratmetern um.

Jedes Team, darunter Automobilhersteller, Forschungseinrichtungen und Universitäten, betreut ein technisches Meisterwerk. Die eingesetzten Photovoltaik-Zellen, Batterien und Schaltungselemente wie auch die Antriebstechnik und Werkstoffe sind High-Tech vom Feinsten. So stammt beispielsweise ein großer Teil der Ausrüstung für den 250 Kilogramm „schweren“ Rennwagen „Nuna“ aus der Raumfahrt-Technologie. Die europäische Raumfahrtorganisation ESA hat ihn mit höchst effektiven Galliumarsenid-Solarzellen (GaAs-Zellen) ausgestattet, die eine Spannung von 100 Volt liefern und die Leistungsobergrenze für die Antriebsaggregate von 5 Kilowattstunden ausreizen. Das Tragegerüst aus Kohlenstoff-Fasern wiegt gerade mal 18 Kilogramm; die windschlüpfrige Karosserie wurde am Computer entworfen. So sind mit Sonnenkraft Spitzengeschwindigkeiten von über 150 Stundenkilometern möglich – allerdings nicht bei diesem Rennen, denn auf australischen Straßen gelten Geschwindigkeitsbeschränkungen und der sparsame Umgang mit der gespeicherten Sonnenenergie erhöht die Reichweite.

Eine Videosequenz, die „Nuna“ in Fahrt zeigt, kann als „Streaming-Video“ auf den Internetseiten der ESA betrachtet werden: http://www.esa.int/export/esaCP/ESAXXA8VTTC_FeatureWeek_0.html.
Künftige Solarmobil-Piloten haben unter der Adresse http://wsc.pv.unsw.edu.au/ Gelegenheit, ihr eigenes Fahrzeug zu entwerfen und ein virtuelles Rennen quer durch Australien zu fahren.

Die vollständigen Ergebnisse, Informationen zur Geschichte des Rennens, Bildgalerien und ein Tour-Tagebuch finden sich auf der offiziellen Website zur Solar World Challenge: http://www.wsc.org.au/index.solar

23.11.2001   Quelle: ISES, ESA, World Solar Challenge

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