Brennstoffzelle als Hoffnungsträger und Herausforderung

Der Brennstoffzelle als Teil einer effizienten und Ressourcen schonenden Energieversorgung wird weltweit eine wachsende Bedeutung zugeschrieben. Ihre Grundlagen, der Entwicklungsstand und die Potenziale der Brennstoffzellen-Anlagentechnik waren Gegenstand des 3. Brennstoffzellen-Symposiums in Wuppertal.  Geladen hatte die Energieagentur Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit der Technischen Akademie Wuppertal und dem Kompetenz-Netzwerk Brennstoffzelle NRW. Dr. Norbert…

Der Brennstoffzelle als Teil einer effizienten und Ressourcen schonenden Energieversorgung wird weltweit eine wachsende Bedeutung zugeschrieben. Ihre Grundlagen, der Entwicklungsstand und die Potenziale der Brennstoffzellen-Anlagentechnik waren Gegenstand des 3. Brennstoffzellen-Symposiums in Wuppertal.  Geladen hatte die Energieagentur Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit der Technischen Akademie Wuppertal und dem Kompetenz-Netzwerk Brennstoffzelle NRW. Dr. Norbert Hüttenhölscher, Leiter der Energieagentur NRW, zog eine erste Bilanz: „Wer auf neue Energien als Geldanlage setzt, braucht gute Nerven, darf sich am Ende aber langfristig zu den Gewinnern zählen. Die Brennstoffzelle ist ein wichtiger Hoffnungsträger, die Markteinführung aber eine echte Herausforderung.“

Die Experten waren sich einig, dass die Brennstoffzelle technisch ausgereift sei. Vor zu großen Erwartungen wurde jedoch gewarnt: „In der Hausenergieversorgung stehen wir mit der Brennstoffzelle erst bei der Felderprobung von Prototypen“, erklärte Kai Klinder von der Vaillant GmbH. „Nicht alle Ankündigungen der vergangenen Jahre sind auch zu halten.“ Weltweit gebe es noch keine Brennstoffzelle in der Hausenergieversorgung, die bereits Serienreife besitzt. Klinder: „Das wird wahrscheinlich nicht vor 2005 der Fall sein.“

Vorsichtig gab sich Dr. Falko Mahlendorf von der Mercator-Universität Duisburg. „Die Autoindustrie rudert mittlerweile zurück.“ Statt wie angekündigt 2004 werde der Serien-Pkw mit Membran-Brennstoffzelle nicht vor 2010 über die Straßen rollen. Grund seien allerdings nicht unausgereifte Techniken, sondern die Kosten. Allein die 50-kW-Zelle für einen Autoantrieb würde noch immer 500.000 Mark kosten. Mahlendorf: „Die Brennstoffzelle kommt. Daran führt kein Weg vorbei. Erst in der Hausenergieversorgung, dann im Auto.“

Die Wirtschaftlichkeit und somit die Zukunft der Brennstoffzelle sei allerdings abhängig von öffentlichen Fördergeldern, führte Prof. Bernd Höhlein vom Forschungszentrum Jülich aus: „Brennstoffzellen stehen unter Kostendruck und benötigen Technologieförderung. Schnelle Erwartungen schaden der Entwicklung. Notwendig sind langfristige Planungs- und Förderhorizonte“. Die Voraussetzungen seien in Deutschland indes noch nicht optimal. Zwischen 2001 und 2003 werde die Brennstoffzellen-Technik vom Bundeswirtschaftsministerium mit 30 Millionen Euro gefördert. Im gleichen Zeitraum würden in Japan umgerechnet 70 Millionen Euro und in den USA 120 Millionen Euro für die Brennstoffzelle ausgegeben.

29.11.2001   Quelle: Energieagentur NRW

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