EU will Mittel zur Erforschung erneuerbarer Energien kürzen

Das Europäische Parlament beabsichtigt, die finanzielle Förderung der Erforschung erneuerbarer Energien in den kommenden Jahren drastisch zu reduzieren. Gleichzeitig sollen die Mittel für Nuklearforschung deutlich aufgestockt werden.   Das berichten der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) und die Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft e.V. (UVS). Beide fordern die umgehende Streichung der Kürzungspläne. Der Parlamentsbeschluss…

Das Europäische Parlament beabsichtigt, die finanzielle Förderung der Erforschung erneuerbarer Energien in den kommenden Jahren drastisch zu reduzieren. Gleichzeitig sollen die Mittel für Nuklearforschung deutlich aufgestockt werden.   Das berichten der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) und die Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft e.V. (UVS). Beide fordern die umgehende Streichung der Kürzungspläne. Der Parlamentsbeschluss sieht vor, die Mittel des 6. Forschungsrahmenprogramms (2002-2006) für nicht-nukleare Energieforschung im Vergleich zu seinem Vorgänger um 342 Millionen Euro zu kürzen. Die Mittel für die Atomforschung (EURATOM) sollen gleichzeitig um 70 Millionen Euro erhöht werden. Der Rat der Europäischen Union (Ministerrat) wird am 10. Dezember voraussichtlich abschließend über die zukünftige Mittelverteilung bei der Energieforschung entscheiden.

Die jüngsten Pläne der EU führten zu einer Bevorzugung der Atomenergie, kritisiert der BEE. Würden diese Vorgaben umgesetzt, lägen die Mittel der EURATOM mit 1.330 Millionen Euro fast doppelt so hoch, wie die 700 Millionen, die das Europäische Parlament für die Erforschung aller erneuerbaren Energien, Energiespartechnologie, Brennstoffzellen- und Wasserstoff-Forschung sowie die Forschung über fossile Kraftwerke zur Verfügung stellen wolle.

„Ein falsches Signal an die Wirtschaft, ein gravierender Innovationshemmer und eine Bremse für den Klimaschutz!“, kommentiert Carsten Körnig, Geschäftsführer der Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft e.V. (UVS), den Beschluss des EU-Parlaments. Körnig fordert, die Einführung sicherer und sauberer Energien dürfe nicht länger blockiert werden. Statt die erneuerbaren Energien stärker zu fördern, unterstütze das Europäische Parlament die Kernfusion, kritisiert der BEE. Deren Beitrag zur Energieversorgung sei ungewiss und könne frühestens in 50 Jahren zum Einsatz kommen. Zudem sei unklar, welche Risiken mit der Nutzung dieser Technik verbunden sind. Techniken zur Nutzung erneuerbarer Energien seien hingegen schon heute nutzbar, nahe an der Marktreife und böten erhebliche Potenziale für die Sicherung der Energieversorgung sowie den Umwelt- und Klimaschutz. In Europa trage Energie aus Wasser, Wind, Biomasse und von der Sonne bereits etwa sechs Prozent zur Energieerzeugung bei. Allein in Deutschland läge der Gesamtumsatz der Branche im Jahr 2000 bereits bei rund 12,6 Milliarden Mark. 120.000 Arbeitsplätze hingen hierzulande an der Nutzung eneuerbarer Energien.

Die solaren Unternehmensverbände fordern Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn auf, sich im Ministerrat mit Nachdruck für eine Erhöhung der Mittel für erneuerbare Energien einzusetzen. Sie bekomme dabei Rückendeckung aus Berlin: Der Deutsche Bundestag hatte die Bundesregierung aufgefordert, sich unter anderem dafür einzusetzen, dass die Mittel für die europäische Atomforschung gesenkt, die Forschung für neue Reaktorlinien eingestellt, und deutlich mehr Mittel für erneuerbare Energien und Energieeffizienz ausgegeben werden.

04.12.2001   Quelle: BEE, UVS

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