Strompreis: Bundesverband Erneuerbare Energien kritisiert Elektrizitätswirtschaft

Die im Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) zusammengeschlossenen Wirtschaftsverbände fürchten, dass die Strombranche im kommenden Jahr die Gesetze zur Förderung regenerativer Energien als Vorwand für unbegründete Preiserhöhungen benutzen könnte.  Der Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) habe in der vorletzten Dezemberwoche seinen Mitgliedsunternehmen eine weitere Preiserhöhung um rund 6 % nahegelegt und stifte…

Die im Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) zusammengeschlossenen Wirtschaftsverbände fürchten, dass die Strombranche im kommenden Jahr die Gesetze zur Förderung regenerativer Energien als Vorwand für unbegründete Preiserhöhungen benutzen könnte.  Der Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) habe in der vorletzten Dezemberwoche seinen Mitgliedsunternehmen eine weitere Preiserhöhung um rund 6 % nahegelegt und stifte die Stromversorger zu unbegründeten Preissteigerungen an. „Klimaschutz ist nicht zum Nulltarif zu haben, führt jedoch keinesfalls zu untragbaren Kostensprüngen. Mit überhöhten Preisforderungen will die Elektrizitätswirtschaft dem Image erneuerbarer Energien bewusst schaden“, so BEE-Präsident Johannes Lackmann.

Der VDEW rechnet ab Januar 2002 mit durch die Ökosteuer bedingten Mehrkosten für die Haushalte von 1,79 (2001: 1,53) Eurocent je Kilowattstunde. Zusätzlich würden die Belastungen durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) schätzungsweise um rund 25 Prozent und durch das geplante Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz um etwa 17 Prozent steigen, meldet der Verband der Elektrizitätswirtschaft. Auf alle Beträge erhebe der Staat nochmals 16 Prozent Mehrwertsteuer.

Der BEE und die Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft e.V. werfen dem VDEW vor, er begründe seinen Aufruf zu drastischen Strompreiserhöhungen mit falschen Zahlen: Eine Studie der Aachener Ingenieurgesellschaft BET vom Mai 2001 belege, dass die beiden Fördergesetze sich im Jahr 2002 nur mit Mehrkosten von 0,19 Eurocent pro Kilowattstunde auf die Preise für die Stromkunden auswirken würden. Falsche Vorgaben des VDEW hätten bereits im Jahr 2000 zu Preiserhöhungen um durchschnittlich 1,2 Pf geführt. Die deutschen Stromverbraucher seien allein in diesem Jahr durch unsachgemäße Preisberechnungen mit rund 2 Milliarden Euro zuviel belastet worden.

02.01.2002   Quelle: BEE, UVS, VDEW

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