Solar-Export: Unternehmen fordern mehr Unterstützung

Der vom Fraunhofer ISE, Freiburg, koordinierte »Club zur ländlichen Elektrifizierung (CLE) fordert von der Bundesregierung finanzielle Mittel zur Erschließung und Entwicklung von Märkten in Schwellen- und Entwicklungsländern.  Einen ersten Anlauf zur Verbesserung der Exportsituation habe die Bundesregierung mit der Initiierung des bei der Deutschen Energieagentur DENA angesiedelten Exportrates unternommen, heißt…

Der vom Fraunhofer ISE, Freiburg, koordinierte »Club zur ländlichen Elektrifizierung (CLE) fordert von der Bundesregierung finanzielle Mittel zur Erschließung und Entwicklung von Märkten in Schwellen- und Entwicklungsländern.  Einen ersten Anlauf zur Verbesserung der Exportsituation habe die Bundesregierung mit der Initiierung des bei der Deutschen Energieagentur DENA angesiedelten Exportrates unternommen, heißt es in einer Pressemitteilung des CLE. Ziel des Exportrates ist es vor allem, die Aktivitäten der verschiedenen staatlichen Organisationen und Ministerien zu bündeln und damit konzertierte Aktionen zu ermöglichen. Allerdings sei der Exportrat nicht mit eigenen finanziellen Mitteln zur Entwicklung der Märkte ausgerüstet. Der CLE fordert deshalb neben der Vereinfachung bestehender Verfahren und der geeigneten Bündelung bestehender Programme vor allem aktive Unterstützung durch Bereitstellung zusätzlicher Gelder.

Zudem müsse eine differenzierte Betrachtung der Märkte für erneuerbare Energie stattfinden. Märkte der ländlichen Elektrifizierung seien kleinteilige Märkte mit vielen Einzelanlagen und verlangten gänzlich andere Instrumente als z.B. große Windkraftanlagen. Der Interessenverband schlägt zahlreiche exportfördernde Maßnahmen vor: Dazu zählen unter anderem die verstärkte personelle Präsenz in internationalen Organisationen und Ministerien der Zielländer sowie konzertierte Aktionen für die Demonstration deutscher Qualitätsprodukte. Ebenso die Schaffung geeigneter Strukturen für Kapitalbereitstellung und Bürgschaften sowie die Unterstützung bei der Durchführung von technischen Seminaren zur Ausbildung von Ingenieuren, Technikern und Entscheidungsträgern in den Zielländern.

Rund zwei Milliarden Menschen haben keinen Zugang zum Stromnetz. Ländliche Elektrifizierung ist ein wichtiges Strategieelement zur Entwicklung des ländlichen Raums in Entwicklungsländern. Angepasste Konzepte und Technologen für die dezentrale Stromversorgung können als Schlüssel zur Bekämpfung von Armut, Krankheiten, Bevölkerungswachstum und Landflucht fungieren, erklärt der CLE. »Photovoltaik und andere erneuerbare Energien spielen dabei eine zentrale Rolle, weil sie in kleinen, verteilten Einheiten die wirtschaftlichste Alternative darstellen«, so Prof. Joachim Luther, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE. Aus energie- und entwicklungspolitischer Sicht sind die Länder der Dritten Welt natürliche und nachhaltige Märkte. Da Märkte sich nicht von alleine entwickeln, haben sich im 15 vor allem kleine und mittelständische Unternehmen im CLE zusammengeschlossen, um gemeinsam die Erschließung dieser interessanten Zielmärkte für die deutsche Wirtschaft voranzutreiben.

Ein wesentliches Strategieelement ist für den CLE die Schaffung von Randbedingungen durch den Staat, die es deutschen Unternehmen ermöglichen sollen, im Wettbewerb mit anderen europäischen, amerikanischen oder asiatischen Firmen zu bestehen. In nahezu allen Ländern gebe es erhebliche direkte und indirekte politische und finanzielle Unterstützung zur Eroberung der Märkte in Schwellen- und Entwicklungsländern. Deutsche Firmen könnten hingegen bisher kaum auf Unterstützung zurückgreifen, während es gleichzeitig häufig geschehe, dass mit Hilfe deutscher Entwicklungshilfegelder ausländische Konkurrentenunterstützt werden.

17.07.2002   Quelle: CLE

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