Sunways-Forschung will Kosten für Solarzellen senken

Die Konstanzer Sunways AG hat sich für ein weiteres Forschungsprojekt qualifiziert. Ziel ist es, die Kosten der Solarzellenproduktion zu senken und durch verbesserte Ästhetik neue Märkte zu öffnen.  Für das Projekt „PROKON“ wird das Unternehmen Forschungsmittel vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWI) erhalten, berichtet die Sunways AG in einer…

Die Konstanzer Sunways AG hat sich für ein weiteres Forschungsprojekt qualifiziert. Ziel ist es, die Kosten der Solarzellenproduktion zu senken und durch verbesserte Ästhetik neue Märkte zu öffnen.  Für das Projekt „PROKON“ wird das Unternehmen Forschungsmittel vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWI) erhalten, berichtet die Sunways AG in einer Pressemitteilung.

In das Forschungsvorhaben PROKON (Arbeitstitel für „Entwicklung von PROduktionstechniken zur industriellen Herstellung und Verschaltung innovativer, kostengünstiger RückKONtaktsolarzellen aus kristallinem Silizium“) bringt die Sunways AG ihre Kernkompetenz in der Produktion der weltweit einzigen transparenten Solarzelle auf der Basis von kristallinem Silizium ein: die Technologie des mechanischen Strukturierungsverfahrens von Siliziumwafern. Mit diesem patentierten Verfahren wird das Ausgangsmaterial, der so genannte Siliziumwafer, mit einer mikroskopisch feinen Lochstruktur versehen, welche die Solarzelle lichtdurchlässig macht. Dadurch kann Tageslicht in das Innere von Gebäuden gelangen, deren Fassade oder Dach mit einer Photovoltaikanlage bestückt ist.

Das Know-how in dieser speziellen Fertigungsweise kam den Konstanzern jetzt beim Zuschlag des BMWI-Projekts zugute. Auf die bei herkömmlichen Solarzellen notwendigen Kontaktstreifen auf der Frontseite, die den Strom abführen, wird bei der neuen Rückkontaktsolarzelle verzichtet. Bei ihr wird der Strom über die Oberfläche durch mehrere Tausend Löcher im Siliziumwafer auf die Rückseite geleitet. So kann bei gleicher Größe der Solarzelle ein höherer Wirkungsgrad erzielt werden, denn die für den Kontakt ehemals notwendige, abgeschattete Fläche bleibt frei und erzeugt Solarstrom. Gegenüber konventionellen Solarzellen soll der Einsatz der neuen Rückkontakt-Solarzelle aus mehreren Gründen eine Kostenersparnis bringen, kündigt die Sunways AG an. So könne sowohl preiswerteres Siliziummaterial eingesetzt als auch die Weiterverarbeitung in Solarmodulen vereinfacht werden. Zudem sei der Einsatz dünnerer Siliziumwafer möglich. Ein positiver Nebeneffekt entstehe durch die gesteigerte Ästhetik der Frontseite, die eine streifenlose, homogene Oberfläche ermögliche und die Rückkontakt-Solarzelle damit für die problemlose Fassadenintegration von Photovoltaik prädestiniere.

Sunways-Vorstand Roland Burkhardt blickt in die Zukunft: „Niedrigere Kosten beim Einsatz der neuen Solarzellen werden die Akzeptanz von gebäudeintegrierter Photovoltaik weiter erhöhen. Durch die Beteiligung am Forschungsprojekt PROKON haben wir sicher gestellt, dass Sunways vom Marktwachstum profitieren wird.“

Die Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Sunways AG arbeitet maßgeblich an weiteren Forschungsvorhaben mit. So entwickelt das Unternehmen zusammen mit dem niederländischen Forschungsinstitut ECN in Petten und weiteren Partnern kostengünstigeres Ausgangsmaterial für Solarzellen. Ziel des von der EU geförderten Projekts „RGSells“ sind neue Siliziumwafer, die in der Solarzellenherstellung zu einer Kostenreduktion von 70 Prozent führen sollen. Das Know-how von Sunways ist hier bei der Überführung des Verfahrens vom Labor in die Produktionsreife gefragt. 2005 soll die Pilotanlage stehen.

24.07.2002   Quelle: Sunways AG

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