Spanien verabschiedet Gesetz für solarthermische Großkraftwerke

Am 2. August hat der spanische Ministerrat die lange erwartete Einspeisevergütung für Strom aus solarthermischen Großkraftwerken verabschiedet. Danach wird für solarthermisch erzeugten Strom ein Bonus von 12,02 Cent zusätzlich zum Marktpreis für konventionellen Strom gezahlt.  Das berichtet das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das an der Technologienentwicklung entscheidend…

Am 2. August hat der spanische Ministerrat die lange erwartete Einspeisevergütung für Strom aus solarthermischen Großkraftwerken verabschiedet. Danach wird für solarthermisch erzeugten Strom ein Bonus von 12,02 Cent zusätzlich zum Marktpreis für konventionellen Strom gezahlt.  Das berichtet das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das an der Technologienentwicklung entscheidend beteiligt ist.

Insgesamt erhalten Betreiber eines solarthermischen Kraftwerkes in Spanien von nun an knapp 16 Cent pro eingespeister Kilowattstunde. Die Aussicht auf diese Vergütung hatte in der jüngsten Vergangenheit vier Projektgesellschaften bewogen, den Bau solarthermischer Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von mehr als 90 Megawatt (MW) vorzubereiten, darunter zwei mit deutscher Beteiligung. Mit der Verabschiedung des Gesetzes ist die Voraussetzung für die Finanzierung der Projekte erfüllt, so dass in Kürze mit dem Bau begonnen werden kann.

Das DLR arbeitet seit mehr als 25 Jahren mit deutschen und europäischen Industriepartnern an der Entwicklung und Markteinführung von solarthermischen Großkraftwerken. Es hat die Entwicklung der heute eingesetzten solaren Komponenten wesentlich vorangetrieben und ist beratend an zwei der vier in Vorbereitung befindlichen Solarkraftwerksprojekten beteiligt. Eine permanente Abordnung des DLR auf dem südspanischen Testzentrum Plataforma Solar in Almería nutzt die südspanische Sonne, um die Solarsysteme für Kraftwerke weiterzuentwickeln und unter realen Bedingungen zu vermessen, bevor dann in einem nächsten Schritt etliche 100.000 Quadratmeter eines konzentrierenden Solarkollektors für solche Kraftwerke gefertigt werden sollen. Mitarbeiter des DLR berechnen indessen mit aufwendigen Programmen die optimale Aufstellung, lösen Regelungs- und Steuerungsprobleme oder arbeiten bereits an der Entwicklung der nächsten Generation der solaren Großkraftwerke.

Solarthermische Großkraftwerke entsprechen weitgehend konventionellen Öl-, Kohle- oder Gaskraftwerken, allerdings wird die Hochtemperaturwärme nicht durch fossile Brennstoffe, sondern durch besondere Solarkollektoren bereitgestellt. Diese Kollektoren konzentrieren das direkte Sonnenlicht mit Hilfe von Spiegeln und erzeugen damit Temperaturen von über 400 bis zu 800 Grad Celsius. In der zweiten Hälfte der achtziger Jahre wurden bereits die ersten kommerziellen Kraftwerke dieser Art mit einer Gesamtleistung von 350 MW in Kalifornien in Betrieb genommen, die auch heute noch betrieben werden. Nun ergibt sich erstmals auch in Europa die Chance, den Solarstrom mit dieser Technologie für einen ähnlichen Preis wie Windstrom ins Netz einzuspeisen, betont die DLR.

Die kommerziellen Erfahrungen mit den Solarkraftwerken in Kalifornien hätten gezeigt, dass die Technik nicht mehr in den Kinderschuhen stecke; das Kostensenkungspotenzial sei aber bei weitem noch nicht ausgeschöpft, stellen die Forscher des DLR fest. Ähnlich wie die Einführung der Einspeisevergütung für Strom aus Windenergie vor 20 Jahren in Deutschland dazu führte, dass eine ernorme Kostensenkungskurve durchlaufen werden konnte, erwarten Experten diesen Effekt in den nächsten 10 bis 15 Jahren bei den solarthermischen Großkraftwerken. Die technologischen Konzepte hierzu wurden vom DLR langfristig vorbereitet und erprobt. Die einzelnen Komponenten müssen jedoch hochskaliert und qualifiziert werden, bevor über ihre kommerzielle Tauglichkeit entschieden werden kann. Dies mache die Entwicklung aufwendig und teuer und lege eine europäische Zusammenarbeit nahe. Das DLR ist federführend eingebunden in die Entwicklung von Hochtemperatur-Solarsystemen, die den Wirkungsgrad bei der Stromerzeugung nochmals um 25 Prozent erhöhen.

13.08.2002   Quelle: DLR

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