IEA: Weltweite Leistung der Solarwärmeanlagen wird deutlich unterschätzt

Das Solarwärme und –Kälteprogramm der Internationalen Energieagentur (Solar Heating and Solar Cooling Program; IEA SHC) und die bedeutendsten Solarwärmeverbände haben neue Statistiken über die Nutzung der Sonnenwärme veröffentlicht. Aus den Zahlen, die erstmals die Leistung der Sonnenkollektoren in Gigawattstunden statt der installierten Kollektorfläche benennen, gehe hervor, dass die weltweit installierte Solarwärmeleistung bei rund 70 Gigawatt […]

Das Solarwärme und –Kälteprogramm der Internationalen Energieagentur (Solar Heating and Solar Cooling Program; IEA SHC) und die bedeutendsten Solarwärmeverbände haben neue Statistiken über die Nutzung der Sonnenwärme veröffentlicht. Aus den Zahlen, die erstmals die Leistung der Sonnenkollektoren in Gigawattstunden statt der installierten Kollektorfläche benennen, gehe hervor, dass die weltweit installierte Solarwärmeleistung bei rund 70 Gigawatt liegt, das sind 70.000 Megawatt.   „Der weltweite Beitrag der Solarwärmeanlagen, beispielsweise zur Brauchwassererwärmung und Heizung, wurde beträchtlich unterschätzt, erklärt Michael Rantil, Vorsitzender des Solarthermieprogramms der IEA (IEA SHC). „Mit einer installierten thermischen Leistung von 70 Gigawatt ist Solarwärme eine der führenden erneuerbaren Energiequellen weltweit“, betont Rantil.

Neuer Umrechnungsfaktor erlaubt Vergleich

Die Unterbewertung der Solarwärmekapazität sei weitgehend darauf zurückzuführen, dass bislang die Kollektorfläche in Quadratmetern erfasst worden sei, eine Größe, die nicht mit anderen Energiequellen vergleichbar sei, heißt es in der gemeinsamen Presseerklärung der IEA mit den Solarverbänden, darunter der deutsche Bundesverband Solarindustrie (BSi), Die European Solar Thermal Industry Federation (ESTIF), Austria Solar und Holland Solar. Die installierte Solarwärmekapazität mit der Leistung anderer Energiequellen vergleichbar zu machen, sei einer der wichtigsten Programmpunkte gewesen auf einem Treffen des IEA SHC-Programms und der Verbände im September 2004 in Österreich.

Auf der Konferenz “ Gleisdorf Solar 2004″ einigten sich Solarwärmeexperten aus sieben Ländern auf ein Verfahren zur Umrechung der installierten Kollektorfläche in die Solarwärmekapazität. Die Verbände aus Österreich, Kanada, Deutschland, den Niederlanden, Schweden und den USA sowie das IEA SHC-Programm und die ESTIF verständigten sich auf den Faktor von 0,7 Kilowattstunden Wärmeleistung pro Quadratmeter Kollektorfläche (0,7 kWth/m2), um die Solarwärme-Nennleistung aus der installierten Kollektorfläche anzuleiten. Die Beteiligten forderten alle Organisationen, die Daten über den Solarwärmemarkt veröffentlichen, auf, ebenfalls diesen Umrechungsfaktor zu verwenden.

Solarwärme-Potenzial übertrifft Windenergie

„Nun sollte die Solarwämekapazität in allen Statistiken neben jener der andren erneuerbaren Energien zu finden sein“, so ESTIF-Präsident Ole Pilgaard. „Und wenn deutlich wird, dass die weltweite Leistung der solarthermischen Anlagen sogar die Windenergieanlagen übertrifft, wird erkannt werden, dass unsere Technik gewaltig dazu beitragen kann, die Treibhausgasemissionen zu senken und die globale Energieversorgung nachhaltiger zu machen“, betonte Pilgaard.

Das Verfahren, das zu dem Umrechungsfaktor 0.7 kWth/m2 geführt hat, basiert weitgehend auf den Parametern der europäischen Teststandards für Sonnenkollektoren (EN 12975). Die Diskussion über den Konversionsfaktor kann in englischer Sprache nachgelesen werden auf den Internetseiten der IEA-SHC unter: http://www.estif.org/fileadmin/downloads/Technical_note_solar_thermal_capacity.doc

11.11.2004   Quelle: ESTIF   Solarserver.de   © EEM Energy & Environment Media GmbH

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