Solarindustrie fordert Gesetz zur stärkeren Solarwärmenutzung

Die deutsche Solarwirtschaft fordert die kurzfristige Einleitung einer Gesetzesinitiative zum verstärkten Ausbau von Solarwärme. Durch ein „solares Wärmegesetz“ könne der Klimaschutz deutlich voran gebracht und die Abhängigkeit deutscher Verbraucher von steigenden Öl- und Gaspreisen spürbar reduziert werden, so die Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft e. V. (UVS) in einer Pressemitteilung.  In den letzten…

Die deutsche Solarwirtschaft fordert die kurzfristige Einleitung einer Gesetzesinitiative zum verstärkten Ausbau von Solarwärme. Durch ein „solares Wärmegesetz“ könne der Klimaschutz deutlich voran gebracht und die Abhängigkeit deutscher Verbraucher von steigenden Öl- und Gaspreisen spürbar reduziert werden, so die Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft e. V. (UVS) in einer Pressemitteilung.  In den letzten zehn Jahren hätten sich die Heizkosten nahezu verdoppelt, so die UVS. Die stärkere Nutzung von Solarwärme gewinne damit zunehmend an Bedeutung, auch unter dem Aspekt der Versorgungssicherheit und zur Dämpfung volkswirtschaftlicher Belastungen.

Fossile Energien bieten keine Versorgungssicherheit

Auf einer Pressekonferenz zu diesem Themenkomplex äußerten sich führende Wirtschaftsexperten zu den wachsenden Kosten von Treibhauseffekt und Ölimporten. Der Chefvolkswirt der Deutsche Bank Gruppe, Professor Norbert Walter, betonte: „Fossile Energien sind nicht gut genug: Längerfristig bieten die begrenzten Reichweiten von Öl und Gas keine Versorgungssicherheit. Zusätzliche Risiken ergeben sich durch politische Instabilitäten in den Hauptlieferländern.“ Laut Walter könnten Anbieter von energieeffizienten Produkten und Anbieter von Dienstleistungen zur Nutzung Erneuerbarer Energien deshalb künftig mit höheren Investitionen und Exporten rechnen. „Zusammen mit Maßnahmen zur Energieeinsparung kann dies bereits jetzt die ölpreisbedingte Dämpfung der Konjunktur abschwächen und vielleicht schon bald vollständig kompensieren“, so der Chefvolkswirt.

Schäden durch Treibhausgasemissionen bis zu 137 Milliarden Euro

Dr. Hans-Joachim Ziesing, Senior Executive des Deutschen Institutes für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), warnte vor den Folgen der wesentlich durch den Öl-, Kohle- und Gasverbrauch verursachten Treibhausgasemissionen: „In den letzten 30 Jahren sind die ökonomischen Schäden aufgrund extremer Wetterereignisse um den Faktor 15 gewachsen. Allein Hitzewelle und Jahrhunderthochwasser schlugen in den letzten zwei Jahren mit 26 Milliarden Euro zu Buche.“ Eine aktuelle DIW-Studie habe ergeben, dass in Europa künftig vermehrt Hitzeereignisse, Fluten und Stürme in der Stärke von Hurrikanen eintreten werden. Allein auf die deutsche Volkswirtschaft könnten dadurch weitere Belastungen von bis zu 137 Milliarden Euro zukommen. „Damit diese Ausgaben der Volkswirtschaft nicht an anderer Stelle fehlen, muss jetzt verstärkt auf Erneuerbare Energien auch im Wärmesektor gesetzt werden“, so Ziesing.

Solarwärmegesetz oder Baupflicht zum Ausbau des Marktes

Die UVS fordert deshalb vom Deutschen Bundestag die baldige Verabschiedung eines „solaren Wärmegesetzes“. Dieses könne entweder nach dem Vorbild des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Stromsektor oder als Baupflicht, vergleichbar bestehender Wärmeschutzauflagen bei der Gebäudeisolierung, erlassen werden. Eine Gesetzesinitiative sei überfällig, da bisherige, aus dem Bundeshaushalt finanzierte Förderzuschüsse keinen nachhaltigen Marktausbau sicherstellen könnten. Sie böten Solarunternehmen und Banken nicht die nötige Investitionssicherheit für den Ausbau moderner Solarfabriken und die Entwicklung kostengünstiger Solarkollektoren. „Nur mit Hilfe eines Wärmegesetzes kann in wenigen Jahren die Wettbewerbsfähigkeit mit Energie aus fossilen Quellen erreicht werden. Für den Schutz der Bürger vor steigenden Heiz- und Klimafolgekosten ist dies unverzichtbar“, so UVS-Geschäftsführer Carsten Körnig: Für die deutsche Industrie biete sich die einzigartige Chance, weltweit zum Ausrüster für Anlagen zur Nutzung regenerativer Energien zu werden.

Neue Arbeitsplätze, sinkende Heizkosten

Solartechnologie schaffe zudem tausende neue Arbeitsplätze und gebe positive Konjunkturimpulse. Verbraucher würden ihr Geld dann nicht mehr für Ölimporte ausgeben, sondern sinnvoll in die heimische solare Heiztechnik investieren, so Körnig. Nach aktuellen Berechnungen seines Verbandes verfügen inzwischen rund 600.000 Haushalte in Deutschland über eine eigene Solaranlage. Damit werde bislang nur ein Bruchteil des in Deutschland verfügbaren Solarwärme-Potenzials erschlossen. Schon eine kleine Solaranlage kann während ihrer Lebensdauer bis zu 10.000 Liter Öl sparen, betont die UVS. Im Zusammenhang mit einer Heizungssanierung könnten die Heizkosten damit um 30 – 50 % gesenkt werden.

18.11.2004   Quelle: UVS e.V.   Solarserver.de   © EEM Energy & Environment Media GmbH

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