Null Energie statt „null Bock“: Mit Öko-Konzept mehr Spaß am Lernen

Nur ausreichendes Raumklima, mangelhafte Tageslichtversorgung, ungenügende Belüftung: viele Schulgebäude in Deutschland sind in punkto Lernatmosphäre und Energieverbrauch klar „versetzungsgefährdet“ und im Unterhalt teuer. Wie das Defizit angesichts chronisch maroder Kommunalkassen beseitigt werden kann, zeigt beispielhaft die Stadt Vogtsburg im Kaiserstuhl (Baden-Württemberg).  Finanziell unterstützt von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) will die Stadt ihre Wilhelm-Hildenbrand-Schule zum […]

Nur ausreichendes Raumklima, mangelhafte Tageslichtversorgung, ungenügende Belüftung: viele Schulgebäude in Deutschland sind in punkto Lernatmosphäre und Energieverbrauch klar „versetzungsgefährdet“ und im Unterhalt teuer. Wie das Defizit angesichts chronisch maroder Kommunalkassen beseitigt werden kann, zeigt beispielhaft die Stadt Vogtsburg im Kaiserstuhl (Baden-Württemberg).  Finanziell unterstützt von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) will die Stadt ihre Wilhelm-Hildenbrand-Schule zum Passivhaus umbauen, das weniger als 15 Kilowattstunden Energie pro Quadratmeter und Jahr verbraucht.

Gutes Lernklima

Die Grund- und Hauptschule aus den 60er Jahren soll architektonisch-technisch erneuert, mit modernster Haustechnik ausgestattet und in der Nutzung um eine kulturelle Begegnungsstätte erweitert werden – und damit nicht nur im „Ländle“ ein Muster für andere Schulbauten werden. Neben der architektonischen, haustechnischen, energetischen und funktionalen Anpassung an moderne Nutzungs- und Betriebsanforderungen geht es beim Umbau in Vogtsburg vor allem um eine bessere Lernatmosphäre und verbesserte Arbeitsbedingungen für Lehrer und Schüler – und das alles bei wesentlich verringerten Betriebskosten.

1.000 Quadratmeter große Solarstromanlage

Das Haustechnikkonzept enthält mit einer hochwertigen Dämmung unter Verwendung von Vakuumdämmpaneelen, einer hochdichten Gebäudehülle, Passivhausfenstern, einer Lüftung mit Wärmerückgewinnung, Wärmepumpe, intelligenter Haustechniksteuerung und einem innovativen Beleuchtungskonzept sowie einer ca. 1.000 Quadratmeter großen Solarstromanlage zahlreiche für die Schulbausanierung innovative Bestandteile.

160.000 Euro Förderung

Bei Heizung und Beleuchtung sollen 75 Prozent der Primärenergie eingespart werden, jährlich vermeidet das 182 Tonnen Kohlendioxid-Emissionen. Durch die Solarstromanlage wird der Strombedarf des Gebäudes gedeckt, so dass es sich in der Bilanz von Energiegewinnung durch Photovoltaik und Stromeinspeisung aus dem Netz um ein Nullenergiegebäude handelt. Für den integralen Planungsprozess des Millionenprojektes stellt die DBU 160.000 Euro zur Verfügung.

Leitfaden für Schulsanierung

„Mit diesem Modellvorhaben wird ein Praxisfeld beschritten, das in den nächsten Jahren in vielen Kommunen den größten Teil der öffentlichen Hochbauinvestitionen schlucken wird“, so DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde. Schulgebäude, die saniert werden müssen, stünden im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung gerade mit Blick auf die viel diskutierte Haushaltssituation der Gemeinden. Somit komme diesem Projekt für die Neuausrichtung des öffentlichen Gebäudebestandes im Sinne einer nachhaltigen Gebäudeplanung und -bewirtschaftung eine große Vorbildfunktion zu. Konkrete Tipps zur Schulgebäudesanierung auf Passivhaus-Niveau soll ein Leitfaden geben, der im Rahmen des Projekts erarbeitet werden soll.

12.12.2004   Quelle: DBU   Solarserver.de   © EEM Energy & Environment Media GmbH

Schließen