Übertragungsnetzbetreiber verwirklichen Online-Verteilung der Windenergie mit Hilfe von ISET-Modellen

In der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) wurden wichtige Änderungen bei der Integration des Stroms aus regenerativen Energien in das deutsche Versorgungssystem vorgenommen. So sind die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) verpflichtet, die in ihrer Regelzone aufgenommene Strommenge unverzüglich untereinander auszugleichen. Damit soll sichergestellt werden, dass sich der Aufwand zur Systemintegration entsprechend dem Anteil…

In der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) wurden wichtige Änderungen bei der Integration des Stroms aus regenerativen Energien in das deutsche Versorgungssystem vorgenommen. So sind die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) verpflichtet, die in ihrer Regelzone aufgenommene Strommenge unverzüglich untereinander auszugleichen. Damit soll sichergestellt werden, dass sich der Aufwand zur Systemintegration entsprechend dem Anteil des jeweiligen ÜNB am gesamten Stromabsatz „gleichmäßig“ verteilt, vor allem bei der schwankenden Windenergie.  Die entsprechenden Verfahren zur Umsetzung wurden von den vier großen Netzbetreibern E.ON Netz, Vattenfall Europe Transmission, RWE Transportnetze Strom und EnBW Transportnetze in enger Zusammenarbeit mit dem Kasseler Institut für Solare Energieversorgungstechnik (ISET) entwickelt und bereits zum 1. September 2004 umgesetzt. Im Rahmen eines ersten Treffens zwischen ISET und den ÜNB wurden die Erfahrungen mit dem Verfahren ausgetauscht sowie eine kontinuierliche Weiterentwicklung der implementierten Modelle vereinbart.

Verfahren garantiert den unmittelbaren Austausch

Das angewendete Verfahren berücksichtigt die jeweiligen datentechnischen Voraussetzungen und garantiert den gesetzlich geforderten zeitnahen Energieaustausch. Es umfasst die Windleistungs-Prognosedaten für den Folgetag, die online berechnete tatsächliche Windeinspeisung und die daraus abgeleitete Strommenge zum Austausch zwischen den Regelzonen. Zur besseren Planung der Regel- und Reserveleistung der Netzbetreiber werden die Folgetagsprognosen der zu erwartenden Windeinspeisung herangezogen. Als Basis dazu dient ein vom ISET entwickeltes Prognosemodell. Das Modell berechnet den zeitlichen Verlauf der eingespeisten Windleistung in den einzelnen Regelzonen mit Hilfe von so genannten Künstlichen Neuronalen Netzen und gestützt auf Wetterprognosen. Der unverzügliche Ausgleich der Strommengen erfolgt auf Basis von 15-Minuten-Werten, die mit dem ISET-Modell zur Online-Erfassung der Windeinspeisung ermittelt und zwischen den jeweiligen Leitsystemen übertragen werden. Das ISET-Modell berechnet dabei die aktuelle Windeinspeisung für die jeweilige Regelzone aus online gemessenen Windparkleistungen.

Wichtiger Schritt zur Systemintegration der Windenergie

Neben der Gesamtleistung der Windeinspeisung in der jeweiligen Regelzone wird darüber hinaus der vom jeweiligen ÜNB zu tragende Anteil (EEG-Anteil) übermittelt. Dieser Anteil wird entsprechend dem quartalsweise zwischen den ÜNB vorab festgelegten Verhältnis der zu erwartenden Stromabgabe in der einzelnen Regelzone zum erwarteten Gesamtabsatz in Deutschland ermittelt. Jeder ÜNB muss in seinem EEG-Bilanzkreis nur den Windanteil berücksichtigen, der seinem Anteil am gesamten Stromabsatz in Deutschland entspricht. Damit wird der Aufwand zur Systemintegration der Windenergie entsprechend dem Anteil des jeweiligen ÜNB am gesamten Stromabsatz „gleichmäßig“ verteilt. Mit diesem Verfahren sei ein wichtiger Schritt zur weiteren Integration der Windenergie in die elektrische Energieversorgung vollzogen, so das ISET in einer Pressemitteilung.

13.12.2004   Quelle: ISET   Solarserver.de   © EEM Energy & Environment Media GmbH

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