Bundesverband Solarindustrie engagiert sich für Wärmegesetz

Im Mittelpunkt der Arbeit des Bundesverbandes Solarindustrie (BSi) steht eine haushaltsunabhängige gesetzliche Regelung, um den Einsatz von Solarwärmeanlagen besser zu fördern. Mit 8.758 Anträgen sei die Zahl der Förderanträge für Sonnenkollektoren im Marktanreizprogramm im Oktober zwar um drei Prozent gegenüber dem Vormonat leicht gestiegen, die Antragszahl liege aber weiterhin deutlich unter der des Vorjahres.  Bis […]

Im Mittelpunkt der Arbeit des Bundesverbandes Solarindustrie (BSi) steht eine haushaltsunabhängige gesetzliche Regelung, um den Einsatz von Solarwärmeanlagen besser zu fördern. Mit 8.758 Anträgen sei die Zahl der Förderanträge für Sonnenkollektoren im Marktanreizprogramm im Oktober zwar um drei Prozent gegenüber dem Vormonat leicht gestiegen, die Antragszahl liege aber weiterhin deutlich unter der des Vorjahres.  Bis Ende des Jahres erwartet der BSi etwa 75.000 Förderanträge für Solarwärmeanlagen – nach 150.000 Anträgen im Vorjahr. Trotz der geringeren Neuanträge werde die Solarwärmebranche 2004 mit einem leichten Plus abschließen, weil viele in diesem Jahr gebauten Anlagen bereits im Vorjahr eine Bewilligung erhalten hatten, so der BSi. Da dieser Effekt in diesem Jahr nicht auftrete, arbeite der BSi intensiv daran, dem Markt 2005 wieder neue Impulse zu geben.

Baupflicht oder Einspeisegesetz für Solarwärme

Der BSi macht sich deshalb auch für ein Solarwärme-Gesetz stark. Von mehreren Verbänden wurden zwei detaillierte Modelle ausgearbeitet, die der BSi unterstützt. So könnte eine Baupflicht für Solarwärmeanlagen dafür sorgen, dass zehn Prozent des Primärenergieverbrauchs von Neubauten und bei Sanierungsmaßnahmen durch erneuerbare Energien gedeckt werden müssen. Oder ein Erneuerbare-Wärme-Gesetz könnte, ähnlich dem erfolgreichen Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), festschreiben, dass der Brennstoffhandel den Erzeugern von Wärme aus erneuerbaren Energien einen festen Bonus für jede erzeugte Kilowattstunde zahlen müssen. Die Mehrkosten gegenüber fossiler Wärme sollen nach den Plänen des BSi über die Brennstoffhändler auf alle Verbraucher umgelegt werden. Mit diesen Vorschlägen ist der BSi nun in die politische Diskussion gegangen, mit dem Ziel einen Beschluss des Bundestages für ein Wärme-Gesetz im nächsten Jahr zu erreichen.

Auf dem Weg zu einer europäischen Wärmedirektive

Auf europäischer Ebene arbeitet der BSi im Rahmen der European Solar Thermal Industry Federation (ESTIF) an der Entwicklung einer europäischen Wärmedirektive. Ziel ist, der Markteinführung der Solarwärme in ganz Europa größere Dynamik zu verleihen. Auf der zweitägigen Solarthermie-Konferenz „estec 2005“ am 21. und 22. Juni kommenden Jahres wird die europäische Solarindustrie mit Experten und Entscheidern aus Industrie, Forschung und Politik die neuesten technologischen Entwicklungen, erfolgreiche Marketingmodelle und den Weg zu einer Wärmedirektive diskutieren. Beiträge zur Gestaltung des solaren Europa können eingereicht werden beim Veranstalter, der European Solar Industry Federation (ESIF).

15.12.2004   Quelle: Bundesverband Solarindustrie; ESTIF   Solarserver.de   © EEM Energy & Environment Media GmbH

Schließen