SPD kritisiert Ex-Wirtschaftsminister Müllers Aussagen zur Kernenergie

„Die These von einer Renaissance der Atomkraft, an der Lobbyisten seit Jahren fleißig stricken, ist pures Wunschdenken und in der Sache nicht begründet“. Das erklärte der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Michael Müller, anlässlich eines Beitrags im Handelsblatt vom 28.02.2005. Darin hatte der frühere Bundeswirtschaftsminister und heutige Ruhrkohle-Chef, Werner Mueller, die…

„Die These von einer Renaissance der Atomkraft, an der Lobbyisten seit Jahren fleißig stricken, ist pures Wunschdenken und in der Sache nicht begründet“. Das erklärte der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Michael Müller, anlässlich eines Beitrags im Handelsblatt vom 28.02.2005. Darin hatte der frühere Bundeswirtschaftsminister und heutige Ruhrkohle-Chef, Werner Mueller, die These vertreten, dass Sonnenenergie nicht ausreiche, um das Klima zu schützen.  Der SPD-Sprecher wendet sich gegen Werner Müllers Aussage „Wenn wir die Vermeidung von Kohlendioxid ernst nehmen, werden wir irgendwann auch wieder bei der Kernenergie landen – und die Grünen werden dann an der Spitze der Bewegung stehen“. Das sei Unsinn, entgegnet Michael Müller. Das Zitat des Ex-Ministers belege das „eindimensionale Denken einer überholten Energiephilosophie“, die in der zusammenwachsenden Welt des 21. Jahrhunderts gefährlich und falsch sei, so der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion. Vor kurzer Zeit habe auch Werner Mueller die Atomkraft als „erledigt“ bezeichnet.

Eine Brücke in das Solarzeitalter schlagen

Ein Blick in alle seriösen Szenarien zum Klimaschutz zeige, dass es nicht um einen Austausch von Energieträgern gehe, zum Beispiel von Kohle durch Atomkraft, sondern um ein Energiesystem, dass den Energieumsatz deutlich verringere und zugleich die Brücke in das Solarzeitalter schlage, betont der SPD-Sprecher. Die Atomkraft sei hingegen nicht nur aus Sicherheitsgründen und wegen der ungelösten Lagerung des nuklearen Mülls problematisch, sie sei auch verschwenderisch, ressourcenintensiv und schon mittelfristig wegen der begrenzten Uranreserven nur mit der hoch riskanten Brütertechnologie machbar. „Das kann nicht der Weg einer nachhaltigen und verantwortungsbewussten Energiepolitik sein“, so Michael Müller.

Verschwendungswirtschaft führt zu Verteilungskonflikten

„Wir stehen heute an einer fundamentalen Weichenstellung: Entweder wir schaffen die Wende hin zu einer effizienten und solaren Versorgung, oder die Verlängerung der heutigen Verschwendungswirtschaft führt in eine unfriedliche Zukunft mit harten Verteilungskonflikten. Die Zukunft gehört den ökologischen Produkten und Märkten. Wer hier die Nase vorn hat, liegt auch ökonomisch richtig. Deshalb muss dem Dinosaurierdenken, das eine Rückkehr in die Atomkraft fordert und damit die Energiewende verhindert, die rote Karte gezeigt werden“, erklärte Michael Müller. Der Klimaschutz brauche die Effizienzrevolution und erneuerbare Energien, „nicht die Ideologie des letzten Jahrhunderts“, so der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion.

01.03.2005   Quelle: SPD-Bundestagsfraktion   Solarserver.de   © EEM Energy & Environment Media GmbH

Schließen