Saarland: Umweltminister Mörsdorf bedauert Aus für Solarkraftwerk in Bliesransbach

Der saarländische Umweltminister Stefan Mörsdorf hat die Entscheidung des Gemeinderates von Kleinblittersdorfer (nahe Saarbrücken) gegen ein geplantes Solarkraftwerk bedauert. „Wenn selbst solche Projekte nicht mehr realisierbar sind, muss einem angst und bange um den Standort Deutschland werden“, kommentierte der Minister das Votum der Kommune gegen die geplante Solarstromanlage mit einer…

Der saarländische Umweltminister Stefan Mörsdorf hat die Entscheidung des Gemeinderates von Kleinblittersdorfer (nahe Saarbrücken) gegen ein geplantes Solarkraftwerk bedauert. „Wenn selbst solche Projekte nicht mehr realisierbar sind, muss einem angst und bange um den Standort Deutschland werden“, kommentierte der Minister das Votum der Kommune gegen die geplante Solarstromanlage mit einer Soitzenleistung von 8,5 Megawatt (MWp) auf einer landwirtschaftlichen Fläche im südlichen Bliesgau.  Im Vorfeld der Gemeinderatsentscheidung über das von Shell Solar geplante, weltgrößte Solarstromkraftwerk hatte die Naturschutzorganisation NABU das Projekt befürwortet, die Grünen und der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hatten sich gegen das Vorhaben ausgesprochen.

Kritik an SPD und Grünen

Mörsdorf will nun dem Investor anbieten, bei der Suche nach einer Alternativfläche für die geplante Investition in der Größenordnung von über 40 Millionen Euro zu helfen. „Ich hoffe, dass es gelingt, diese Investition an anderer Stelle im Saarland zu verwirklichen. Das liegt sowohl im Interesse unseres Landes als auch im Interesse der Umwelt“, betont der Minister. Massive Vorwürfe erhebt Mörsdorf in diesem Zusammenhang gegen die Haltung des Umweltverbandes BUND, vor allem aber richtet sich die Kritik des parteilosen Umweltministers an SPD und Grüne: „Diese Parteien haben Stimmung gemacht gegen ein Projekt, für das sie selbst die gesetzlichen Rahmenbedingungen geschaffen haben, nämlich durch die Verabschiedung des Gesetzes zur Förderung der Erneuerbaren Energien.“ Damit seien Investoren ausdrücklich aufgefordert worden, in Solarkraftwerke zu investieren, und zwar auch in solche auf Ackerflächen, so Mörsdorf. „Wenn dann Investoren dieser Aufforderung folgen und Geld für Photovoltaik in die Hand nehmen, sagen die gleichen Leute „Ätsch, ätsch, so war das nicht gemeint“, kontert Mörsdorf.

In Sachen Erneuerbare „klotzen und nicht kleckern“

„Wer sich so verhält, ist ein politischer Schiffschaukelbremser: erst eine Sache anstoßen und dann aber, wenn’s ernst wird, kräftig auf die Bremse treten“, erklärte Mörsdorf. Das Argument, man könne Photovoltaik ja auf Dächern statt auf landwirtschaftlichen Nutzflächen installieren, zieht für Mörsdorf nicht: „Wenn es so einfach wäre, dann wären längst auf allen Hausdächern Solarzellen.“ In zehn Jahren intensivster Förderung durch das Land seien im ganzen Saarland lediglich Photovoltaikanlagen mit rund vier Megawatt Spitzenleistung (MWp) auf Dächern installiert worden. Diese Module decken laut Mörsdorf nur Promille-Bruchteile Promille des Strombedarfes. Allein die geplante Anlage in Bliesransbach hätte das Doppelte an Stromertrag geliefert, betont der Minister. Das gelte auch für die Anlage in Göttelborn. Mörsdorf: „Wenn wir mit erneuerbaren Energien tatsächlich einen substanziellen Beitrag zu einer umweltverträglicheren Energieversorgung leisten wollen, dann müssen wir klotzen und nicht kleckern.

17.03.2005   Quelle: MINISTERIUM FÜR UMWELT DES SAARLANDES   Solarserver.de   © EEM Energy & Environment Media GmbH

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