BUND: Ausweitung des Kyoto-Protokolls erforderlich

Eine Erweiterung der internationalen Klimaschutzverträge hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gefordert. Die Mitgliedsstaaten der UN-Klimakonvention (UNFCCC) müssten bei ihrer am 16. und 17.05.2005 in Bonn stattfindenden Konferenz die ambitionierte Fortführung des Kyoto-Protokolls nach dem Jahr 2012 anvisieren, heißt es in einer Pressemitteilung des BUND. „Um den Klimawandel zu stoppen, müssen die […]

Eine Erweiterung der internationalen Klimaschutzverträge hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gefordert. Die Mitgliedsstaaten der UN-Klimakonvention (UNFCCC) müssten bei ihrer am 16. und 17.05.2005 in Bonn stattfindenden Konferenz die ambitionierte Fortführung des Kyoto-Protokolls nach dem Jahr 2012 anvisieren, heißt es in einer Pressemitteilung des BUND. „Um den Klimawandel zu stoppen, müssen die Staaten der Welt das bisher Beschlossene umsetzen und künftig weit mehr tun. Die Hauptverantwortung liegt hier bei den Industrieländern. Sie müssen bis 2050 eine Reduzierung ihrer Treibhausgase um etwa achtzig Prozent erreichen“, sagte BUND-Bundesgeschäftsführer Gerhard Timm.   Zugleich müssten sie jenen ärmeren Ländern helfen, die besonders hart vom Klimawandel betroffen seien. Und auch Schwellenländer wie China oder Indien müssten beim Schutz des Weltklimas mitmachen, so Timm.

Damit dies geschehe, dürften die Industriestaaten ihre CO2-Minderungsziele aus dem Kyoto-Protokoll auf keinen Fall aufgeben, fordert der BUND. Die meisten Staaten würden diese jedoch verfehlen, wenn sie ihre Anstrengungen nicht verstärkten. Darunter seien auch große Industrieländer wie Japan, Frankreich oder Kanada. Die Glaubwürdigkeit der gesamten Klimapolitik stehe auf dem Spiel. „Wenn Ende dieses Jahres in Kanada die erste Nachfolgekonferenz seit Inkrafttreten des globalen Klimaschutzabkommens stattfindet, muss Substanzielles auf den Tisch. Dafür müssen in Bonn die Weichen gestellt werden“, fordert Timm. Deutschland müsse seine Vorreiterrolle beim Klimaschutz verteidigen, indem es seine Hausaufgaben mache und ein ehrgeiziges nationales Klimaschutzprogramm auflege. Dazu gehörten die umfassende wärmetechnische Sanierung von Altbauten, der entschlossene Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung und die Steigerung der Stromeffizienz.

Vier zwei Meter große Pinguine vom BUND demonstrierten am 16.05.2005 in Bonn vor dem Tagungsgebäude. „Klimaopfer – heute wir, morgen ihr? „und „Klima schützen – Kyoto ist nur der Anfang!!“ war auf ihren Transparenten zu lesen. Den Konferenzteilnehmern und Bundesumweltminister Jürgen Trittin sollte deutlich gemacht werden, dass mehr Klimaschutz dringend nötig ist. Die globale Erwärmung bedrohe auch die Heimat der Pinguine – die Antarktis, so der BUND. Immer häufiger brächen große Teile des Eises ab. In der westlichen Antarktis sei bereits eine Eisfläche größer als das Saarland abgeschmolzen. Wissenschaftler befürchten laut BUND einen Anstieg des Meeresspiegels um mehr als fünf Meter, wenn das Eisschild der westlichen Antarktis bis zum Ende dieses Jahrhunderts verschwindet.

Zu den Bonner Klimaverhandlungen ist im Internet ein BUND-Hintergrundpapier erhältlich unter:
http://www.bund.net/lab/reddot2/pdf/postkyoto1.pdf

17.05.2005   Quelle: BUND   Solarserver.de   © EEM Energy & Environment Media GmbH

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