Jürgen Trittin eröffnete Regierungsgespräche zur Zukunft des Klimaschutzes

Regierungsexperten aus aller Welt debattieren am 16. und 17.05.2005 in Bonn über die Umsetzung des Klimaschutzes in ihren Ländern und über künftige Klimaschutzmaßnahmen. Das berichtet das Bundesumweltministerium (BMU) in einer Pressemitteilung. Bundesumweltminister Jürgen Trittin eröffnete das so genannte „Bonner Seminar“ gemeinsam mit seinem argentinischen Amtskollegen Ginés González García und der…

Regierungsexperten aus aller Welt debattieren am 16. und 17.05.2005 in Bonn über die Umsetzung des Klimaschutzes in ihren Ländern und über künftige Klimaschutzmaßnahmen. Das berichtet das Bundesumweltministerium (BMU) in einer Pressemitteilung. Bundesumweltminister Jürgen Trittin eröffnete das so genannte „Bonner Seminar“ gemeinsam mit seinem argentinischen Amtskollegen Ginés González García und der Exekutivsekretärin des Klimasekretariats Joke Waller-Hunter. 

Industrieländer müssen bis 2020 zwischen 15 und 30 % ihrer Treibhausgasemissionen einsparen

Das Kyoto-Protokoll regelt bisher die Klimaschutz-Verpflichtungen bis Ende 2012. Verpflichtungen darüber hinaus müssten noch ausgehandelt werden, so das BMU. Das Bonner Seminar sei die erste offizielle Veranstaltung im Klimaprozess, die sich der Zukunft des Klimaschutzes nach 2012 widme. „Der Klimaschutz darf im Jahre 2012 nicht enden oder auch nur eine Pause einlegen. Bei ungebremster Erwärmung droht uns eine Welt ohne Regenwald am Amazonas, ohne Eisdecke auf Grönland und ohne Golfstrom“, sagte Trittin. „An solche Veränderungen kann man sich nicht anpassen, man muss sie verhindern. Dafür bleibt nicht mehr viel Zeit“, warnt Trittin. Deshalb fordere die EU eine Begrenzung des Temperaturanstiegs auf 2 ° C gegenüber dem vorindustriellen Niveau, so das BMU. Ihre Staats- und Regierungschefs hätten unterstrichen, dass die Industrieländer dafür bis 2020 zwischen 15 und 30 % ihrer Treibhausgasemissionen einsparen müssten. Die durchschnittliche Erwärmung der Erdoberfläche, verglichen mit dem Durchschnittswert vor der Industrialisierung, betrage heute bereits 0,7 ° C.

Klare internationale Rahmenbedingungen erforderlich

Trittin forderte den raschen Beginn von Verhandlungen über eine weitere Verpflichtungsperiode: „Die bisherigen Verpflichtungen des Kyoto-Protokolls zeigen bereits Wirkung: Investitionen, Forschung und Entwicklung werden in klimafreundliche Technologien, z.B. der Erneuerbaren oder in Energieeffizienz gelenkt. Das zeigt: Klimaschutz ist nicht nur machbar und bezahlbar, er lohnt sich sogar wirtschaftlich. Unternehmen und Investoren wollen aber weit über 2012 hinaus planen. Dafür brauchen sie klare internationale Rahmenbedingungen, so schnell wie möglich. Die nächste Klimakonferenz im Dezember in Montreal muss den Beginn konkreter Verhandlungen beschließen“, so Trittin. Das Bonner Seminar wurde laut BMU als Gedankenaustausch über die Umsetzung der bisherigen und über künftige Klimaschutzverpflichtungen von der 10. Konferenz der Vertragsstaaten der Klimarahmenkonvention im Dezember in Buenos Aires beschlossen. An das Seminar schließen sich zweiwöchige internationale Verhandlungen zu technischen, wissenschaftlichen und Umsetzungsfragen des Klimaschutzes an.

17.05.2005   Quelle: BMU   Solarserver.de   © EEM Energy & Environment Media GmbH

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