Töpfer: Klimawandel ist kein Randproblem

Klimaschutz in Städten und seine Bedeutung für die weltweite Klimapolitik war zentrales Thema der 13. Internationalen Jahreskonferenz des Klima-Bündnis europäischer Städte, die am 24. und 25. Mai 2005 in Luxemburg stattfand. Über 1300 Kommunen haben sich laut Klima-Bündnis dem europaweiten Städtenetzwerk seit seiner Gründung im Jahr 1990 angeschlossen, mit dem Ziel, Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren. Zum […]

Klimaschutz in Städten und seine Bedeutung für die weltweite Klimapolitik war zentrales Thema der 13. Internationalen Jahreskonferenz des Klima-Bündnis europäischer Städte, die am 24. und 25. Mai 2005 in Luxemburg stattfand. Über 1300 Kommunen haben sich laut Klima-Bündnis dem europaweiten Städtenetzwerk seit seiner Gründung im Jahr 1990 angeschlossen, mit dem Ziel, Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren. Zum Auftakt der Konferenz sprach Ehrengast Klaus Töpfer, der frühere Umweltminister Deutschlands und jetziger Exekutivdirektor des UN-Umweltprogramms (UNEP). „Klimaschutz ist für Städte kein Randproblem, sondern ein sehr zentrales mit wachsender Bedeutung“, betonte Töpfer in seiner Ansprache.   Schon jetzt würden 50 Prozent aller Menschen in Städten leben, die Zuwachsraten seien dramatisch. Ökologie und Klimaschutz seien neben sozialen Aspekten und Ökonomie eine der drei Säulen, die Nachhaltigkeit und Stabilität der Städte gewährleiste. Um so wichtiger sei es, sich in Netzwerken wie dem Klima-Bündnis auszutauschen und effektive kommunale Klimaschutzstrategien zu entwickeln.

Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energien konsequent weiterentwickeln

Töpfer betonte auch die Verantwortung der Industrienationen gegenüber den Entwicklungsländern: „Diejenigen, die am meisten unter dem Klimawandel leiden sind die, die am wenigsten zu seiner Verursachung beitragen.“ Auch deswegen sei es wichtig, dass die Industrienationen Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energien oder zur Anpassung an die Folgen konsequent weiter entwickeln. „Gerade in Entwicklungsländern, wo die Folgen des Klimawandels drastische Auswirkungen haben, müssen wir mit technischen Ressourcen behilflich sein.“

CO2-Emissionen aus dem Verkehr machen Erfolge der Privathaushalte zunichte

Was den Klimaschutz in Städten betrifft, spielt vor allem der Verkehr eine wichtige Rolle, heißt es in der Presseerklärung des Klima-Bündnisses. CO2-Emissionen aus dem Verkehr zählten zu den größten Problemen der Kommunen, die am schwersten in den Griff zu bekommen seien. Während in Industrie und privaten Haushalten Reduzierungen der Emissionen erreicht worden seien, seien verkehrsbedingte CO2-Emissionen in vielen Städten gestiegen, was die Erfolge teilweise wieder zunichte mache.

Klimaschutz und Mobilität standen auch im Mittelpunkt der politischen Runde. Maria Krautzberger, Staatssekretärin für Umwelt und Verkehr der Stadt Berlin, bestätigte das Problem der verkehrsbedingten CO2-Emissionen und verwies auf ein Bündel von sechzig Maßnahmen im Stadtentwicklungsplan um den Verkehr umweltverträglicher abzuwickeln. Auch Joachim Lorenz, Umweltdezernent der Stadt München, Christiana Dolezal, Vizebürgermeisterin der Stadt Linz, und Ries Smits, Stadtrat für nachhaltige Entwicklung in Den Haag berichteten von der Entwicklung gezielter Maßnahmen zur Verringerung des CO2-Ausstoßes. Hierzu gehören der Ausbau der Radwegenetze, eine Entwicklung hin zur Stadt der kurzen Wege, ein attraktiver öffentlicher Nahverkehr, die Beschränkung des Autoverkehrs in den Innenstädten sowie die Steuerung des Individualverkehrs durch Parkraummanagement.

Mit den EU-Richtlinien zur Luftreinhaltung wachse der Handlungsdruck auf die Städte, was letztlich mit einem Finanzierungsproblem einhergehe, so das Klima-Bündnis. Bei der Umsetzung von der EU verordneter Richtlinien und Maßnahmen fühlten sich die Kommunen oft im Stich gelassen und forderten daher, stärker an ihrer Entwicklung im Vorfeld beteiligt zu werden. Insgesamt sei die derzeitige Diskussion über die EU-Feinstaubrichtlinie aber von allen Teilnehmenden sehr positiv beurteilt worden. Sie rücke die verkehrsbedingten Probleme wieder in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und wecke bei den Bürgern neues Bewussteins für das Problem.“

31.05.2005   Quelle: Klima-Bündnis e.V., openPR.de   Solarserver.de   © EEM Energy & Environment Media GmbH

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