Hans Josef Fell: Energieforschungsprogramm bleibt hinter Forderungen der Regierungsfraktionen zurück

„Das heute von der Bundesregierung verabschiedete Energieforschungsprogramm ist ein zu kleiner Schritt, um die großen energiepolitischen Herausforderungen der Zukunft zu meistern“. So kommentierten Hans-Josef Fell (MdB) Forschungspolitischer Sprecher von, BÜNDNIS 90 Die GRÜNEN, und der SPD-Abgeordnete Hermann Scheer, Berichterstatter der Regierungsfraktionen für Energieforschung, das am 01.06.2005 von der Bundesregierung vorgelegte 5. Energieforschungsprogramm.  Die Ressourcenverknappung beim […]

„Das heute von der Bundesregierung verabschiedete Energieforschungsprogramm ist ein zu kleiner Schritt, um die großen energiepolitischen Herausforderungen der Zukunft zu meistern“. So kommentierten Hans-Josef Fell (MdB) Forschungspolitischer Sprecher von, BÜNDNIS 90 Die GRÜNEN, und der SPD-Abgeordnete Hermann Scheer, Berichterstatter der Regierungsfraktionen für Energieforschung, das am 01.06.2005 von der Bundesregierung vorgelegte 5. Energieforschungsprogramm.  Die Ressourcenverknappung beim Erdöl und Erdgas, der Treibhauseffekt und die atomaren Risiken erfordern laut Fell und Scheer eine vollkommene Neuorientierung der Energieforschungspolitik mit den Schwerpunkten erneuerbare Energien und Energiespartechnologien. Die vorgeschlagenen Mittelsteigerungen reichten aber bei weitem nicht aus, um die Energieprobleme zu lösen. Weiterhin solle für die Kernenergie mehr Geld ausgegeben werden als für alle erneuerbaren Energien zusammen, kritisieren Fell und Scheer. Ebenso sei nicht nachvollziehbar, wieso der Staat alleine die Kosten für die Entsorgung der atomaren Forschungsreaktoren tragen soll. Diese Milliardenerblast der Regierung Kohl hätte zumindest hinterfragt werden müssen, heißt es in der gemeinsamen Erklärung des Grünen-Sprechers und des SPD-Berichterstatters.

Kritik an Kernfusionsforschung, Zweifel an Clean-Coal-Technologie

„Vor allem das Festhalten an der Kernfusionsforschung ist vollkommen unverständlich. Alle wissen, dass die Kernfusion in den nächsten Jahrzehnten keinen Beitrag zur Energieerzeugung leisten wird. Es bestehen sogar berechtigte Zweifel, ob das jemals gelingen wird; und selbst im Falle eines späten Erfolges ist kaum mit einer Wirtschaftlichkeit dieser Technologie zu rechnen. Auf jeden Fall wird sie teurer sein als erneuerbare Energien und überdies erhebliche Atommüllprobleme und ökologische Risiken hervorrufen“, warnen Fell und Scheer. Auch bei der sogenannten „Clean-Coal-Technologie“ sei absehbar, dass immense staatliche Forschungsmittel in den Sand gesetzt würden. Es sei Aufgabe der Energieversorgungsunternehmen, die jährlich Milliardengewinne mit dem Verkauf von Kohle- und Atomstrom machten, die Entwicklung von besseren Kohlekraftwerken selbst zu finanzieren.

Das Energieforschungsprogramm enthalte zwar eine insgesamt geringfügige Verschiebung zugunsten der erneuerbaren Energien, werde aber dem im Koalitionsvertrag stehenden und vom Bundestag mit den Stimmen der Fraktionen von SPD und Grünen geforderten Prioritätswechsel hin zu erneuerbare Energien und Energieeinsparung nicht gerecht, so die beiden Abgeordneten. Allerdings hebe sich das nergieforschungsprogramm positiv von den Vorschlägen der Union und der FDP ab, die noch mehr Geld für die Kernenergieforschung einforderten und wenig für die erneuerbaren Energien übrig hätten. Zudem beabsichtigten Union und FDP neue klimaschädliche Energiequellen wie beispielsweise Gashydrate zu erschließen.

01.06.2005   Quelle: Hans Josef Fell (MdB)   Solarserver.de   © EEM Energy & Environment Media GmbH

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