Forum Ökologie Traunstein: 24,2 Megawatt Solarstromleistung in drei Landkreisen installiert

Bundesumweltminister Jürgen Trittin lobte bei einem Besuch am 13. Juli 2005 das „Forum Ökologie Traunstein“, den mehrfach ausgezeichneten Chiemgauer Solar- und Umweltverein. In seiner Ansprache sprach der Minister den Vorsitzenden Josef Hohlweger und Rainer Schenk stellvertretend für alle Akteure in der Region seine Anerkennung für die erzielte Leistung aus. Allein im Rahmen des Projektes „Sonnenstrom […]

Bundesumweltminister Jürgen Trittin lobte bei einem Besuch am 13. Juli 2005 das „Forum Ökologie Traunstein“, den mehrfach ausgezeichneten Chiemgauer Solar- und Umweltverein. In seiner Ansprache sprach der Minister den Vorsitzenden Josef Hohlweger und Rainer Schenk stellvertretend für alle Akteure in der Region seine Anerkennung für die erzielte Leistung aus. Allein im Rahmen des Projektes „Sonnenstrom vom Watzmann bis zum Wendelstein“ konnten seit dem Start vor vier Jahren 24,2 Megawatt Solarstromleistung in den Landkreisen Berchtesgadener Land, Traunstein und Rosenheim installiert werden.  Damit können rund 6.900 Haushalte mit klimaschonendem Strom versorgt werden. Für das heimische Handwerk bedeutete dies einen Umsatz von 123 Millionen Euro. Besonders dankte Trittin den Beteiligten auch für ihr Engagement im Bereich Solarwärme. Sonnenkollektoren zur Wärmeerzeugung befänden sich heute an der Grenze zur Marktfähigkeit. „Diese Entwicklung wäre nicht möglich gewesen ohne Initiativen wie Ihre und lernbegierige Handwerker“, sagte Trittin

Nachfrage nach Solarwärmeanlagen und Holzfeuerungen stark – Unsicherheit über Zukunft des EEG

Josef Hohlweger, 1. Vorsitzender des Forum Ökologie Traunstein, konnte dem Minister die gute Nachricht überbringen, dass die Nachfrage nach Solarwärmeanlagen und Holzfeuerungen in den vergangenen Wochen stark zugenommen habe. „Stark zugenommen haben aber leider auch die Anfragen verunsicherter Menschen, die in eine Solarstromanlage investieren wollen, sich aber nicht sicher sind, welche Auswirkungen die öffentlichen Gedankenspiele verschiedener Politiker zum EEG haben werden“, gab Hohlweger zu bedenken.

Solarwärmeanlagen wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz

Trittin knüpfte in seiner Ansprache an das Klimaproblem an, das sich besonders deutlich durch das Hochwasser in der Region gezeigt habe. Unwetter und Überschwemmungen habe es schon immer gegeben, sagte er. „Aber das Ausmaß, die Häufung und Unkalkulierbarkeit zu mindern, das ist unser Anliegen in Deutschland“, so Trittin. Hierzu könnten solarthermische Anlagen einen wesentlichen Beitrag leisten. Ein Haushalt verbrauche rund 70 Prozent seiner Energie für das Heizen. Damit sei die Raumheizung für etwa 15 Prozent der klimaschädlichen CO2-Emissionen verantwortlich.

Solarkollektorfläche in Deutschland vervierfacht

Trittin berichtete, dass die Kollektorfläche in den vergangenen sieben Jahren vervierfacht werden konnte. 6,5 Millionen Quadratmeter Kollektorfläche seien heute in Deutschland installiert. Durch die stetig gestiegene Nachfrage, die gerade durch Initiativen wie die Traunsteiner und ihrer Partner, geschaffen und aufrecht erhalten worden sei, sei die Produktion kontinuierlich erhöht worden und die Kosten seien entsprechend gesunken. „Wir sind stolz darauf, dass Kollektoren für Kombianlagen heute ’nur‘ noch mit 135 Euro pro Quadratmeter gefördert werden. Die Grenze zur Marktfähigkeit ist erreicht“, betonte Jürgen Trittin. Ziel sei nun, die Nutzung von Kombianlagen zur solaren Brauchwassererwärmung und Heizungsunterstützung stärker voranzutreiben. Daher auch die gerade erhöhte Förderung von 110 auf 135 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche bei Kombianlagen und ebenso die Aktion „Wärme von der Sonne“.

Regionalkongress „Neue Energie 2005“ mit „3E-Jobmaschine“

Peter Rubeck, Sprecher des Forums Ökologie, und Martin Winter vom Rosenheimer Solarförderverein (Rosolar) e.V., stellten aktuelle und anstehende Projekte vor. Noch während sie mit Infoveranstaltungen, Ausstellungen und Solarexkursionen zur Kampagne „Wärme von der Sonne“ beschäftigt sind, laufen die Vorbereitungen für den Regionalkongress „Neue Energie 2005“ bereits auf Hochtouren. Unter dem Motto „3E-Jobmaschine“ zeigen die Partner am 22. Oktober in Rosenheim Möglichkeiten der regionalen Wirtschaftsförderung durch erneuerbare Energien, Energie-Effizienz und Energie-Einsparung. Dabei richten sie sich insbesondere an Bürgermeister, Stadt- und Gemeinderäte sowie Verwaltungen. Als positives Beispiel präsentieren sie ein kommunales Nahwärmekonzept mit einem Hackschnitzel-Heizkraftwerk in Reit im Winkl. Anhand des Ortes Tittmoning zeigen sie auf, wie drei Solarstromanlagen eine wahre „Solarlawine“ auslösen können. Und natürlich darf auch die Aktion „Sonnenstrom von Watzmann bis zum Wendelstein“ nicht fehlen.

21.07.2005   Quelle: Forum Ökologie Traunstein   Solarserver.de   © EEM Energy & Environment Media GmbH

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