Niedrigenergiehaus im Bestand: Leuchttürme für energiesparendes Wohnen in Ahrensburg

Vier Ahrensburger Backsteinhäuser aus dem Jahr 1976 setzen neue Maßstäbe im Energiesparen. Die Gebäude der Allmende Wulfsdorf e.V. werden mit innovativer Technik saniert, so dass sie jährlich nur noch 17 Kilowattstunden Energie pro Quadratmeter benötigen – 90 Prozent weniger als vorher und 81 Prozent weniger als ein vergleichbarer Neubau. Die Sanierung ist eines von insgesamt […]

Vier Ahrensburger Backsteinhäuser aus dem Jahr 1976 setzen neue Maßstäbe im Energiesparen. Die Gebäude der Allmende Wulfsdorf e.V. werden mit innovativer Technik saniert, so dass sie jährlich nur noch 17 Kilowattstunden Energie pro Quadratmeter benötigen – 90 Prozent weniger als vorher und 81 Prozent weniger als ein vergleichbarer Neubau. Die Sanierung ist eines von insgesamt 20 Pilotprojekten, welche die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) bundesweit begleitet.  
„Die erfolgreichen Pilotprojekte sollen Leuchttürme sein für die ganze Region“, so Felicitas Kraus, Bereichsleiterin bei der dena. Denn energetisches Sanieren senke nicht nur die Heizkosten. Es erhöhe auch den Wohnkomfort, steigere den Wert einer Immobilie und leiste einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. In den nächsten 20 Jahren müssten in Deutschland voraussichtlich 50 Prozent des Wohnungsbestandes erneuert werden. Darin stecke ein enormes Potenzial.

Holzhackschnitzelheizwerk und Sonnenkollektoren sorgen für warmes Wasser

Ziel des dena-Modellvorhabens „Niedrigenergiehaus im Bestand“ ist, den Einsatz Energie sparender und wirtschaftlicher Techniken bei der Gebäudesanierung zu erproben. Die Allmende Wulfsdorf setzt vor allem auf optimale Dämmung, sehr gute Wärmeschutzverglasung und modernste Haushaltstechnik wie eine Abluftanlagen mit Außenwandluftdurchlässen und ein Holzhackschnitzelheizwerk. Sonnenkollektoren sorgen zusätzlich für warmes Wasser. „Ökologie und Umweltschutz gehören fest zu unserem Konzept“, sagt Volker Spiel von der Allmende Wulfsdorf. „Deshalb war es für uns selbstverständlich, auch bei der Sanierung unserer Gebäude natürliche Ressourcen zu schonen. Wir freuen uns, wenn wir damit ein zukunftsweisendes Beispiel für die Baupraxis liefern können“, so Spiel

Auch Aussehen und Umfeld der Gebäude werden nach der Sanierung kaum wiederzuerkennen sein, so die dena. Sie erhalten neue Fassaden, neue Fensterzuschnitte und ein Staffelgeschoss. Auf dem 6,5 Hektar großen Gelände der Allmende Wulfsdorf mit Badeteich, Kindergarten und Sporthalle entstehen außerdem neun neue Häuser, ebenfalls in Niedrigenergiehaus-Bauweise, sowie ein Gesundheits-, ein Künstler- und ein Dienstleistungszentrum in fünf Bestandsgebäuden. In Zukunft sollen etwa 300 Menschen in der neuen Dorfgemeinschaft wohnen und arbeiten.

Zweite Phase des Modellvorhabens läuft

Um über 100 weitere vorbildliche Sanierungen auf den Weg zu bringen, startete die dena Anfang Mai eine zweite Phase ihres Modellvorhabens. Teilnehmen können alle Gebäudeeigentümer, von der Wohnungsbaugesellschaft bis zum Einfamilienhausbesitzer, deren Gebäude vor 1979 errichtet wurden. Sie erhalten von der KfW-Bankengruppe neben einer Basisförderung aus dem CO2-Gebäudesanierungsprogramm zusätzliche zinsgünstige Darlehen als Modellförderung.

Weitere Informationen und Antragsunterlagen zum dena-Modellvorhaben sind im Internet erhältlich unter: http://www.neh-im-bestand.de

29.08.2005   Quelle: Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)   Solarserver.de   © EEM Energy & Environment Media GmbH

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