Freiberger Unternehmen zur Solarwafer-Analyse gegründet

Zu einem neuen High-Tech-Unternehmen hat ein Forschungsprojekt zur Defektanalyse bei Silizium-Wafern an der TU Bergakademie Freiberg geführt. Kay Dornich und Prof. Jürgen R. Niklas gründeten die Freiberg Instruments GbR, die maßgeschneiderte Analyseapparaturen für die industrielle Solarwafer-Fertigung liefert. Damit hätten in nur wenigen Monaten Ergebnisse der Grundlagenforschung einen schnellen und direkten Weg vom Labor in die […]

Zu einem neuen High-Tech-Unternehmen hat ein Forschungsprojekt zur Defektanalyse bei Silizium-Wafern an der TU Bergakademie Freiberg geführt. Kay Dornich und Prof. Jürgen R. Niklas gründeten die Freiberg Instruments GbR, die maßgeschneiderte Analyseapparaturen für die industrielle Solarwafer-Fertigung liefert. Damit hätten in nur wenigen Monaten Ergebnisse der Grundlagenforschung einen schnellen und direkten Weg vom Labor in die Produktion gefunden, berichtet das Unternehmen in einer Pressemitteilung.  Der Auslöser für die Firmengründung kam aus der Industrie: Die Deutsche Solar AG war an die Forschergruppe an der TU Bergakademie Freiberg herangetreten. Zusammen gingen sie eine exklusive Kooperation ein, um die neuartige Methode unter Nutzung des beiderseitigen Know-hows in die Industrieproduktion zu überführen. Geplant ist der Einsatz des innovativen Verfahrens bereits im neuen Werk, dass 2006 in Freiberg seinen Betrieb aufnehmen soll.

Untersuchung der Wafer während der laufenden Produktion

Die weltweit einmalige Freiberger Technologie erlaube es, die Qualitätssicherung in der photovoltaischen Wertschöpfungskette erheblich zu verbessern, heißt es in der Pressemitteilung. Durch eine berührungslose Untersuchung der Wafer, dem Ausgangsprodukt der späteren Solarzelle, könnten schon zu einem frühen Zeitpunkt in der Fertigung wesentliche elektrische Merkmale des späteren Endprodukts ermittelt werden. Bisher sei dies nur am Ende der kostenintensiven Produktion möglich gewesen. Zudem könnten dank der Analyseapparatur die Produktionsabläufe so optimiert und aufeinander abgestimmt werden, dass sich der Wirkungsgrad der Solarzellen verbessere. Dornich und Niklas nennen einen weiteren Vorteil der Untersuchungs-Methode: Sie kann „inline“, das heißt während der laufenden Produktion vorgenommen werden. Für das künftige Werk der Deutschen Solar bedeute dies, pro Sekunde und Produktionsstrecke einen Solarwafer zu prüfen.

Kooperation mit der Halbleiterindustrie

Die Freiberger Firmengründung sei ein einmaliges Beispiel für die Umsetzung universitärer Forschung in die Praxis. Vor vier Jahren gründete sich die Arbeitsgruppe um Prof. Niklas am Institut für experimentelle Physik der TU Bergakademie Freiberg. Ihr Ziel war, grundsätzliche Fragen zu bisher nicht messbaren Materialeigenschaften von Halbleitern zu beantworten. Erste Erfolge konnten in Zusammenarbeit mit Freiberg Compound Materials erzielt werden. Die Arbeitsgruppe entwickelte ein Verfahren, elektrisch wirksame Fehler von Halbleiter-Wafern mit Hilfe von Mikrowellen berührungs- und vor allem zerstörungsfrei zu entdecken. Auch in der folgenden Zeit sicherte die enge Zusammenarbeit mit Unternehmen der sächsischen Halbleiterindustrie die Praxisnähe der Forschung, wie beispielsweise der Siltronic AG, der Deutschen Solar AG und ZMD Dresden. Dabei seien von Anfang an die notwendigen Analysegeräte in allen Details von den Wissenschaftlern selbst entwickelt worden. Diese Kompetenz könne das neue Unternehmen nun direkt nutzen.

Solarwafer-Analyse für die Deutsche Solar AG; Einsatz in der Chip-Herstellung möglich

In der Anfangsphase will „Freiberg Instruments“ in Kooperationen mit Unternehmen einzelne Projekte realisieren. Dabei liefere die Zwei-Personen-„Garagenfirma“ keine fertigen Produkte, sondern entwickle kundenspezifische Lösungen. Die für die Deutsche Solar entwickelte Analyseapparatur für Solarzellen stelle nur eine Anwendungsmöglichkeit des neuen Verfahrens dar. Auch der Einsatz der Technologie in der Chip-Herstellung sei möglich. Den besonderen Stellenwert des neuen Freiberger Unternehmens belege auch die Tatsache, dass es 2004 bundesweit nur 26 Firmenneugründungen im Hightech-Bereich gegeben habe.

02.09.2005   Quelle: Freiberg Instruments Dornich und Niklas GbR; idw   Solarserver.de   © EEM Energy & Environment Media GmbH

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