Naturschutzring setzt umweltpolitische Eckpfeiler für Koalitionsverhandlungen

Der Präsident des Deutschen Naturschutzrings (DNR), Hubert Weinzierl, hat die Parteien am 27.09. 2005 aufgefordert, wieder zur Diskussion politischer Inhalte zurückzukehren. „Ganz offensichtlich wollen die Wählerinnen und Wähler keine Vorherrschaft der Ökonomie in Deutschland“, sagte er in Berlin nach einer umweltpolitischen Bilanz der Bundestagswahl.   Gerade die konservativen Parteien hätten ihr Wahlziel verfehlt, „weil sie […]

Der Präsident des Deutschen Naturschutzrings (DNR), Hubert Weinzierl, hat die Parteien am 27.09. 2005 aufgefordert, wieder zur Diskussion politischer Inhalte zurückzukehren. „Ganz offensichtlich wollen die Wählerinnen und Wähler keine Vorherrschaft der Ökonomie in Deutschland“, sagte er in Berlin nach einer umweltpolitischen Bilanz der Bundestagswahl.   Gerade die konservativen Parteien hätten ihr Wahlziel verfehlt, „weil sie das magische Dreieck nachhaltiger Politik missachtet haben“, so Weinzierl. Wer nur auf eine freie Wirtschaft setze, vernachlässige aber die soziale und die Umweltfrage, kritisierte der DNR-Präsident. „Das haben die Menschen angesichts von Klimaveränderung, Sturm- und Hochwasserkatastrophen längst begriffen“, betont Weinzierl.

Förderung erneuerbarer Energien statt Verlängerung des Atom-Risikos

Umso wichtiger ist es nach Ansicht des Dachverbands von rund 100 Natur- und Umweltschutzorganisationen, dass bei den kommenden Koalitionsverhandlungen auch die „Natur mit am Tisch“ sitze. Deshalb sieht der DNR jetzt vor allem für die SPD die „Stunde der ökologischen Wahrheit“ gekommen. Sie müsse zentrale Positionen der bisherigen Energie- und Umweltpolitik auch als unverzichtbare Eckpunkte einer Großen Koalition einfordern. Weinzierl nannte dabei als wichtigste Ziele die Förderung erneuerbarer Energien und der Energieeffizienz statt einer Verlängerung des Atom-Risikos; die Vorfahrt für Energie sparende und rußfreie Autos sowie ein Tempolimit. Weiter fordert der DNR das Ende des Donau-Ausbaus und stattdessen mehr Hochwasservorsorge und Naturschutz sowie den Ausbau der Biolandwirtschaft statt der Gentechnik.

Der DNR-Präsident äußerte schließlich die Hoffnung, dass eine Große Koalition auch einen breiten Konsens für eine neue Wertediskussion und mehr Schöpfungsverantwortung möglich mache: „Neue Lebensstile bringen neue Formen von Arbeit und neue Freude an der Zukunft.“ Mit einem solchen Kulturentwurf könne sich Deutschland innerhalb der Weltfamilie glaubwürdiger als bisher positionieren, so Weinzierl.

27.09.2005   Quelle: Deutscher Naturschutzring   Solarserver.de   © EEM Energy & Environment Media GmbH

Schließen