Vertrag für KALINA-Anlage zur Stromerzeugung aus Erdwärme unterzeichnet

Die Geothermie Unterhaching GmbH & Co KG und die Siemens AG schlossen am 18.11.2005 einen Vertrag über den Bau der größten KALINA-Anlage zur Stromerzeugung aus Geothermie in Deutschland. Das Siemens Kraftwerk soll ab 2007 rund 2.000 Haushalte mit Strom versorgen. Die Vertragsunterzeichnung sei ein Meilenstein für die Entwicklung der Geothermie in Deutschland, betonen Geothermie Unterhaching […]

Die Geothermie Unterhaching GmbH & Co KG und die Siemens AG schlossen am 18.11.2005 einen Vertrag über den Bau der größten KALINA-Anlage zur Stromerzeugung aus Geothermie in Deutschland. Das Siemens Kraftwerk soll ab 2007 rund 2.000 Haushalte mit Strom versorgen. Die Vertragsunterzeichnung sei ein Meilenstein für die Entwicklung der Geothermie in Deutschland, betonen Geothermie Unterhaching und Siemens in ihrer Pressemitteilung.
  Nach Feststellung der Fündigkeit im September 2004 begannen die konkreten Verhandlungen über die Errichtung einer Stromerzeugungsanlage. Der Pumptest in Unterhaching hatte ergeben, dass in zirka 3.500 Metern Tiefe Thermalwasser mit einer Temperatur von 122° C bei einer Schüttung von 150 Litern pro Sekunde zur Verfügung steht.

Weltweit modernstes und ergiebigstes Erdwärmekraftwerk wird bis zu 3,4 Megawatt Strom liefern

„Es war ein langer und manchmal steiniger Weg in den Verhandlungen. Letztendlich haben Siemens und Unterhaching ein wie ich meine sehr gutes und faires Vertragsergebnis erzielt“, so der Bürgermeister von Unterhaching, Dr. Erwin Knapek. Der Siemens-Bereich Industrial Solutions and Services (I&S) erhält von der Geothermie Unterhaching GmbH & Co KG den Auftrag, ein schlüsselfertiges Erdwärme-Kraftwerk in Unterhaching bei München zu errichten. In Unterhaching soll das weltweit modernste und ergiebigste Erdwärmekraftwerk entstehen, das im so genannten Niedertemperaturbereich (bis 200° C) arbeitet und wesentlich wirtschaftlicher als bisher das vorhandene Heiß- oder Thermalwasser vor Ort in Energie umwandelt. Im Unterschied zu herkömmlichen Geothermie-Anlagen wird das aus über 3.000 Metern Tiefe stammende, rund 120° C heiße Wasser, nicht nur für das örtliche Fernwärmenetz genutzt, sondern dient je nach Bedarf auch der Stromerzeugung. Im Sommer, wenn nur wenig Fernwärme gebraucht wird, können laut Siemens bis zu 3,4 Megawatt elektrische Energie erzeugt und in das Stromnetz eingespeist werden. Diese Strommenge reiche für die Versorgung von rund 2.000 Haushalten.

Auftragsvolumen rund 16 Millionen Euro

Nach der Vertragsunterzeichnung und dem Vorliegen aller notwendigen Genehmigungen soll im Frühjahr 2006 mit dem Bau der KALINA-Anlage begonnen werden. Als Bauzeit werden 16-18 Monate veranschlagt. Die Anlage wird voraussichtlich im Sommer 2007 ans Netz gehen. Für das jetzt entstehende Kraftwerk liefert Siemens die gesamte oberirdische Anlage. Herzstück ist ein neuartiger, hochwirksamer Wärmetauscher mit Kalinatechnik, die einen sehr wirtschaftlichen Betrieb der Anlage erlaube. Einschließlich der Wartung für die ersten zehn Betriebsjahre beläuft sich das Auftragsvolumen laut Siemens auf rund 16 Millionen Euro. Der Lieferumfang richte sich nach dem Turn-Key-Konzept (schlüsselfertig) und umfasse alle Aggregate und Maschinenbauteile inklusive der Errichtung des Gebäudes sowie Schallschutzmaßnahmen und Netzeinspeisung durch Siemens am Grünwalder Weg in Unterhaching.

Ökologisch und ökonomisch richtungsweisendes Kraftwerk

Das Besondere an der KALINA-Technologie ist laut Siemens das Ammoniak-Wasser-Gemisch, welches bereits bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen Dampf produziert und mittels einer Turbine elektrische Energie erzeugt. Die KALINA-Technologie sei weltweit bei Geothermie- und Industrieanlagen einsetzbar und könne aufgrund ihrer Umweltfreundlichkeit einen großen Beitrag zur Energieversorgung der Zukunft leisten. Das Kraftwerk in Unterhaching gelte als ökologisch wie ökonomisch richtungsweisend für weitere Projekte dieser Art. Das deutschlandweit größte Geothermieprojekt wird mit einem nicht rückzahlbaren Zuschuss sowie einem Sonderdarlehen vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit in Höhe von bisher 4,8 Millionen Euro unterstützt.

„Unseren eingehenden Recherchen zufolge besteht derzeit deutschlandweit auf der Basis bestehender Aufsuchungserlaubnisse ein Investitionsvolumen für geothermische Energieerzeugung von ca. 3 – 3,5 Milliarden Euro“, erklärt Martin Wambach, Geschäftsführender Partner von Rödl & Partner. Die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft leitet das gesamte Geothermieprojekt in Unterhaching. „Von der heutigen Vertragsunterzeichnung geht eine Signalwirkung aus. Denn das Geothermieprojekt hier in Unterhaching ist das Musterbeispiel für die weltweite Entwicklung der Stromversorgung aus Geothermie im Niedertemperaturbereich“, betont Wambach.

22.11.2005   Quelle: Rödl & Partner; openPR   Solarserver.de   © EEM Energy & Environment Media GmbH

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