Mit Sonne, Holz und Erdwärme aus der Heizkostenfalle

Die Verbraucher in Deutschland müssen 2005 über acht Milliarden Euro mehr für Heizung und warmes Wasser zahlen als noch vor zwei Jahren. „Ursache dafür ist, dass Heizöl und Gas immer teurer werden“, sagte der Direktor des Deutschen Mieterbundes, Dr. Franz-Georg Rips, auf einer Pressekonferenz der Informationskampagne für Erneuerbare Energien in Berlin. Jeder Haushalt werde durch […]

Die Verbraucher in Deutschland müssen 2005 über acht Milliarden Euro mehr für Heizung und warmes Wasser zahlen als noch vor zwei Jahren. „Ursache dafür ist, dass Heizöl und Gas immer teurer werden“, sagte der Direktor des Deutschen Mieterbundes, Dr. Franz-Georg Rips, auf einer Pressekonferenz der Informationskampagne für Erneuerbare Energien in Berlin. Jeder Haushalt werde durch die steigenden Brennstoffkosten im Durchschnitt mit jährlich etwa 270 Euro zusätzlich belastet. „Um die Heizkosten dauerhaft bezahlbar zu halten, müssen die Eigentümer von Häusern wesentlich stärker auf Erneuerbare Energien setzen“, so Rips. 
Bund soll Zuschüsse für ölpreissichere Heizungen aufstocken und Wärme aus erneuerbaren Energien per Gesetz fördern

Dazu sei es nötig, die Nutzer von Solarthermie-, Erdwärme- und Holzheizungen besser zu unterstützen, sagte Carsten Körnig, Geschäftsführer der Unternehensvereinigung Solarwirtschaft. „Wir fordern von der Bundesregierung, das Marktanreizprogramm im kommenden Jahr von 180 Millionen Euro auf 240 Millionen Euro aufzustocken. Es darf nicht dazu kommen, dass Verbraucher, die mit erneuerbaren Energien heizen wollen, an zu kleinen Fördertöpfen scheitern“, so Körnig. In diesem Jahr war das Geld aus dem Marktanreizprogramm des Bundes bereits im Oktober komplett vergeben. „Der Einsatz erneuerbarer Energien muss zudem endlich gesetzlicher Standard werden, vergleichbar mit dem baulichen Wärmeschutz“, fordert Körnig. „Wir unterstützen die Bundesregierung daher bei ihrem Vorhaben, ein Gesetz zur Förderung Erneuerbarer Wärme auf die Beine zu stellen.“ Körnig forderte, das Gesetz spätestens im Jahr 2007 in Kraft zu setzen.

Enorme Potenziale erneuerbarer Energien in Deutschland

Das Potenzial der Erneuerbaren Energien zum Heizen ist enorm: Alleine die Sonnenenergie kann ein Drittel des Wärmebedarfs in Deutschland decken, sagte Körnig. Ähnlich groß ist das Potenzial der Erdwärme. In etwa 40 Prozent der deutschen Häuser können Geothermieheizungen für Wärme und warmes Wasser sorgen. Die Erdwärme eignet sich auch für die Fernwärmeversorgung in größeren Städten. So baut die Siemens in München-Unterhaching gegenwärtig ein Geothermieheizkraftwerk, das im Jahr 2007 in Betrieb gehen soll. Es soll Strom für rund 10.000 Haushalte produzieren und Wärme für etwa 4.000 Haushalte in das Fernwärmenetz von Unterhaching einspeisen. „Diese geothermische Fernwärme wird günstiger sein als die konventionell hergestellte“, sagte der Leiter des
Erdwärme-Großprojektes, Christian Schönwiesner-Bozkurt von der Nürnberger
Kanzlei Rödl und Partner.

Holzpellets günstiger als Öl und Gas

Kostenvorteile bietet auch das Heizen mit Holzpellets. „Dieser Brennstoff ist etwa 40 Prozent günstiger als Öl und 30 Prozent günstiger als Erdgas“, so Markus Mann, geschäftsführender Gesellschafter der Westerwälder Holzpellets GmbH in Langenbach/Westerwald. Trotz der derzeit steigenden Nachfrage sei damit zu rechnen, dass die Pellets-Preise stabil bleiben. „Gegenwärtig werden nur 3,9 Proent des deutschen Wärmebedarfs mit Holz gedeckt. Es wächst aber genug Holz im Wald nach, um jedes dritte Haus mit Pellets zu heizen“, sagte Mann.

13.12.2005   Quelle: Informationskampagne für Erneuerbare Energien   Solarserver.de   © EEM Energy & Environment Media GmbH

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