Shell setzt künftig auf Biomasse, Windkraft und Wasserstoff

Royal Dutch Shell hat am 2. Februar 2006 in Den Haag die weiteren Pläne für den Geschäftsbereich „Erneuerbare Energien“ erläutert. Shell habe bisher über eine Milliarde US-Dollar in erneuerbare Energien investiert und gehöre damit zu den weltweit führenden Unternehmen auf diesem Gebiet, berichtet das Unternehmen in einer Pressemitteilung. „Shell will mindestens eine der erneuerbaren Alternativen […]

Royal Dutch Shell hat am 2. Februar 2006 in Den Haag die weiteren Pläne für den Geschäftsbereich „Erneuerbare Energien“ erläutert. Shell habe bisher über eine Milliarde US-Dollar in erneuerbare Energien investiert und gehöre damit zu den weltweit führenden Unternehmen auf diesem Gebiet, berichtet das Unternehmen in einer Pressemitteilung. „Shell will mindestens eine der erneuerbaren Alternativen wie beispielsweise Wind, Wasserstoff oder fortschrittliche Solartechnik zu einem wesentlichen Geschäft entwickeln“, sagte Jeroen van der Veer, Chief Executive der Royal Dutch Shell plc.  „Und wir arbeiten mit Nachdruck daran, unsere Position als größter Verkäufer von Biokraftstoffen weiter auszubauen. Die Maßnahmen, die wir heute für unser Geschäft mit erneuerbaren Energien vorgestellt haben, entsprechen voll und ganz diesen langfristigen Vorstellungen“, so van der Veer weiter.

SolarWorld AG übernimmt kristalline Solarzellenproduktion

Die Solar-Aktivität der Shell-Gruppe auf der Grundlage von kristallinem Silizium will künftig die SolarWorld AG mit Sitz in Bonn zu 100 Prozent übernehmen. Shell will sich jedoch weiter im Geschäft mit konventionellen Solarstromanlagen engagieren, sofern sie für Gebiete in Entwicklungsländern bestimmt sind, die nicht an das öffentliche Stromnetz angeschlossen sind. Mit der Good Energies Investments Inc. sei eine Absichtserklärung unterzeichnet worden, die eine Expansion der Solaraktivität in diesen Ländern vorsieht. Auf dem Gebiet der Solarenergie will sich Shell vor allem auf die Dünnschicht-Technologie (CIS) konzentrieren. Diese siliziumfreie Technologie werde in den kommenden Jahren wahrscheinlich eher im Strommarkt wettbewerbsfähig sein als konventionelle Solarstromanlagen auf Siliziumbasis. Shells CIS Technologie, die auf einer langjährigen F&E- sowie einer mehr als vierjährigen Produktions- und Vertriebserfahrung basiert, hat vor kurzem einen für Dünnschichtzellen bislang unerreichten Wirkungsgrad von 13,5 Prozent erzielt.

Zellulose-Ethanol: Biokraftstoff aus Pflanzenresten

Shell steht nach eigenen Angaben weltweit an der Spitze beim Vertrieb von Biokraftstoffen. Und das Unternehmen sei auch tonangebend bei der Entwicklung von zukunftsweisenden Technologien, mit denen Pflanzenreste zu Kraftstoffen verarbeitet werden (Technologien der zweiten Generation). So stelle Shell in Zusammenarbeit mit dem kanadischen Unternehmen Iogen Corporation Zellulose-Ethanol her. Er wird aus landwirtschaftlichen Abfallprodukten produziert und stehe somit nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelkette. Dieser Biokraftstoff könne in den Automobilen von heute eingesetzt werden; die CO2-Emissionen lägen im Vergleich zu herkömmlichen Kraftstoffen alles in allem um 90 Prozent niedriger.

Außerdem führt Shell zusammen mit Iogen und Volkswagen eine Machbarkeitsstudie für die Herstellung von Zellulose-Ethanol in Deutschland durch. Ferner arbeiten Shell Canada und Iogen gegenwärtig an einem Rahmen für den wirtschaftlichen Betrieb einer neuen Produktionsstätte in Kanada. Diese Projekte auf dem Gebiet der Bioethanol-Produktion ergänzen Shells bestehende Partnerschaft mit Choren Industries, Freiberg/Sachsen. Choren hat ein Patent auf ein Verfahren, mit dem Biomasse wie z. B. Restholz zu hochreinem Synthesegas umgewandelt wird, das sich in einem weiteren Schritt mit Shells GTL-Verfahren (GTL = Gas To Liquids) zu synthetischem Biodiesel umwandeln lässt. Choren bereitet zurzeit den Bau der weltweit ersten kommerziellen BTL-Anlage (BTL = Biomass to Liquids) im sächsischen Freiberg vor.

Windenergie in Europa und den USA; potenzielle Projekte in China

Wind ist laut Shell derzeit eine der vielversprechendsten erneuerbaren Energiequellen. Shells Anteil an einer Reihe von Windparks belaufe sich auf eine Leistung von über 350 Megawatt, die bis 2007 auf etwa 500 Megawatt wachsen soll. Zu diesem Anstieg werde besonders der erste niederländische Offshore-Windpark „Egmond aan Zee“ mit einer Leistung von 108 Megawatt beitragen (Shell Anteil: 50 Prozent). Der Baubeginn ist für März 2006 vorgesehen; der Windpark soll bereits gegen Ende des Jahres mit der Stromerzeugung beginnen. In Großbritannien sei das Offshore-Projekt „London Array“ weiter voran getrieben worden – ein projektierter Windpark vor der Küste Großbritanniens mit einer Leistung von bis zu 1.000 Megawatt. Er wird einer der weltweit größten Windparks. Shells Anteil an diesem Projekt beträgt 33,3 Prozent. In den Vereinigten Staaten sei Shell bereits einer der größten Entwickler von Windparks. Das Unternehmen verfolge derzeit neue Projekte in Texas, Wyoming, Idaho, West Virginia und auf Hawaii: So habe das Unternehmen vor Kurzem die Entwicklungsrechte an dem „Mount Storm-Projekt“ in West Virginia erworben (Shell Anteil 50:Prozent) – mit 300 Megawatt eines der größten neuen Windenergie-Projekte in den USA. Außerdem wird erwartet, dass Shell die Genehmigung für das 200-Megawatt-Projekt „Cotterell Mountain“ in Idaho erhält (Shell Anteil: 50 Prozent). Darüber hinaus hat Shell am 02.02.2006 die Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung mit Guohua Energy Investment Corporation, einem der führenden Energieversorger in China, der zufolge beide Unternehmen potenzielle Windenergie-Projekte in China erkunden wollen.

Engagement beim Aufbau einer Wasserstoff- und Brennstoffzellenwirtschaft

Shell Hydrogen hat am 2. Februar 2006 angekündigt, im Laufe des Jahres zwei neue Wasserstofftankstellen in den USA zu eröffnen. Shell sei auf diesem Gebiet auch in Asien aktiv. Shell Hydrogen engagiere sich auch umfassend in Gemeinschaftsprojekten von Regierungen und Unternehmen, die den Aufbau einer Wasserstoff- und Brennstoffzellenwirtschaft bezwecken. Hierzu gehören beispielsweise die Europäische Plattform für Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie, die California Fuel Cell Partnership (CaFCP) und das Japan Hydrogen and Fuel Cell Demonstration Project (JHFC).

02.02.2006   Quelle: Shell Deutschland Oil GmbH   Solarserver.de   © EEM Energy & Environment Media GmbH

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