SolarWorld übernimmt Produktion der kristallinen Solarzellen von Shell

Die SolarWorld AG (ISIN: DE0005108401) will, vorbehaltlich der Zustimmung der Kartellbehörde, 100 Prozent Solaraktivität der Shell-Gruppe auf der Grundlage von kristallinem Silizium übernehmen. Das berichtet SolarWorld in einer Ad-hoc-Mitteilung. Die von beiden Parteien unterzeichnete Übereinkunft umfasse die Übertragung folgender Shell-Standorte: Vancouver/Washington State und Camarillo/Kalifornien, an denen die Herstellung von Solarsiliziumkristallen-, wafern, -zellen und modulen angesiedelt […]

Die SolarWorld AG (ISIN: DE0005108401) will, vorbehaltlich der Zustimmung der Kartellbehörde, 100 Prozent Solaraktivität der Shell-Gruppe auf der Grundlage von kristallinem Silizium übernehmen. Das berichtet SolarWorld in einer Ad-hoc-Mitteilung. Die von beiden Parteien unterzeichnete Übereinkunft umfasse die Übertragung folgender Shell-Standorte: Vancouver/Washington State und Camarillo/Kalifornien, an denen die Herstellung von Solarsiliziumkristallen-, wafern, -zellen und modulen angesiedelt ist, Gelsenkirchen mit der Solarzellenfertigung, die Vertriebsgesellschaften in München, Singapur und Süd-Afrika sowie die auf kristalline Siliziumtechnologie spezialisierte Forschungs- und Entwicklungsabteilung in München.  Die Produktionskapazitäten, die durch diese Vereinbarung an den SolarWorld-Konzern übergehen, belaufen sich auf rund 80 Megawatt (MW). Das Shell Solar-Geschäft für ländliche Solaranwendungen (Rural Business) sei von der Transaktion ausgenommen. Über die Finanzkonditionen der Übernahme haben die Partner Stillschweigen vereinbart.

SolarWorld AG auf dem Weg zur Nummer Eins im Solarmarkt USA

Mit den zusätzlichen Kapazitäten steige die SolarWorld AG zum größten Produzenten von Solarstromtechnologien in den USA auf, heißt es in der Pressemitteilung des Unternehmens. „Angesichts des kürzlich beschlossenen umfangreichen Förderprogramms in Kalifornien nutzt der SolarWorld-Konzern mit dieser Expansion exzellente Wachstumschancen und schafft eine globale ‚SolarWorld‘ mit Produktions- und Vertriebspräsenz in den international wachstumsstärksten Solarmärkten“, sagt Dipl.-Ing. Frank H. Asbeck, Vorstandssprecher der SolarWorld AG. Die Shell-Gruppe unterhalte im kalifornischen Camarillo eine integrierte Wafer-, Zellen- und Modulfertigung, die künftig von der SolarWorld AG als SolarWorld Industries betrieben werde. In Vancouver/Washington, im Nordwesten der USA, komme eine Produktionsstätte für monokristalline Solarsiliziumsäulen hinzu. Die monokristalline Solartechnologie erziele höchste Wirkungsgrade und sorge damit für die gebotene Effizienz beim Rohstoffeinsatz. Die moderne Solarzellenfabrik in Gelsenkirchen stelle eine ideale Ergänzung zur hochwertigen Zellproduktion des SolarWorld-Konzerns in Freiberg dar. Über die neuen Vertriebsaktivitäten in Süd-Afrika und Singapur erlange die SolarWorld AG zudem Präsenz in aussichtsreichen Märkten Asiens und Afrikas.

Siliziumversorgung sicher

„Dieser lucky deal findet vor dem Hintergrund unserer strategischen Entscheidung statt, Kapazitäten und Präsenz in den am stärksten expandierenden Solarmärkten auszubauen. Die neuen Aktivitäten passen ideal in unser Portfolio und stärken unsere Position zur Versorgung der weltweit steigenden Nachfrage nach Solarenergie“, Asbeck. „Wir erwarten, dass der – infolge der derzeitigen Rohstoffsituation – niedrige Siliziumdurchsatz an den neuen Standorten in naher Zukunft beendet wird. Parallel zu den uns durch die Vereinbarung neu zufließenden Rohstoffen werden wir einen Teil unserer Ressourcen der dortigen Produktion zur Verfügung stellen. Anfänglich erwarten wir an den neuen Standorten eine Auslastung von 50 Prozent. Wir gehen davon aus, die Kapazitäten bis 2007/2008 voll ausnutzen zu können. Die Ausbaupläne des SolarWorld-Konzerns in Freiberg werden durch die Übernahme der neuen Standorte nicht berührt“, so der SolarWorld-Chef.

Shell-Mitarbeiter werden übernommen

Die SolarWorld AG will 575 Shell Solar-Mitarbeiter weiterbeschäftigen. Für alle Personen bestehe eine Beschäftigungsgarantie von einem Jahr. „Wir wollen auch darüber hinaus alle Mitarbeiter halten. Wir schätzen, dass die Auslastung in den neuen Fabriken kontinuierlich ansteigen wird und mit dem Ende der relativen Rohstoffverknappung 2008 der Großteil der Beschäftigungsverhältnisse gesichert werden kann. Seit unserer Gründung im Jahr 1998 haben wir nur Mitarbeiter neu eingestellt. Diesen Weg wollen wir weiter gehen“, kündigt Asbeck an. Für die Kunden der Shell Solar ändere sich nichts. Sie würden fortan von der SolarWorld AG gewohnt zuverlässig betreut.

Frank Asbeck: Möglicherweise erster und letzter großer ‚Merger‘ im internationalen Solarmarkt

„Der Übergang der Shell Solar auf die SolarWorld AG ist Ausdruck einer sich seit längerem abzeichnenden Konsolidierung in der Branche“, bewertet Asbeck die Übernahme aus der Marktperspektive. Es könne aber sein, dass dies auf absehbare Zeit der erste und vielleicht letzte große Zusammenschluss im internationalen Solarmarkt sei. „Die anderen großen internationalen Player sind in fester Hand. Große kapitalkräftige Unternehmen stehen dahinter. Es ist aus heutiger Sicht nur schwer vorstellbar, dass einer dieser Akteure durch Übernahmen vom Markt verschwinden wird“, so Asbeck. Konsolidierungen und Übernahmen im Bereich weniger kapital- und know-how-intensiver Solarstromsegmente wie der Solarzellen- und Solarmodulfertigung seien in der Branche dagegen ebenso wahrscheinlich wie die von Handels- und FuE-Unternehmen.

02.02.2006   Quelle: SolarWorld AG   Solarserver.de   © EEM Energy & Environment Media GmbH

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