Steigende Energiepreise: Energetische Gebäudesanierung rechnet sich

Je höher die Energiepreise steigen, desto mehr lohnt sich für Hauseigentümer eine energiesparende Sanierung ihres Gebäudes. Maßnahmen wie die Dämmung von Dach und Wänden oder das Erneuern der Heizungsanlage können den Energieverbrauch und die damit verbundenen Kosten drastisch senken, so die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) in einer Pressemitteilung.  Die energetische Gebäudesanierung verschaffe dem Eigentümer langfristig […]

Je höher die Energiepreise steigen, desto mehr lohnt sich für Hauseigentümer eine energiesparende Sanierung ihres Gebäudes. Maßnahmen wie die Dämmung von Dach und Wänden oder das Erneuern der Heizungsanlage können den Energieverbrauch und die damit verbundenen Kosten drastisch senken, so die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) in einer Pressemitteilung.  Die energetische Gebäudesanierung verschaffe dem Eigentümer langfristig mehr finanzielle Freiheit und steigere den Marktwert des Gebäudes, denn der Faktor „energetische Qualität“ werde zu einem immer wichtigeren Kriterium für Käufer und Mieter. Wann sich Sanierungsmaßahmen bezahlt machen hat die dena nachgerechnet.

Wirtschaftlichkeit konkreter Modernisierungsmaßnahmen in drei verschiedenen Varianten berechnet

Ein durchschnittliches, nicht saniertes Einfamilienhaus aus dem Jahr 1970 mit einer Wohnfläche von 150 Quadratmetern verbraucht jährlich etwa 4.500 Liter Heizöl für die Raumheizung und warmes Wasser. Bei den Heizölpreisen der letzten Wochen von rund 62 Euro und mehr für 100 Liter fallen Energiekosten von zirka 2.770 Euro an, von denen je nach Modernisierungsumfang bis zu 1.840 Euro eingespart werden können. Die dena hat die Wirtschaftlichkeit konkreter Modernisierungsmaßnahmen in drei verschiedenen Varianten berechnet. Den Beispielen liegt die realistische Annahme zu Grunde, dass die Energiepreise künftig um rund 5 Prozent pro Jahr steigen werden, was noch unter dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre liegt.

Dämmung der obersten Geschossdecke rechnet sich nach elf Jahren

Variante 1 – Teildämmung: Eine gute Dämmung der obersten Geschossdecke, der Kellerdecke und der Rohrleitungen spart bei Investitionskosten von etwa 7.500 Euro rund 20 Prozent der benötigten Energie. Die Ersparnis liegt damit im ersten Jahr bei 550 Euro – und steigt in jedem weiteren Jahr mit den Energiepreisen um fünf Prozent. Die Investition rechnet sich damit nach 11 Jahren.

Neue Heizung mit Brennwerttechnik und Solarwärmeanlage nach 10 Jahren amortisiert

Variante 2 – Heizungserneuerung: Der Einbau einer neuen Heizungsanlage mit Brennwerttechnik und Solarwärmeanlage spart etwa 35 Prozent Energie. Das macht bei heutigen Preisen eine Einsparung von 970 Euro, die jährlich um fünf Prozent wächst. Die Investitionskosten in Höhe von ca. 12.000 Euro sind nach 10 Jahren amortisiert.

Komplett-Modernisierung macht sich nach 16 Jahren bezahlt

Variante 3 – „Komplett-Modernisierung“: Eine umfassende Modernisierung des Gebäudes auf Neubau-Niveau umfasst die Dämmung der obersten Geschoss- und der Kellerdecke sowie der Rohrleitungen und der Außenwände, zusätzlich den Einbau von Wärmeschutzfenstern und einer neuen Heizungsanlage. Die Maßnahmen kosten insgesamt etwa 47.000 Euro und lösen Energiekosteneinsparungen von etwa 1.840 Euro (65 Prozent) im ersten Jahr aus. Bei einer fünfprozentigen Energiepreissteigerung pro Jahr macht sich diese Investition nach etwa 16 Jahren bezahlt.

Zinsgünstige KfW-Kredite, Tilgung in Höhe der eingesparten Energiekosten

Dabei sei es weder notwendig noch sinnvoll, die Modernisierung aus erspartem Eigenkapital zu finanzieren, betont die dena: Die KfW Förderbank bietet im Rahmen ihrer Förderprogramme äußerst zinsgünstige Kredite für die Gebäudemodernisierung an. Auch die drei Rechenbeispiele basieren auf der Finanzierung über einen KfW-Kredit. In einem cleveren Finanzierungskonzept entsprechen die jährlichen Tilgungszahlungen den eingesparten Energiekosten. So kann die Kostenbelastung für eine energetische Modernisierung minimiert werden. Ist die Investitionssumme aus den eingesparten Energiekosten erst einmal gedeckt, kommen alle weiteren Einsparungen direkt dem Eigentümer zu Gute.

Gebäudeenergiepass kommt

Wer ohnehin eine Gebäudesanierung plant, sollte laut dena auf jeden Fall auch die energetische Qualität des Gebäudes durch geeignete Maßnahmen verbessern. Außerdem wird im Jahr 2006 der Gebäudeenergiepass für alle Häuser und Wohnungen zur Pflicht, die verkauft oder neu vermietet werden. Damit können Eigentümer, Käufer und Mieter auf einen Blick sehen, wie effizient ein Gebäude ist und welche Sanierungsmaßnahmen empfehlenswert sind.

Weitere Informationen zum energiesparenden Bauen und Modernisieren sowie zu Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten enthalten die Broschüren „Modernisierungsratgeber Energie“ und „Bauen für die Zukunft“ der dena. Sie können bestellt oder heruntergeladen werden unter: http://www.zukunft-haus.info (Stichwort: „Publikationen“).

06.05.2006   Quelle: Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)   Solarserver.de   © EEM Energy & Environment Media GmbH

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