Solarwärme profitiert von steigenden Ölpreisen; Geschäftsklimaindex Solarthermie weiter auf hohem Niveau

Die wegen der zunehmend angespannten Lage im Nahen Osten steigenden Rohölpreise führen zu einer größeren Beliebtheit von Solarthermie, berichtet der Europressedienst Bonn in einer Pressemitteilung. So wachse die Solarbranche trotz Kürzungen staatlicher Zuschüsse weiter. Dies zeige die positive Entwicklung des Geschäftsklimaindizes der Solarthermie-Branche, der von EuPD Research herausgegeben wird.  Gute Geschäftslage mit verhaltenem Ausblick Der […]

Die wegen der zunehmend angespannten Lage im Nahen Osten steigenden Rohölpreise führen zu einer größeren Beliebtheit von Solarthermie, berichtet der Europressedienst Bonn in einer Pressemitteilung. So wachse die Solarbranche trotz Kürzungen staatlicher Zuschüsse weiter. Dies zeige die positive Entwicklung des Geschäftsklimaindizes der Solarthermie-Branche, der von EuPD Research herausgegeben wird. 

Gute Geschäftslage mit verhaltenem Ausblick

Der Einsatz von Sonnenkollektoren zur Brauchwassererwärmung und Heizungsunterstützung liegt laut EuPD Research im Trend. Am Ende des zweiten Quartals konsolidierte sich der Geschäftsklimaindex auf hohem Niveau: Das Geschäftsklima liege wie auch im vorangegangenen Quartal weiterhin mit 25 Punkten über der Ausgangsbasis 100. Dieses Ergebnis gründet laut EuPD Research sowohl auf der aktuellen Geschäftslage als auch auf den Geschäftserwartungen.

Tendenz zu etwas höheren Kollektorpreisen

Mehr als zwei Drittel der 100 von EuPD Research befragten Unternehmen beurteilen ihre Geschäftslage zum Ende des zweiten Quartals als eher gut beziehungseise sehr gut. Besonders die Hersteller profitierten von der starken Nachfrage nach Sonnenkollektoren: 90 Prozent sind mit ihrer aktuellen Geschäftslage mehr als zufrieden. Die hohe Nachfrage nach Solarthermie-Produkten führt gleichzeitig nach Ansicht eines Teils der Branche zu leicht höheren Kollektorpreisen.

Kürzung der Zuschüsse im Marktanreizprogramm stimmt pessimistisch

Auch wenn sich die Marktteilnehmer über die gute Geschäftslage freuen können, sei erkennbar, dass dieser positive Trend größtenteils auf den im vergangenen Jahr eingegangenen Anträgen für das Marktanreizprogramm (MAP) der KfW Bank beruht, so EuPD Research. Hiervon profitiere die Branche noch heute. Doch im Hinblick auf die Zukunftserwartungen seien die Befragten pessimistischer, was teilweise mit der Kürzung der staatlichen Investitionszuschüsse im Rahmen des Marktanreizprogramms (MAP) zu begründen sei.

Solarwärmeanlagen vom Lebensmittel- Discounter

Außerdem zeichne sich eine neue Tendenz ab: Nun würden auch Discountermärkte Solarwärmeanlagen vermarkten. So biete der Plus-Markt der Tengelmann Gruppe einen Solar Komplett-Selbstbausatz. Der Käufer erfahre aber nicht, welche Firma der Hersteller ist.

Neue Förderprogramme: Branche favorisiert Nutzungsmodell
Trotz Kürzung der MAP-Fördermittel plant die Bundesregierung die Verabschiedung eines neuen Instruments, das den Ausbau erneuerbarer Energien im Wärmesektor nachhaltig fördern soll. Im Rahmen dieses Prozesses veranstaltet das Bundesumweltministerium (BMU) zurzeit eine öffentliche Anhörung. Unter den fünf von der Regierung vorgeschlagenen Modellen wird eines von der Solarwärmebranche deutlich bevorzugt: 44,4 Prozent der von EuPD Research befragten Unternehmen favorisieren ein so genanntes „Nutzungsmodell“. Danach werden Hauseigentümer dazu verpflichtet, beim Neubau oder im Rahmen von Modernisierungsmaßnahmen zu einem bestimmten Prozentsatz erneuerbare Energieträger in ihrer Heizanlage einzusetzen.

Nur ein Viertel der Branche will das „Wärme-EEG“

Das dem „Erneuerbare-Energien-Gesetz“ (EEG) vergleichbare Bonusmodell, das so genannte „Wärme-EEG“, wird hingegen nur von 23,5 Prozent der Unternehmen befürwortet. Im Mittelpunkt dieser Option steht die Zahlung einer staatlichen Vergütung für die aus erneuerbaren Energien produzierte Wärme. Parallel dazu sieht der Vorschlag des BMU vor, dass die Betreiber kleinerer Anlagen, ähnlich wie im Rahmen des MAP, eine einmalige Bonuszahlung als Investitionszuschuss erhalten.

Für die ausschließliche Zahlung von Investitionszuschüssen stimmten hingegen lediglich rund 20 Prozent der befragten Marktteilnehmer. Wann die Bundesregierung ein neues Förderinstrument tatsächlich verabschieden wird, steht bisher noch nicht fest. Zurzeit findet laut BMU eine Anhörung der von der Regelung betroffenen Verbände statt.

Der Geschäftsklimaindex Solarthermie wird vierteljährlich vom Marktforschungsinstitut EuPD Research erhoben. Hundert Unternehmen der Solarthermiebranche aus Produktion, Großhandel und Handwerk liefern Daten für den Index. Aus diesen aktuellen Erkenntnissen zur unternehmerischen Stimmungslage und den Erwartungen für die Geschäftsentwicklung für die nächsten sechs Monate ergibt sich ein Stimmungsbarometer.

31.07.2006   Quelle: Europressedienst Bonn   Solarserver.de   © EEM Energy & Environment Media GmbH

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