Wissenschaftler forschen für nachhaltige Energieversorgung

Auf seiner Jahrestagung vom 21. bis 22. September in Berlin präsentierte der ForschungsVerbund Sonnenenergie (FVS) neuste Forschungsergebnisse zu nachhaltigen Energietechniken. Die Jahrestagung „Forschung und Innovation für eine nachhaltige Energieversorgung“ stand unter der Schirmherrschaft von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel: „Die großen globalen Herausforderungen erfordern eine Doppelstrategie bestehend aus dem Ausbau der erneuerbaren Energien und der beschleunigten Steigerung […]

Auf seiner Jahrestagung vom 21. bis 22. September in Berlin präsentierte der ForschungsVerbund Sonnenenergie (FVS) neuste Forschungsergebnisse zu nachhaltigen Energietechniken. Die Jahrestagung „Forschung und Innovation für eine nachhaltige Energieversorgung“ stand unter der Schirmherrschaft von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel: „Die großen globalen Herausforderungen erfordern eine Doppelstrategie bestehend aus dem Ausbau der erneuerbaren Energien und der beschleunigten Steigerung der Energieeffizienz“, sagte der Minister.
 

„Die Forschung spielt dabei eine zentrale Rolle. Denn um den erneuerbaren Energien zum Durchbruch zu verhelfen, müssen wir die Kostensenkung noch schneller als bisher vorantreiben“, so Gabriel weiter. „Nachhaltigkeit braucht Forschung und Entwicklung und eine erhöhte Innovationsgeschwindigkeit. Deshalb empfiehlt der ForschungsVerbund Sonnenenergie eine Verdopplung der Forschungsförderung auf mindestens 300 Millionen Euro pro Jahr“, betonte der FVS.

Erneuerbare Energien sind nachhaltig

Die Wissenschaftler haben für die Nutzung erneuerbarer Energiequellen Technologien entwickelt, die ökologisch verträglich, ressourcensicher, global einsetzbar und damit sozial gerecht und wirtschaftlich leistungsfähig sind. Diese Kriterien der Nachhaltigkeit würden von keiner anderen Technik so überzeugend erfüllt wie von den Technologien zur Nutzung der erneuerbaren Energien, so der FVSW. Forschung und Entwicklung für neue Technologien und ihre bewusste Ausrichtung an ökologischen und ökonomischen Kriterien führe zu CO2-Einsparungen, senke die Kosten und erhöhe die Nutzungsmöglichkeiten.

Zusätzliche Potenziale für Deutschlands Energieversorgung

Flexible Dünnschichtsolarzellen beispielsweise erweitern die Anwendungsfelder für die Photovoltaik, aus Biomasse lassen sich durch neue Verfahren wasserstoffreiche Kraftstoffe gewinnen und die Erforschung und Erschließung der Offshore-Windenergienutzung setzt ein außerordentlich großes zusätzliches Potenzial für Deutschlands Energieversorgung frei. Eine neue Stimulationstechnologie zur geothermischen Stromerzeugung führt zu Einsatzmöglichkeiten in einer weit verbreiteten geologischen Gesteinsformation. Dadurch werde die Nutzung der Erdwärme an sehr viel mehr Standorten möglich, betont der FVS.

Verbesserte Technologien für solare Heizung und Kühlung

Durch Kommunikations- und Informationssysteme könne die Energieversorgung künftig auf die aktuelle Angebots- und Nachfragesituation eingestellt werden, so der FVS. Dies führe zu einer effizienteren Nutzung erneuerbarer Energien. Durch Nahwärmesysteme mit saisonalen Speichern kann der Anteil solarer Wärmeenergie am Heizungsbedarf laut FVS deutlich erhöht werden. Solarthermische Kraftwerke erreichten eine hohe solare Wirtschaftlichkeit, eine sehr gute solare Jahresausbeute, hätten einen relativ geringen Flächenbedarf und brächten einen hohen Wertschöpfungsanteil für die deutsche Industrie. Schließlich könnten Gebäude durch Solarwärme und mit nur minimalem Stromverbrauch perfekt klimatisiert werden, heißt es in der FVS-Pressemitteilung.

Nachhaltigkeit als Leitstrategie für Forschung und Entwicklung

Nachhaltigkeit ist die Leitstrategie für den ForschungsVerbund Sonnenenergie zur Erforschung und Entwicklung erneuerbarer Energietechniken. „Wir zeigen, dass Forschung und Entwicklung Technologien hervorbringen, die erneuerbare Energien zuverlässig und mit wachsenden Anteilen in unsere Energieversorgung integrieren“, sagte Prof. Dr. Michael Steiner, der wissenschaftliche Tagungsleiter und Sprecher des HGF Programms Erneuerbare Energien- „Doch diese nachhaltigen Energietechnologien fallen nicht vom Himmel. Nachhaltigkeit von Techniken entsteht in einem bewussten Zusammenspiel politischer, sozialer, ökologischer und ökonomischer Kräfte. Die Wissenschaftler nehmen diese Prinzipien in ihre Forschungs- und Entwicklungspläne auf, um die Techniken unseren Lebensbedingungen anzupassen, sie umweltfreundlich und wirtschaftlich zu machen. Für diese drängende Aufgabe brauchen wir in Zukunft eine deutlich verstärkte Forschungs- und Entwicklungsförderung“, betont Prof. Dr. Steiner.

Forschung im Verbund

Bei der Erforschung und Entwicklung der erneuerbaren Energietechniken geht es laut FVS nicht nur um die Technikentwicklung für die effiziente Nutzung erneuerbarer Energiequellen. Im Blickfeld stünden auch die Nutzer dieser Technologien mit ihren Anforderungen. Es müsse beachtet werden, wer diese Techniken benutzen soll, wie sie eingesetzt werden können, was sie kosten dürfen und wie umweltfreundlich sie sind. Darum führten die Kriterien der Nachhaltigkeit immer wieder zu neuen Forschungsprojekten im FVS, die ökologische, ökonomische und soziologische Vorgaben in den Forschungsprozess integrieren und im Ergebnis neue, verbesserte Eigenschaften der Energietechniken aufweisen. Der ForschungsVerbund Sonnenenergie bietet hierfür effektive Netzwerke, welche die Expertisen verschiedener Disziplinen zusammenführen und im Zusammenspiel von Forschung, Entwicklung und Anwendung Nachhaltigkeit beschleunigt vorantreiben.

26.09.2006   Quelle: FVS   Solarserver.de   © EEM Energy & Environment Media GmbH

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