Russischer Öl-Stopp: BMU Staatssekretär Müller fordert effiziente Energienutzung

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„Nach der Unterbrechung der Ölpipeline von Russland nach Deutschland gilt es, endlich die Konsequenzen zu ziehen, die schon seit Jahren diskutiert werden: nämlich der Umbau in Richtung eines intelligenten und effizienten Umgangs mit den natürlichen Ressourcen. Es ist die Stunde der neuen Ökonomie und nicht der alten“, betont der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Michael Müller.
Die Unterbrechung der Pipeline sei ein erneutes Warnsignal für die Verwundbarkeit der modernen Industrie. Nahezu jedes Land sei von Energie- und Rohstoffimporten abhängig, bei der Energie gelte dies für Deutschland zu mehr als 70 Prozent. „Dies gilt darüber hinaus für eine Vielzahl von Stoffen wie etwa Zinn, Platin oder Titan, die wichtige Grundlagen für Produkte der Hochtechnologie sind. Und deshalb sind wir hochgradig verwundbar“, warnt Müller.

Dritter Weltkrieg um Energie und Rohstoffe?
Angesichts der Knappheiten und Preissprünge würden Ressourcenkriege zur größten Gefahr des 21. Jahrhunderts, warnt Müller. Die Entwicklung der Golfstaaten zeige, dass diese Gefahr ernst zu nehmen ist. „Wenn es einen dritten Weltkrieg gibt, dann wird er um Energie und Rohstoffe gehen“, zitiert Müller den früheren US-Verteidigungs- und Energieminister James Schlesinger. „Der Kampf um Ressourcen ist eine Schlüsselfrage der Zukunft“, habe auch Henry Kissinger festgestellt. Und in einer Bewertung des amerikanischen Pentagon heiße es: „Die Welt ist bei Titan, Niob, Zinn, Beryllium, Germanium oder Platin ebenso verwundbar wie bei Öl.“

Anstrengungen bei den erneuerbaren Energien und nachwachsenden Rohstoffe verstärken
Die zusammenwachsende Welt sei auf Gegenseitigkeit angewiesen, so Müller. Der Ausweg liege in einer Doppelstrategie: Zum einen müsse Deutschland massiv seine Anstrengungen verstärken: beim Einsparen, bei der Effizienzsteigerung, bei der Kreislaufwirtschaft sowie bei den erneuerbaren Energien und nachwachsenden Rohstoffen. Das zahle sich aus, denn das seien die Märkte der Zukunft. „Das häufige Argument, wir brauchen in diesen Sektoren noch Zeit, ist falsch. Im Gegenteil: Wir haben schon viel zu viel Zeit verloren. Deshalb muss der Druck für den Umbau erhöht werden“, so Müller. Zum anderen müssten die Anstrengungen für eine „Energie und Rohstoff-KSZE“ verstärkt werden. „Wir brauchen entsprechende Allianzen, die von wechselseitiger Unterstützung und Kooperation ausgehen. Russland kann Rohstoffsicherheit garantieren, die EU kann moderne Effizienztechnologien anbieten“, fasst der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesumweltministerium zusammen.

10.01.2007 | Quelle: BMU | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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