SPD: Windkraft-Installationen übertreffen Szenarien, Atomstrom kann ersetzt werden

NULL

Mit etwas mehr als 2.200 Megawatt (MW) im Jahr 2006 installierter Leistung übertreffen die am 16.01.2006 präsentierten Aufstellungszahlen der Windenergie-Branche die ursprünglich in den Szenarien zugrunde gelegten Werte zum Ausbau der Windkraft in Deutschland deutlich. Das berichtet der umweltpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Marco Bülow, in einer Pressemitteilung. Aktuell seien etwa 20.622 MW Windkraftleistung in Deutschland installiert; für 2006 waren etwa 1.750 MW prognostiziert worden. Zusammen mit den rasanten Zuwächsen bei der Biomasseverstromung, bei Biogas und bei der Sonnenenergie sowie mit den übrigen erneuerbaren Energien, wie der traditionellen Wasserkraft und der noch in den Anfängen befindlichen Geothermie, deckten die erneuerbaren Energien einen immer weiter steigenden Teil der Stromerzeugung Deutschlands, betont Bülow.

„Die Stromerzeugung aus Atomenergie ist allein durch die erneuerbaren Energien ersetzbar“
Bereits der jüngst vorgestellte EU-Fortschrittsbericht über den Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, der im Rahmen des EU-Energiepaktes präsentiert wurde, bescheinige Deutschland eine Vorreiterrolle beim Ausbau der erneuerbaren Energien: Das für 2010 vorgesehene Ziel eines Anteils von 12,5 Prozent dürfte vorzeitig erreicht werden, so Bülow. Für 2020 könne mit rund 25 Prozent das Minimal-Ziel von 20 Prozent übertroffen werden. Die rasante Entwicklung in der Realität mache einmal mehr deutlich, was auch schon Szenarien der letzten Energie-Enquete-Kommission des Bundestages oder Gutachten von namhaften Wissenschaftsinstituten aufgezeigt hätten: „Die Stromerzeugung aus Atomenergie ist allein durch die erneuerbaren Energien ersetzbar. Wenn wir zudem noch die Energieeffizienz weiter steigern, werden wir riesige Fortschritte im Kampf gegen den Klimawandel und die Energieressourcenabhängigkeit erreichen“, heißt es in der Pressemitteilung.

Kritik an CDU und CSU in Bund und Ländern
„Statt immer wieder aufs Neue die energiepolitische Diskussion ideologisch auf die Verlängerung der AKW-Laufzeiten einzuengen, sollten sich die Spitzenpolitiker von CDU und CSU gerade zur Bewahrung der Schöpfung, zum Erhalt der Natur und aus Gründen der Generationengerechtigkeit für die Steigerung der Energieeffizienz und den Ausbau Erneuerbarer Energien einsetzen“, fordert Bülow. Bei den erneuerbaren Energien müssten noch vorhandene administrative und rechtliche Hindernisse zum Ausbau beseitigt werden; im Rahmen einer Repowering-Strategie auf Bundes- und Landesebene gelte es, die ertragreichen Standorte für Windkraftanlagen optimal auszuschöpfen. In Sachen Energieeffizienz gelte es, durch eine anspruchsvolle Novellierung des Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetzes und eine engagierte nationale Umsetzung der Endenergieeffizienz-Richtlinie sowie der so genannten Öko-Design-Richtlinie die Energieproduktivität zu steigern. „In beiden Bereichen könnte die CDU/CSU – zum einen über das Bundeswirtschaftsministerium, zum anderen über die CDU-geführten Bundesländer – auch einmal eine konstruktive Rolle spielen“, merkt Bülow an.

18.01.2007 | Quelle: SPD-Bundestagsfraktion | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

Schließen