Solarwärme 2006: Rekordwachstum in Deutschland

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Die deutsche Solarwärme-Branche meldet Rekordzuwächse für das Jahr 2006: Nach Angaben des Bundesverbandes Solarwirtschaft e. V. (BSW) wuchs die neu installierte Solarthermie-Leistung und damit der Branchenumsatz mit Solarwärmeanlagen im letzten Jahr um 58 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Er stieg in Deutschland auf 1,2 Milliarden Euro. Die rund 4.000 deutschen Solarunternehmen beschäftigten 2006 rund 19.000 Mitarbeiter, 6.500 Beschäftigte mehr als im Vorjahr.
„Solares Heizen profitiert ganz klar von zunehmenden Engpässen bei Öl und Gas und der damit verbundenen Kostenexplosion. Die berechtigte Angst der Verbraucher vor weiteren Preissprüngen und zunehmenden Klimaschäden macht Solarenergie zum Verkaufsschlager und füllt die Auftragsbücher der mittelständischen Solarwärmeindustrie. Der Countdown für die 1 Millionste Anlage läuft!“, kommentiert BSW-Geschäftsführer Carsten Körnig die aktuellen Branchenzahlen.

Sonnenkollektoren ersetzen 500 Millionen Liter Öl
Ende 2006 waren nach BSW-Angaben 940.000 Solarwärme-Anlagen auf deutschen Dächern installiert. Damit können bereits heute jährlich rund 500 Millionen Liter Öl beziehungsweise Kubikmeter Gas eingespart werden. Hinzu kommen laut BSW vermiedene Emissionen des Treibhausgases Kohlendioxid von jährlich rund einer Million Tonnen. Für die kommenden Jahre rechnet der BSW mit einer weiteren Expansion und folgt damit der Einschätzung des Schweizer Bankhauses Sarasin, das bis 2010 ein jährliches globales Wachstum bei der neu installierten Leistung von 25 und 30 Prozent erwartet. Durch den raschen Ausbau der Solarwärme kann Deutschland nach BSW-Einschätzungen seine Importabhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern und mittel- bis langfristig rund 30 Prozent aller Ölimporte aus Nahost einsparen.

Geschäftslageindex erreicht neues Allzeithoch
Entsprechend positiv schätzen die Solarwärmeunternehmen hierzulande ihre Geschäftslage und Zukunft ein, wie das Marktforschungsinstitut EuPD Research im Rahmen einer Befragung von 100 Marktteilnehmern ermittelte. Der so genannte Geschäftslageindex erreichte im 4. Quartal 2006 mit 148 Punkten ein neues Allzeithoch und auch der Geschäftklimaindex – der Mittelwert aus aktueller Geschäftslage und Geschäftserwartung – zog deutlich an. „Die Branchen-Stimmung hellt sich spürbar auf“, sagt Michael Forst, Managing Partner des Brancheninformationsdienstes EuPD. Als Gründe dafür führt er die Neuauflage des Marktanreizprogramms zu Gunsten erneuerbarer Energien und das von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel für Mitte 2007 angekündigte Gesetz für Wärme aus regenerativen Quellen nach dem Vorbild des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) an. Diese Planungssicherheit habe den Unternehmen bislang gefehlt, wie der bisherige Wellenkurs beim Geschäftsklimaindex zeige, so Forst weiter.

Wärmegesetz als Marktöffner und Investitionsanreiz für den Technologiestandort
Der BSW fordert seit drei Jahren von der Bundesregierung eine gesetzliche Verstetigung der Solarförderung. „Die Überführung der jedes Jahr aufs Neue unter Prüfungsvorbehalten stehenden Solarwärme-Zuschüsse in ein Wärmegesetz ist überfällig. Wir hoffen auf eine schnelle Einigung der Koalitionsfraktionen“, so Körnig. Das geplante Wärmegesetz analog zur Stromproduktion sei ein wichtiger Marktöffner und Investitionsanreiz für den Technologiestandort Deutschland und werde sich in jeder Hinsicht auszahlen, betont der BSW-Geschäftsführer. Auch der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) habe sich inzwischen der Forderung nach einem Wärmegesetz angeschlossen.

01.02.2007 | Quelle: BSW | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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