Fachverband: Zubau an Biogasanlagen 2006 erstmals dem Neubau von Windkraftanlagen gleichwertig

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2006 war das bisher erfolgreichste Jahr der Biogas-Produzenten, berichtet der Fachverband Biogas in einer Pressemitteilung. Die neu installierte Gesamtleistung von mindestens 550 Megawatt (MW) sei aufgrund der vierfach höheren Auslastung im Betrieb gleichwertig mit den im vergangen Jahr neu installierten 2.280 Megawatt Windkraft-Leistung. Die neuen Biogasanlagen werden Fachverband jährlich rund 3,9 Milliarden Kilowattstunden Strom produzieren.
Die etwa 3.500 Biogasanlagen, die in Deutschland arbeiten, erzeugten 2006 insgesamt deutlich über 5 Milliarden Kilowattstunden Strom aus Bioenergie. Biogas erfülle damit die zunehmend die energiewirtschaftlichen Erwartungen an seine Rolle im künftigen Energiemix, betont der Fachverband.

Prognose: 10 Milliarden Kilowattstunden Strom aus Biogas
Für 2007 rechne die Branche mit einer Fortsetzung der positiven Entwicklung, so der Biogas-Verband. Die Kapazitäten, welche die Unternehmen 2006 aufgebaut hätten, würden dieses Jahr vollständig zum Einsatz kommen können. Ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 30 Prozent einschließlich des Exports sei realistisch. „2007, wenn der Zubau aus 2006 nach Aufbau der Prozessbiologie volle Betriebsleistung erreicht hat, werden über 10 Milliarden Kilowattstunden Biogasstrom produziert werden“, so Markus Ott, stellvertretender Geschäftsführer des Verbandes.
Export soll kräftig zulegen
Der Inlandsmarkt bleibe weiterhin wichtigstes Standbein der Branche, allerdings werde der Großteil des Wachstums in den beginnenden Exportmärkten erfolgen. Die Exportrate wird nach Einschätzung des Verbands 2007 über 15 Prozent liegen, was einem Zuwachs von 70 Prozent entspräche. Schwerpunktländer seien die Länder der EU (unter anderem Italien, Ungarn, Spanien, Benelux) sowie Kanada und die USA.

Politik soll Anreize zum Ausbau der Wärmenutzung geben und Direkteinspeisung in das Erdgasnetz vorantreiben
„Angesichts der anerkannt zentralen Bedeutung von Biogas für das Erreichen der Klimagas-Emissionsminderungsziele muss es oberste Maxime für jede politische Entscheidung sein, diese Entwicklung nicht zugefährden“, heißt es in der Pressemitteilung des Fachverbandes. Eine mögliche Neufassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) müsse zum einen die erfolgreichen Kernaspekte fortführen und zum anderen um Anreize zur intelligenten Integration von Biogas in die deutschen Energienetze erweitert werden. Hierzu zählen laut Fachverband vorrangig effiziente Anreize für den Ausbau der Wärmenutzung aus bestehenden und künftigen Biogas-BHKW, das Vorantreiben der Direkteinspeisung in das Erdgasnetz sowie die bedarfsgerechte Stromproduktion mit gespeichertem Biogas.

Potenziale und Flächennutzung in Deutschland
„Heute werden 300 – 350.000 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche für Biogas genutzt. Dies sind weniger als 2 Prozent – eine Zahl, die bei der oft unsachlich geführten Diskussion um die Konkurrenz zur konventionellen Landwirtschaft nicht erwähnt wird“, mahnt Verbandspräsident Josef Pellmeyer. Sowohl der Deutsche Bauernverband als auch das Bundesumweltministerium (BMU) würden von einer Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität ausgehen. Während heute für die Nahrungsmittelversorgung 0,24 Hektar pro Kopf benötigt würden, seien langfristig nur noch 0,15 Hektar pro Kopf erfoderlich. In der Folge stünden bis 2030 rund 4, 5 Millionen Hektar zur energetischen und stofflichen Nutzung frei zur Verfügung – ohne mit der Nahrungsmittelproduktion in Konkurrenz zu treten. „Unter der Berücksichtigung der vom BMU prognostizierten Entwicklung von Biokraftstoffen und stofflicher Nutzung könnten drei Millionen Hektar für Biogas genutzt werden. Angesichts der herausragenden Flächeneffizienz von Biogas ist dies auch energiewirtschaftlich geboten“, erinnert Pellmeyer.

05.02.2007 | Quelle: Fachverband Biogas | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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