Solarwärme-Industrie veröffentlicht Solarthermie-Aktionsplan für Europa

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Der europäische Solarwärme-Industrieverband (ESTIF) hat am 02,02.2007 einen Aktionsplan für die Solarthermie in Europa veröffentlicht. Das Papier zeigt die Vorteile der solaren Heizung und benennt greifbare Ziele für das Jahr 2020. Konkrete Richtlinien für die Förderung sollen die Politik bei der Einführung wirksamer Maßnahmen unterstützen. Die europäischen Hersteller von Solarwärmeanlagen betonen, dass die Solarthermie mit eindeutigen Zielen und politischen Vorgaben die Kosten fossiler Brennstoffe für Millionen von Bürgern senken und Millionen Tonnen CO2 einsparen kann.
„Millionen Europäer erwärmen ihr Wasser bereits mit solarthermischen Anlagen und heizen so auch ihre Wohnung“, sagt ESTIF-Präsident Ole Pilgaard. „Doch in vielen Ländern haben die Solarwärme-Märkte noch nicht die kritische Masse für ein anhaltendes Wachstum aus eigner Kraft erreicht. Deshalb haben wir deutliche Empfehlungen für eine wirksame Förderpolitik entwickelt, die auf den Erfahrungen in vielen Ländern basieren“, erläutert Pilgaard.

Ein Quadratmeter Sonnenkollektorfläche pro Einwohner bis 2020
ESTIF schlägt ein ehrgeiziges Ziel vor: Bis zum Jahr 2020 soll in der EU eine Quadratmeter Solarkollektorfläche pro Einwohner installiert sein, das entspreche einer installierten Solarwärmeleistung von 320 Gigawatt (GWth). Auf diese Weise könnte solare Nutzwärme erzeugt werden, deren Umfang jährlich mehr als 19 Millionen Tonnen Öl entspricht. Dieses Öl-Äquivalent könnte kostbares Erdöl, Erdgas und Strom ersetzen, betont ESTIF.

Verbindliche Richtlinien für Neubauten und bei der Sanierung
Der 26 Seiten starke Aktionsplan zeige detailliert, wie verlässliche Rahmenbedingungen geschaffen werden können, um das ambitionierte Ziel auch zu erreichen. Nicht ein einzelnes Mittel, sondern eine in sich stimmige Kombination von Fördermaßnahmen habe sich als wirksam erwiesen, betonen die Autoren. Sie fordern verbindliche Richtlinien für die Nutzung der Solarthermie in Neubauten und bei der Sanierung im großen Stil. Finanzielle Anreize sollen die Einführung der Solarthermie im Gebäudebestand beschleunigen. Zusätzlich seien Öffentlichkeitsarbeit, und Weiterbildung der Akteure in der Branche sowie die Förderung von Forschung und Entwicklung Voraussetzungen für den langfristigen Erfolg auf den Solarwärme-Märkten.

ESTIF-Leitfaden als Vorbereitung für eine EU-Richtlinie
„Diesen Solarwärme-Aktionsplan können Lokalpolitiker wie auch Politiker in den Regionen nutzen, um wichtige Fördermaßnahmen anzustoßen und die drängendsten Fragen zur Solarwärmenutzung auf dieser Ebene zu thematisieren“, sagt der Vorsitzende des ESTIF-Beirats Nigel Cotton. „Dieser Leitfaden kann sofort umgesetzt werden. Und er wird hilfreich sein für die Einführung einer künftigen EU-Richtlinie zur Heizung und Kühlung mit erneuerbaren Energien“, so Cotton weiter.
Der Solarwärme-Aktionsplan (26 S., englisch, PDF) kann im Internet heruntergeladen werden unter www.estif.org/STAP

05.02.2007 | Quelle: ESTIF | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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