TV-Dokumentation über die technischen Möglichkeiten, CO2 zu binden

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„Rein vom Volumen her könnten wir in Deutschland alle CO2-Abgase aus unseren Kraftwerken für etliche Jahrzehnte im Boden speichern! Damit wäre das Gas fürs Klima unschädlich gemacht“, sagt Dr. Franz May Projektleiter 'CO2-Speicherung' bei der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover. Er ist einer von vielen Wissenschaftlern, die darüber forschen, wie das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2), das von den meisten Experten für die Erderwärmung verantwortlich gemacht wird, gebunden oder weggepackt werden kann.
23 Milliarden Tonnen des Klimakillers gelangen jedes Jahr weltweit in die Atmosphäre. Auf dem Weltklimagipfel in Kyoto 1997 handelte die Staatengemeinschaft – mit Ausnahme der USA – deshalb das so genannte Kyoto-Protokoll aus: Weniger Kohlendioxid soll in die Luft gelangen. Die Dokumentation „Kampf dem Klimagas“ von Michael Wolff aus der 3sat-Sendereihe „hitec“ stellt am Sonntag, 18. Februar 2007, um 16.00 Uhr auf 3sat Konzepte vor, mit denen Forscher im Kampf gegen das Klimagas gewinnen wollen.

CO2 im Meer oder unter der Erde deponieren?
Seit Kyoto arbeiten technische und wissenschaftliche Forschungseinrichtungen fieberhaft an klimarelevanter Forschung und versuchen, den CO2-Ausstoß zu verringern. Andere Forscher wollen CO2 in der Natur binden oder es in die Tiefe versenken. Meeresalgen etwa könnten aus dem Oberflächenwasser enorme Mengen Kohlendioxid aufnehmen. Nach dem Ableben des Organismus sinkt das Klimagas mit der Pflanze dauerhaft zu Boden. Dieser Prozess ließe sich technisch optimiert ausnutzen, so dass erhebliche Mengen des Kohlendioxids aus der Atmosphäre entfernt werden könnten. Andere Ansätze sehen vor, CO2 in leere Erdgasfelder zu pumpen oder in porösen Gesteinsschichten unter dem Erdboden zu verwahren. Eine Idee, an der Dr. May und sein Team arbeitet. „Technisch ist das kein so großes Problem, doch müssen auch die sozioökonomischen Rahmenbedingungen erfüllt sein: Wo macht das die Bevölkerung mit, wo bekommt man das genehmigt und wo rechnet sich das für die Industrie?“, schränkt Dr. May ein. Man könnte CO2 auch in Kohleschlämmen der Lausitzer Braunkohleseen binden. Gelänge es, CO2 in großen Stil in Kalk zu verwandeln, hätte man eine feste, sichere Bindung erreicht. In der Lausitz würde man so sogar die sauren Seen neutralisieren können.

Verfahren mit Risiken oder Umweltschädigungen verbunden
Dennoch sind sich die Forscher einig: Es gibt keinen Königsweg beim Unschädlichmachen des Kohlendioxids, die meisten Verfahren seien mit Risiken oder Umweltschädigungen verbunden. Professor Christoph Clauser von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen (RWTH) plädiert deshalb dafür, sich viele technische Wege zu erarbeiten. „Es wird in jedem Fall nahe am Entstehungsort entsorgt werden müssen“, so Clauser. Bei allen Forschungsansätzen wird aber ebenso deutlich, dass ohne eine radikale Umkehr in der Energiepolitik und im Umgang mit den fossilen Brennstoffen alle technischen Bemühungen vergeblich bleiben dürften.

17.02.2007 | Quelle: 3sat | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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