MAN Ferrostaal, EPURON und AGRAVIS Raiffeisen bauen Bioethanol-Anlage in Sachsen-Anhalt

NULL

EPURON, ein Tochterunternehmen der börsennotierten Conergy AG, MAN Ferrostaal und die AGRAVIS Raiffeisen AG wollen gemeinsam eine der deutschlandweit größten Bioethanolanlagen mit einer geplanten Kapazität von 200.000 Kubikmetern errichten. Die beteiligten Unternehmen haben dazu einen Kooperationsvertrag abgeschlossen, berichtet EPURON in einer Pressemitteilung. Der Baubeginn der Anlage in Bülstringen (Sachsen-Anhalt) sei noch in diesem Jahr geplant.
Die Unternehmen rechnen mit dem Anlaufen der Bioethanolproduktion bereits im ersten Halbjahr 2009. Das Investitionsvolumen für die Entwicklung und den Bau der Großanlage beläuft sich laut EPURON insgesamt auf zirka 130 Millionen Euro. Dank des stark wachsenden Bioethanolmarktes böten sich für das Projekt wirtschaftlich attraktive Rahmenbedingungen.

Bündelung entscheidender Kompetenzen
Nikolaus von Veltheim, Vorstandsmitglied der AGRAVIS Raiffeisen AG, betont die Expertise der Partner: „Mit EPURON haben wir für die Projektierung und Finanzierung der Anlage ein international erfahrenes Unternehmen aus dem Bereich der regenerativen Energien an Bord. MAN Ferrostaal übernimmt die Leitung in der Realisierungsphase und zeichnet als Industrieanlagenbauer für die Genehmigungsverfahren, die Konzeption sowie den schlüsselfertigen Bau der Anlage verantwortlich.“ Gemeinsam mit EPURON wird MAN Ferrostaal das Betriebsführungskonzept entwickeln sowie die Vermarktung und den Verkauf des Bioethanols gewährleisten. Der Standort Bülstringen biete eine direkte Anbindung an die BARO Lagerhaus GmbH & Co. KG, ein Tochterunternehmen der AGRAVIS, sowie eine optimale Infrastruktur für die Verteilung des Kraftstoffes durch die unmittelbare Lage am Mittellandkanal.
Dr. Wolfgang Knothe, Vorstand Projects von MAN Ferrostaal, verweist deshalb auch auf die strategische Funktion der AGRAVIS Raiffeisen AG: „Das Agrarhandelsunternehmen hat hier Getreide-Lagerkapazitäten von rund 550.000 Tonnen und liefert daraus die notwendigen Rohstoffe für die Bioethanolproduktion. Somit ist der langfristige Zugang zu den Input-Stoffen ganzjährig gesichert“, so Dr. Knothe. „Alle beteiligten Unternehmen sind in ihren Bereichen führend und vereinen in der Betreibergesellschaft hervorragend ihre Stärken. Damit haben wir im Markt ein bisher einzigartiges Modell, das langfristigen Erfolg verspricht“, so Nikolaus Krane, Vorstandsmitglied der Conergy AG und bei EPURON für das Projektgeschäft der Bioenergie verantwortlich.

Starke Nachfrage nach Bioethanol
Die Unternehmen wollen sich mit der Anlage den weltweit stark wachsenden Bioethanolmarkt erschließen. So plant die EU-Kommission, dass Biokraftstoffe bis 2020 einen Anteil von zehn Prozent am Gesamtkraftstoffmarkt haben sollen. Das Biokraftstoffquotengesetz, das am 1. Januar 2007 in Deutschland in Kraft getreten ist, verpflichtet die Mineralölindustrie dazu, dem Benzin Bioethanol beizumischen und so an die Verbraucher abzugeben. Die Kapazität der Anlage in Bülstringen würde laut EPURON ausreichen, um im Jahr 2008 rund ein Viertel der Beimischungsmenge in Deutschland zu decken. Darüber hinaus sei mit einem erhöhten Bedarf an E85 zu rechnen, einem Kraftstoff, der 85 Prozent Bioethanol und nur noch 15 Prozent Benzin enthält. Von der steigenden Nachfrage der Raffinerien, der Importeure von Otto-Kraftstoffen sowie der mittelständischen Mineralölhändler nach dem biogenen Kraftstoff wollen die Betreiber der Anlage profitieren.

27.02.2007 | Quelle: EPURON GmbH | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

Schließen