Gutachten über „Saubere Kohle“: BMU widerspricht „Zeit Online“

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Das Bundesumweltministerium (BMU) hat am 08.03.2007 eine Studie zum Vergleich fossiler Kraftwerke mit CO2-Abscheidung (CCS) und erneuerbarer Energien veröffentlicht. Das Gutachten belege, dass die Kosten von Strom aus Kraftwerken mit CCS-Technologie sich unter günstigen Bedingungen in eine echte Konkurrenzsituation mit dem Strom aus erneuerbaren Energien bewegen würden, heißt es in der BMU-Pressemitteilung. Das Bundesumweltministerium widerspricht entschieden einer Darstellung von „Zeit Online“, das Gutachten sei „bisher unveröffentlicht“ und sein Ergebnis sei, dass klimaverträglicher Kohlestrom „voraussichtlich nie konkurrenzfähig sein“ werde.
Die Entwicklung lasse sich heute noch nicht präzise vorhersehen, da sich sowohl die erneuerbaren Energien als auch die CCS-Technologie stark in der Entwicklung befänden, betont das BMU. besonders für CCS lägen bisher nur sehr wenige Praxiserfahrungen vor, was das Schätzen von Kostensenkungspotenzialen erschwere, so das BMU.

Das Gutachten betont, CCS könne im Sinne einer Brückenfunktion einen befristeten, aber wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten, und stellt präzise die Probleme und Schwierigkeiten dar, die bis dahin noch zu überwinden sind. Das Gutachten ist auf den Internetseiten des BMU zugänglich in der Rubrik „Klimaschutz“. Dort ist auch eine einleitende Zusammenfassung der Studie verfügbar, welche die Kernaussagen übersichtlich zusammenfasst: http://www.erneuerbare-energien.de/inhalt/38826

DIE ZEIT: „CO2-freier Kohlestrom“ zu teuer; erneuerbare Energien günstiger
Klimaverträglicher Strom aus Kohle werde voraussichtlich nie konkurrenzfähig sein, berichtete die Wochenzeitung DIE ZEIT in einer Pressemitteilung. Das gehe hervor dem Gutachten im Auftrag des Bundesumweltministeriums, heißt es auf ZEIT ONLINE. Schon im Jahr 2020, wenn die so genannte Technologie zur CO2-Abscheidung und unterirdischen Lagerung (CCS) kommerziell einsetzbar sein soll, dürften einige erneuerbare Energien „zu vergleichbaren oder günstigeren Konditionen Strom anbieten als dies über fossile Kraftwerke der Fall ist“, schrieb ZEIT ONLINE.
Allein die notwendige Infrastruktur zum Abtransport des Kohlendioxids zu den unterirdischen Lagerstätten und der zusätzliche Brennstoffeinsatz, den die CCS-Technologie erfordere, führten zu deutlichen Mehrkosten, so die ZEIT. Obendrein kritisierten die Gutachter die Bezeichnung „CO2-freies“-Kraftwerk als „irreführend“. Tatsächlich würden die CO2-Emissionen lediglich um etwa drei Viertel reduziert.

Ausbau der Erneuerbaren schneller zu realisieren und volkswirtschaftlich sinnvoll
In Deutschland sei der forcierte Ausbau CO2-armer Kohlekraftwerke nicht sinnvoll, weil der „mit 2020 angenommene früheste Einsatzzeitpunkt“ der Technologie „zu spät“ komme, zitiert ZEIT ONLINE weiter. „Deutlich schneller zu realisieren“ und aufgrund hoher Innovationsimpulse „volkswirtschaftlich sinnvoll“ sei es dagegen, Energie noch effizienter einzusetzen und die Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen auszubauen.
Der komplette ZEIT ONLINE-Text ist veröffentlicht unter www.zeit.de/online/2007/10/kohle-als-klimaretter.

08.03.2007 | Quelle: DIE ZEIT | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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