Bioenergie: Verbände und Politik gegen Umweltschäden durch Palmöl-Anbau

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Die Verbände der erneuerbare Energien fordern den Schutz des Regenwaldes vor dem umweltzerstörenden Anbau von Palmöl. „Wir brauchen unverzüglich ein einfaches Zertifizierungssystem für den Import von Palmöl sowie eine Überprüfung dieses Systems vor Ort durch unabhängige nicht staatliche Umweltorganisationen. Nicht zertifizierte Biomasse muss von allen Fördermaßnahmen ausgeschlossen werden. Nur so kann der Raubbau durch umweltzerstörenden Anbau von Palmöl im Regenwald verhindert werden“, sagte Johannes Lackmann vom Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE).
Die Branche der Erneuerbaren Energien arbeite mit Umweltverbänden wie etwa dem WWF zusammen, um nachhaltige Zertifizierungskriterien festzulegen. Das weltweite Biomassepotenzial sei groß genug, um die Welt mit Nahrungsmitteln und Bioenergie zu versorgen, betont der BEE.
Auch das Bundesumweltministerium (BMU) verfolgt das steigende Interesse an Palmöl-Blockheizkraftwerken (BHKW) in Deutschland kritisch. Grund dafür, dass Palmöl in manchen Gegenden der Welt durch Umwandlung von Primärwald in Ölpalm-Plantagen erzeugt werde. Der Einsatz von auf diese Weise erzeugtem Palmöl zur Stromerzeugung entspreche nicht den Zielen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), betont das BMU.

BEE-Präsident Lackmann: Bioenergienutzung muss dauerhaft nachhaltig sein
Eine ressourcenschonende Bioenergienutzung kann laut BEE mehr als ein Drittel des heutigen Energiebedarfs decken. „Sie ist eine echte Chance für Entwicklungsländer. Sie bietet neue Einkommensmöglichkeiten, reduziert die Importabhängigkeit von fossilen Rohstoffen und ermöglicht völlig neue Exportmöglichkeiten. Allerdings muss sichergestellt werden, dass die Bioenergienutzung dauerhaft nachhaltig ist“, so Lackmann. Dieser Forderung schließen sich ausdrücklich auch die Unternehmen der Biokraftstoffbranche an, betont Lackmann.

Klimaneutrale Wärme- und Stromerzeugung mit Bioenergie
Bioenergie ist eine wichtige Säule der Energieversorgung. Bereits heute deckt sie mehr als 14 % des weltweiten Endenergieverbrauchs. Sie ist die älteste Energiequelle der Menschheit. Sie steht in fester, flüssiger oder gasförmiger Form zur Verfügung und wird aus pflanzlichen oder tierischen Reststoffen oder eigens angebauten Energiepflanzen hergestellt. Bioenergie dient zur Wärme- und Stromerzeugung sowie als Kraftstoff. Wird Biomasse verbrannt, wird genau die Menge Kohlendioxid (CO2) freigesetzt, die zuvor beim Wachstum der Pflanzen durch die Photosynthese gebunden wurde. Wenn Biomasse hingegen ungenutzt verrottet, wird ebenso viel CO2 freigesetzt wie bei der energetischen Nutzung. Nur leistet sie dann keinen Beitrag zur Vermeidung von CO2-Emissionen, die durch fossile Brennstoffe entstehen. Bedingt durch den geschlossenen CO2-Kreislauf ist Biomasse ein klimafreundlicher Energieträger, der keine zusätzlichen Treibhausgase verursacht.

14.03.2007 | Quelle: BEE; BMU | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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